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Ostprignitz-Ruppin MRT-Gerät verkürzt Wartezeiten
Lokales Ostprignitz-Ruppin MRT-Gerät verkürzt Wartezeiten
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17:15 12.01.2018
Wegen der vollen Wartezimmer ist es oft nicht einfach, schnell einen Facharzttermin zu bekommen. Der Anruf bei der 2016 errichteten zentralen Terminvergabestelle kann da helfen.j Quelle: Patrick Pleul
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Neuruppin

Dass Kranke beim Warten auf Facharzttermine oder Spezialuntersuchungen in der Region unter Umständen viel Geduld haben müssen, ist ein offenes Geheimnis. So betrug beispielsweise die Wartezeit für eine MRT-Untersuchung an den Ruppiner Kliniken im vergangenen Jahr genauso wie 2016 für ambulante Patienten im Durchschnitt sechs Wochen, sagt Krankenhaussprecherin Verena Clasen. Immerhin: In dringenden Fällen gibt es in dem Neuruppiner Krankenhaus auch kurzfristigere Termine, wie Clasen versichert.

Zudem bemühen sich die Kliniken auch auf ungewöhnlichen Wegen, die Lage zu verbessern. So geht das Krankenhaus in diesem Jahr eine Partnerschaft mit der Radiologie-Praxis Parsche ein, wie Klinikenchef Matthias Voth kürzlich im Kreistag berichtete. Wie genau diese Kooperation aussieht, wer zum Beispiel was finanziert, das will das Krankenhaus noch nicht verraten. Fest steht aber, dass auf dem Klinikgelände ein zweites MRT-Gerät aufgestellt wird, das ausschließlich für die ambulante Nutzung vorgesehen ist. Der vorhandene Magnetresonanztomograph, an dem im vergangenen Jahr knapp 8900 Untersuchungen durchgeführt wurden, wird dann vorrangig für die stationären Patienten vorgehalten. „Derzeit rechnen wir damit, dass sich die Wartezeiten mit Einrichtung des zweiten MRTs auf zwei bis drei Wochen verkürzen“, sagt Verena Clasen. Das neue Gerät wird in einem Container mit direkter Verbindung zum Haus Z stationiert, in dem die Radiologie untergebracht ist. Ob die Container-Lösung auf Dauer bleibt, dazu will sich das Krankenhaus erst im Frühjahr äußern.

Die Wartezeit fürs MRT betrug an den Ruppiner Kliniken sechs Wochen

In Zeiten des Fachkräftemangels, der längst auch die Krankenhäuser erreicht hat, könnte es allerdings neben den finanziellen und räumlichen Fragestellungen auch noch ein Problem mit entsprechend ausgebildetem Personal geben, das das zusätzliche, über eine Million Euro teure Gerät bedient. „Fachkräftemangel ist deutschlandweit in den meisten medizinischen Ausbildungsberufen evident“, gibt die Krankenhaussprecherin zu. Immerhin haben die Kliniken aber genau aus diesem Grund vor Kurzem die Medizinische Hochschule Brandenburg mitgegründet und bilde nun selbst aus. Die Ausschreibungen für das Personal am neuen MRT-Gerät laufen zudem bereits.

Christian Wehry, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), ist voll des Lobes für die Kooperation zwischen den Ruppiner Kliniken und der Radiologie-Praxis. Solche Lösungen sind aus seiner Sicht notwendig, um das Versorgungsnetz gerade in ländlichen Regionen zu stärken. „So werden Engpässe, die jetzt vielleicht bestehen, verschwinden“, so Wehry. Ganz ungewöhnlich sei eine solche Kooperation aber nicht, bei der sich private Praxen mit Krankenhäusern oder anderen Versorgungsträgern zusammentun. „Das, was es in den anderen Bundesländern oft kaum gibt, haben wir in Brandenburg öfter mal.“ Ein Musterbeispiel sei das geplante ambulant-stationäre Zentrum, bei denen sowohl die Sana-Kliniken als auch viele andere Träger im Boot sind und das mit 14,5 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Bundesgesundheitsministeriums gefördert wird. Ziel ist es, der stark abnehmenden und alternden Bevölkerung trotz des Ärztemangels gute medizinische Versorgung zukommen zu lassen. Und das sei eben nur möglich, wenn sich möglichst viele Anbieter zusammentun. „Wir müssen unsere Ressourcen bündeln, wenn wir ein engmaschiges Versorgungsnetz beibehalten wollen“, sagt Wehry.

Die Ruppiner Kliniken wollen jetzt ein zweites MRT-Gerät aufstellen

Warum ausgerechnet Brandenburg relativ oft neue Wege in der Patientenversorgung geht, führt der KVBB-Sprecher zum einen auf die in der Region wegen des demografischen Wandels und des Bevölkerungsschwunds besonders angespannte Lage zurück. Zum anderen aber auf die Ausgangssituation. „Starke Mauern zwischen der ambulanten und der stationären Versorgung sind hier nie errichtet worden“, sagt Wehry. „So gibt es wenig, was man einreißen muss.“

Dass die Wartezeiten auf Facharzttermine in der KVBB-Region Prignitz-Oberhavel, zu der auch Neuruppin gehört, besonders lang sind, das kann Wehry nicht bestätigen. Seine Erkenntnisse beruhen auf den Versicherten-Nachfragen bei der 2016 eingerichteten Terminservicestelle, die für das Gebiet keine gesteigerte Nachfrage registriert hat. Ihre Aufgabe: Patienten mit einer dringenden Überweisung innerhalb von vier Wochen einen Behandlungstermin bei einem Facharzt zu vermitteln. Insgesamt hat die Serviceeinrichtung in Prignitz-Oberhavel mit ihren etwa 384 000 Einwohnern 3436 Termine arrangiert. „Alle Anfragen konnten bedient werden.“ Wehry wirbt für die Servicestelle: Zwar können die KVBB-Mitarbeiter keinen Wunscharzt oder Wunschtermin vermitteln, dafür aber bei berechtigten Anfragen die Terminfindung deutlich beschleunigen.

Kooperation zwischen Kliniken und Privatpraxen kann hilfreich sein

Bei der Radiologie sei die Region mit ihren zwölf Fachärzten und einem Versorgungsgrad von 147,7 Prozent mehr als ausreichend bedacht. Allerdings sei die Grundlage der Berechnung, bei der ein Radiologe auf 48 000 Menschen kommt, etwas problematisch, gibt Wehry zu. Denn die Bedarfsplanung ist seit Anfang der 1990er Jahre kaum verändert worden. Weder der demografische Wandel noch der Anstieg der chronisch Kranken oder der medizinische Fortschritt seien so berücksichtigt. Das sollte zwar nach der Einführung des Versorgungsstärkungsgesetzes 2015 passieren. Ein Bundesausschuss sollte bis Mitte 2017 Analysen liefern. „Bis heute liegen uns aber dazu keine Ergebnisse vor“, sagt Wehry.

Von Celina Aniol

Jo-Louis Thießen gründete mit seiner Mutter Eva Paulus vor mehr als zwei Jahren „Homemade“. Hausgemachtes und regionale Erzeugung stehen beim Unternehmen in Karstedtshof im Mittelpunkt. Der 22-Jährige ist Student und sammelt neben seiner Ausbildung Erfahrungen als Jungunternehmer.

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