Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Mäkeln am Millionenmuseum
Lokales Ostprignitz-Ruppin Mäkeln am Millionenmuseum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 01.11.2015
Ganz so voll wie zur Eröffnung ist das Museum nicht mehr. Rollstuhlfahrer können die Bilderbogen in den hohen Vitrinen nicht sehen. Quelle: Peter Geisler
Anzeige
Neuruppin

Neun Monate nach der Wiedereröffnung des Neuruppiner Museum ebbt die Kritik an der Dauerausstellung zur Stadtgeschichte nicht ab. Der Stammtisch Ruppiner Geschichte teilte am Mittwochabend im Neuruppiner Klosterhof mit, er werde sich an den Gesprächsrunden im Museum nicht weiter beteiligen.

Eine Dame und elf Herren – die meisten im Rentenalter – sind sich einig, dass die Zusammenarbeit keinen Sinn mehr habe. Vor allem der Verleger Peter Pusch, der Stadtführer Ulrich Gaebler und der Archäologe Dietmar-Wilfried Buck äußerten detailreiche Kritik. Zusammengefasst und vereinfacht werfen die langjährigen Neuruppiner Heimatforscher dem Museum Folgendes vor: Das Museum stelle keine historischen Zusammenhänge mehr dar – es sei eine „Raritätensammlung“, die effekthascherisch einige besonders kuriose Ausstellungsstücke in die Mitte des Raumes stelle, ohne damit etwas zu erklären. Die Früh­geschichte fehle ebenso wie Theodor Fontane völlig in der neuen Ausstellung, von der Kaufmannsfamilie Gentz gebe es nur noch drei Bilder. „Der Kern des Museums ist die Zietensammlung“, sagt Peter Pusch. „Davon sieht man fast nichts.“ Das Museum sei ein „Kuriositätenkabinett“ fast ohne Erklärungen, und wo Erklärungen stehen, da seien sie oft falsch oder banal. Beispiel: In einer Vitrine liegen sieben Knöpfe. Auf dem Schild stehe: „Sieben Knöpfe“.

Museumsleiter Hansjörg Albrecht. Quelle: Peter Geisler

Der Behindertenbeauftragte des Landkreises, Gerd-Uwe Masberg, ärgert sich zudem, dass die Bariererefreiheit in dem Neubau nicht komplett umgesetzt worden sei – bei 5,4 Millionen Euro EU-Fördermitteln für den barrierefreien Umbau sei das ein Unding. So sollten eigentlich die Vitrinen der Bilderbogen angeschrägt sein, damit auch Rollstuhlfahrer im Sitzen die Ausstellungsstücke sehen können. Zu viel Kunst – zu wenig Geschichte, lautet eine weitere Kritik. Es gebe in Neuruppin sechs Galerien. Da müsse man das neue Museum nicht unbedingt mit einer Anton-Henning-Schau eröffnen. Aber das komme eben heraus, wenn drei Kunsthistoriker im Museum arbeiten.

Von dem Millionen teuren Anbau hatten sich die alten Neuruppiner vor allem mehr Platz im Museum versprochen, der dafür genutzt werden könnte, mehr Exponate zu zeigen, die sonst ungesehen im Magazin lagern. Umso größer die Enttäuschung, nun zwar große, aber fast leere Räume vorzufinden, in denen vielleicht nur sechs Bilder hängen und in der Mitte eine Vitrine steht.

Doppelt so viele Besucher wie vor dem Umbau

Was für die einen eine vertane Chance ist, darin sehen der Museumsleiter Hansjörg Albrecht und seine Mitarbeiterin Dorothea Leicht allerdings die Chance, in Zukunft auch Menschen zu erreichen, die sonst nicht ins Museum gehen. Das Museum zähle doppelt so viele Besucher wie vor dem Umbau. Die Ausstellung sei modern und nicht überfrachtet mit Text. Auch große Gruppen können sich durch die Räume bewegen, ohne überall anzustoßen. „Ein Museum kann Geschichte nicht komplett darstellen. Ausstellen heißt auswählen und gewichten“, sagt Hansjörg Albrecht am Tag nach dem Stammtisch.

Auch den Vorwurf, im Museum arbeiteten nur Kunsthistoriker, ist er allmählich leid. Alle Mitarbeiter hätten einen Magister-Abschluss und mindestens drei Fächer studiert. Dorothea Leicht ist unter anderem auch Pädagogin. Weil zu lange Texte gar nicht gelesen werden, kann man viele Informationen zusätzlich per Kopfhörer bekommen. Albrecht räumt ein, dass es bisher keine Werbezettel für das Museum gibt und dass auch die verprochenen Apps fürs Smartphone noch nicht da sind. Das liege daran, dass man auch diese Dinge durchdacht konzipieren will – selbst, wenn das dann ein bisschen länger dauert.

Von Christian Schmettow

Ostprignitz-Ruppin Großprojekt Paulshorster Straße - Bauarbeiten und kein Ende

Von Anfang an stand der Ausbau der Paulshorster Straße in Rheinsberg in der Kritik. Nun sollte das 670 000 Euro-Großprojekt eigentlich beendet sein – doch eine Endabnahme gab es immer noch nicht. Grund ist die lange Liste der Mängel, die jetzt immer noch von den Baufirmen beseitigt werden.

01.11.2015
Ostprignitz-Ruppin Bürgerentscheid zum Klosterbau - Schon 420 Briefwähler in Kyritz

Rund 8000 Kyritzer sind aufgerufen, am 8. November bei einem Bürgerentscheid über einen Stadtverordnetenbeschluss abzustimmen. Dieser sieht vor, das Klosterareal nach einer Variante zu bauen, wonach des Gartengelände teils verschwinden würde. Bis Donnerstag forderten 420 Briefwähler ihre Abstimmungsscheine an.

01.11.2015
Ostprignitz-Ruppin Abgeordnete übergibt Spende - 400 Euro Hilfe für Gambia

Die Tornower Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann übergab dem in der Kleeblattregion tätigen Verein „Gemeinsam für Gambia“ eine Spende in Höhe von 400 Euro der Fraktion Die Linke. Das Geld soll beim nächsten Hilfsgütertransport nach Westafrika helfen.

01.11.2015
Anzeige