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Ostprignitz-Ruppin Wie weit darf Werbung gehen?
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wie weit darf Werbung gehen?
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00:30 18.03.2018
„Zu alt und frisst zu viel?“ Gemeint ist die Heizung, man kann es aber auch anders verstehen, sagt Manfred Jungbluth. Quelle: privat
Fehrbellin

Werbung muss Aufmerksamkeit erregen. Aber darf sie deshalb alles? Für MAZ-Leser Manfred Jungbluth ist die Antwort klar: Darf sie nicht. Er ärgert sich sehr über ein riesiges Werbeplakat des Energieanbieters EMB, das seit ein paar Tagen an einem Parkplatz neben einem Supermarkt in Fehrbellin steht. Zu sehen ist darauf ein älterer, dicker Mann. Dazu der Spruch: „Zu alt und frisst zu viel?“ Gemeint ist offenbar die Heizung, die auf dem Plakat kleiner im Hintergrund abgebildet ist. Das merkt ein Betrachter erst, wenn er den kleineren Text unter dem Foto liest.

Für Manfred Jungbluth kann das Plakat auch ganz anders verstanden werden: als Diskriminierung alter Menschen. „Ich habe Verständnis dafür, dass man in der Werbung auch ungewöhnliche Wege gehen muss“, sagt er: „Aber das ist schon starker Tobak.“ Er hält das Plakat der EMB für „menschenverachtend und skandalös“.

Unternehmen meint es durchaus doppeldeutig

EMB-Unternehmenssprecher Jochen-Christian Werner reagiert überrascht. Das Motiv mit dem dicken Mann gehört zu eine Kampagne, die die EMB Anfang März gestartet hat, sagt er. Bisher habe sich niemand beschwert.

„Absicht unserer Werbekampagne ist es, auf witzige Weise auf den Heizungstausch aufmerksam zu machen. Durchaus doppeldeutig und mit einem Augenzwinkern“, sagt Werner. Es gehe dabei eindeutig um alte Heizungen, das sei auf den Plakaten auch klar zu erkennen. „Dass nicht alle Betrachter an den Energiefresser im Keller denken, sondern an den abgebildeten Herrn, damit haben wir auch gerechnet“, räumt er ein. „Es war aber von uns nie bösartig gemeint, sondern, wie gesagt, mit einem Augenzwinkern.“

Werberat befasst sich mit zahlreichen Beschwerden

Aber ist immer erlaubt, was ein Unternehmen für witzig hält? Der Deutsche Werberat in Berlin muss sich jedes Jahr mit Hunderten Beschwerden von Bürgern befassen, die sich oder andere durch Werbespots oder Plakate angegriffen oder bloßgestellt fühlen. Oft geht es um Sexismus, die Darstellung von Kindern, diskriminierende oder gewaltverherrlichende Motive oder andere, die gegen die Menschenwürde verstoßen.

Fast 800 Beschwerden sind 2017 aus ganz Deutschland beim Werberat eingegangen, etwa 15 pro Woche. „Nicht alle davon sind natürlich berechtigt“, sagt Geschäftsführerin Julia Busse.

Offensichtlich unbegründete Beschwerden, verwirft der Werberat sofort. Bei allen, die auch er auf den ersten Blick für schwierig hält, werden zunächst die Werbenden angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten. Danach befasst sich der Werberat genau damit – und entscheidet, ob er für ein Motiv eine Rüge erteilt.

90 Prozent der Firmen reagieren auf Kritik

In 135 Fällen teilte der Werberat 2017 die Kritik, die an ihn herangetragen wurde. Zwingen kann der Werberat niemanden, seine Werbung zu ändern. Etwa 90 Prozent der Unternehmen tun es trotzdem, heißt es in der Bilanz für 2017, die das Kontrollgremium gestern vorgestellt hat.

Auch mit dem Plakat der EMB will sich der Werberat jetzt eingehend befassen. Manfred Jungbluths Ärger ist für die Kontrolleure in Berlin alles andere als unbegründet. „Wir haben das Unternehmen angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten“, sagt Julia Busse. Eine Woche habe die EMB nun zunächst Zeit zu reagieren.

Von Reyk Grunow

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