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Ostprignitz-Ruppin MAZ erklärt: So werden Ampelanlagen geschaltet
Lokales Ostprignitz-Ruppin MAZ erklärt: So werden Ampelanlagen geschaltet
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16:51 18.11.2016
Die Ampelphasen sind genau definiert. Quelle: Peter Geisler
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Kyritz

Man kennt das als Autofahrer: Noch 30 Meter bis zur Kreuzung und obwohl kein anderes Fahrzeug zu sehen ist, springt die Ampel auf Rot um. Also bremsen. Und warten. Täglich trifft dieses Schicksal tausende Pendler im Nordwesten Brandenburgs. Wer gleich mehrfach Pech hat und sich auf einer „Roten Welle“ wähnt, der könnte Absicht dahinter vermuten. Doch wie werden die Intervalle zwischen Rot, Gelb und Grün eigentlich festgelegt? Und könnte die moderne Computertechnik nicht für bessere Abläufe sorgen?

Um diese Fragen zu klären, hat die MAZ den Landesbetrieb Straßenwesen am Standort Kyritz besucht. Dort werden die Verkehrsabläufe für die Landkreise Ostprignitz-Ruppin und Prignitz koordiniert. Hier kennt man sich aus mit den Schaltungen. 79 Ampelanlagen an Bundes- und Landesstraßen werden vom Kyritzer Bürogebäude aus betreut. „Eigentlich ist so eine Ampel nichts weiter als ein Rechner“, erklärt Roland Gabriel, der beim Landesbetrieb im Dezernat Verkehrstechnik arbeitet. In einer unscheinbaren grauen Steuereinheit liefen die Informationen für die jeweilige Ampelanlage zusammen. Dort sei beispielsweise die so genannte „Umlaufzeit“ hinterlegt. „Die Umlaufzeit regelt, wie lange es dauert, bis alle Verkehrsteilnehmer an einer Kreuzung einmal Grün gekriegt haben“, erläutert Gabriel.„Sie liegt in der Regel bei 60 bis 90 Sekunden.“

Kein zentrales Netz

Programmiert wird die jeweilige „Lichtsignalanlage“, wie es im Behördendeutsch heißt, vor Ort – und zwar ausschließlich vor Ort. Änderungen von der Dienststelle aus sind somit nicht möglich. „Städte wie Berlin oder Potsdam haben einen zentralen Verkehrsrechner“, sagt Gabriel. Mit diesem in großen Städten angewandten Verfahren ließen sich die Abläufe vieler Anlagen steuern. Im ländlichen Brandenburg hingegen sind die meisten Ampeln „ganz auf sich“ gestellt. In einigen wenigen Fällen gibt es einen Leitrechner, dessen Signale auf benachbarte Rechner übertragen werden. So wird eine „Grüne Welle“ in Stadtgebieten möglich. Obwohl also eine zentrale Steuereinheit fehlt, verfügen immerhin 18 der 79 Anlagen inzwischen über einen Störmelder. Liegt bei der Schaltung ein Fehler vor, wird der Landesbetrieb automatisch benachrichtigt – ebenso wie eine Fachfirma, die die Ampel umgehend repariert.

Sensoren und Kameras sorgen an vielen Kreuzungen zudem dafür, dass das Umschalten auf Grün oder Rot schneller oder langsamer vonstatten gehe, wenn Verkehr herrscht. So genannte „Induktionsschleifen“ sind beispielsweise gleich mehrfach beim jüngsten Projekt des Landesbetriebs Straßenwesen verbaut worden: dem veränderten Knotenpunkt an der B 5 in Quitzow (Prignitz). Der Ablauf beim Neu- oder Umbau einer Kreuzung ist stets derselbe. Eine Verkehrstechnische Untersuchung durch ein Fachbüro ergibt, welche Ampelphasen wie lange dauern müssen, damit alle rechtlichen Vorgaben erfüllt werden.

Ampel ist nicht gleich Ampel

Die Verkehrsbehörden unterscheiden unterschiedliche Typen von Ampel­anlagen. So gibt es solche an Kreuzungen und solche zur Querung der Fahrbahn für Fußgänger.

Eine „Lichtsignalanlage“, wie es im Fachdeutsch heißt, besteht dabei in der Regel aus mehreren Masten, die durch eine Steuereinheit in einem grauen Kasten geschaltet wird.

Teilweise sind die Ampeln mit anderen Anlagen verbunden, so dass für Autofahrer eine „Grüne Welle“ entsteht. Die Mehrheit der Anlagen im Nordwesten ist allerdings an kein Netz angeschlossen. Diese funktionieren entsprechend einer festen Programmierung und reagieren nur auf den Verkehrsfluss vor Ort.

Die Schaltung jeder neuen Ampel wird aufgrund eines Gutachtens programmiert. So sind die Phasen für Rot, Gelb und Grün sekundengenau festgelegt. Sensoren und Kameras registrieren die Fahrzeuge – und schalten bei Bedarf schneller auf Grün.

Kreisverkehre statt Ampeln

Doch der Umbau einer Ampelanlage wie in Quitzow ist dieser Tage eher die Ausnahme. Die Zahl der Ampeln im Nordwesten des Landes ist mehr oder weniger rückläufig. Vielerorts werden Kreuzungen durch Kreisverkehre ersetzt – wie zuletzt an der „Europakreuzung“ in Kyritz oder an gleich mehreren Stellen der Landesstraße 16 in Neuruppin. Damit fallen jeweils auch die Ampeln weg.

Wer mit einer Ampelschaltung unzufrieden ist, sollte sich an die Straßenverkehrsbehörde wenden, die beim jeweiligen Landkreis angesiedelt ist.

Von Mischa Karth

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