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Luther mit Chorgesang

Wustrau Luther mit Chorgesang

Martin Luther veränderte auch die Kirchenmusik – wie, das bekamen am Sonntag die Besucher in der vollen Wustrauer Kirche beim Chorkonzert des Staats- und Domchores Berlin zu hören. Das Konzert gehörte zu einem Dankeschön-Paket innerhalb der MAZ-Aktion „Leser danken Lesern“. Die Eingeladenen waren verdiente Ehrenamtler der Region.

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Die ausgezeichneten Leser wurden in Wustrau von Christian Koletzki, Geschäftsführer des MAZ-Regionalverlages, begrüßt (hinten links).

Quelle: Peter Geisler

Wustrau. Im Eiltempo führt Anna Ogdowski die Besucher durch die Räume des Wustrauer Brandenburg-Preußen Museums. Eine halbe Stunde ist der wissenschaftlichen Mitarbeiterin und Ausstellungskuratorin vergönnt, um den Besuchern klar zu machen, wie es ein Mann geschafft hat, binnen weniger Jahre die Welt zu verändern. „Esel, Teufel, Schwein – Böse Seiten der Reformation“, so lautet der Titel der Sonderausstellung um Martin Luther, die seit März im Wustrauer Museum zu sehen ist.

Die gemütliche Kaffeetafel im Garten des Museums ist bereits für die Gäste gedeckt; rund 30 ehrenamtlich tätige und besonders aktive Menschen können dort nach dem Ausstellungsbesuch den selbst gebackenen Kuchen und den Kaffee unter schattigen Bäumen genießen. Doch noch sind Aberglaube, Totentanz, die ersten Flugblätter und Luthers Thesen angesagt, bevor der Appetit gestillt werden kann.

Die Knaben und jungen Männer vom Staats- und Domchor Berlin sangen in der Wustrauer Kirche

Die Knaben und jungen Männer vom Staats- und Domchor Berlin sangen in der Wustrauer Kirche.

Quelle: Peter Geisler

Die gedeckte Kaffeetafel im Garten des Brandenburg-Preußen-Museums, die Führungen durch das Museum und der anschließende Konzertbesuch sind ein Dankeschön für ehrenamtlich besonders aktive Menschen der Region.

Die MAZ hatte ihre Leser aufgerufen, Leute zu benennen, die ein solches Dankeschön verdient haben, weil sie uneigennützig Gutes tun. Zu ihnen gehört auch Beate Mundt aus Karstädt in der Prignitz, die mit ihrem Ehemann nach Wustrau gekommen ist. Eine Arbeitskollegin hatte sie vorgeschlagen, weil beide aktive Feuerwehrmitglieder sind und auch bei der Wasserwacht mitarbeiten. „Es war eine tolle Führung“, schwärmt die Karstädterin nach dem Museumsbesuch. „Sehr interessant und trotzdem nicht so trocken.“

Kai-Uwe Jirka kam gern nach Wustrau

Erfreut über die Einladung nach Wustrau war auch Kai-Uwe Jirka, der seit 2002 Professor für Chorleitung an der Universität der Künste Berlin und Leiter des Staats- und Domchors ist. „Noch heute früh haben wir zum Gottesdienst im kleinen Berliner Dom gesungen und nun sind wir in der prächtigen Wustrauer Kirche“, sagte der gut gelaunte Chorleiter, der auch durch das Programm führte. „Wir sind eigentlich zehn Sekunden Nachhall gewöhnt. Das ist für uns etwas ungewohnt, denn hier gibt es keinen Nachhall und die gesungenen Worte sind deutlicher zu verstehen.“

Etwa 300 Knaben und junge Männer im Alter von fünf bis 25 Jahren singen in den Dom-Chören. So unterschiedlich wie die Altersgruppen ist auch das Repertoire. Rund 40 große und kleine Sänger hatte der Professor am Sonntag mitgebracht. Etwas zusammengedrängt standen sie im Altarraum; soviel Platz wie im Berliner Dom gibt es in der kleinen Wustrauer Kirche nicht. Das bekamen auch die Besucher zu spüren, denn der Andrang war groß und noch bis zur letzten Minute waren Konzertbesucher auf der Suche nach einem Sitzplatz unterwegs.

Anna Ogdowski  führte die Ehrenamtler durch das Brandenburg-Preußenmuseum in Wustrau

Anna Ogdowski führte die Ehrenamtler durch das Brandenburg-Preußenmuseum in Wustrau.

Quelle: Peter Geisler

Einstimmig in lateinischer Sprache – so wie in der Alten Welt üblich – begann das Konzert mit Musik von Viri Galilaei. Die Reformation veränderte auch den Gesang in den Kirchen. Jetzt wurde nicht mehr in lateinischer Sprache gesungen, auch die einfachen Menschen konnten die Texte nun verstehen. Bauern, Bürger, Mägde und Handwerker sangen Lutherchoräle, so wie am Sonntag die Knaben in der Wustrauer Kirche. Mit der Musik von Johann Eccard , der im 16. Jahrhundert lebte und etwa 250  geistliche und weltliche mehrstimmige Lieder schuf, wird es auch im Wustrauer Chorkonzert lebhafter. Fünfstimmig und rhythmisch abwechslungsreicher erklingen die Choräle.

Die Symbolkraft des Luther-Chorals „Ein feste Burg ist unser Gott“ ist auch heute noch zu spüren, wenn die lebendigen, bestens ausgebildeten Stimmen diese „Marseiller Hymne der Reformation“ – wie Heinrich Heine sie nannte – ertönen lassen.

Begleitet wurden die Sänger von der Kirchenmusikerin Juliane Felsch-Grunow an der Orgel und dem Trompeter Clemens Stahmer-Ilgner. Mit Kompositionen von Georg Philipp Telemann, Felix Mendelssohn Bartholdy und Johann Sebastian Bach endet das Chorkonzert, nachdem der Weihegesang verklungen ist, den der königliche Domchor 1894 zur Grundsteinlegung des Berliner Doms gesungen hatte.

„Geh aus mein Herz und suche Freud“ singen die begeisterten Konzertbesucher und die Chorknaben schließlich gemeinsam.

Von Cornelia Felsch

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