Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Märchenhaftes Papiertheater in Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Märchenhaftes Papiertheater in Neuruppin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 21.04.2016
Der liebevoll gestaltete Königssaal. Quelle: Regine Buddeke
Anzeige
Neuruppin

Irgendwann im frühen 19. Jahrhundert wollte auch das Bürgertum Theater sehen, das sonst dem Adel vorbehalten war. Die Druckereien der Bilderbögen hatten Hochkonjunktur, Kulissen und Figuren zu drucken, die in den Bürgerhäusern rege genutzt worden: für das Papiertheater, was im kleinen Kreise, ähnlich wie Hausmusik, ein willkommener Zeitvertreib war. So liegt es auf der Hand, dass das Neuruppiner Museum, in dem just solche Bilderbögen ausgestellt sind, sich auch das Theater ins Haus holt. Rüdiger Koch vom Berliner Papiertheater Invisius war bereits im Winter mit dem „Freischütz“ zu Gast, dem Klassiker dieser Theaterform. Am Sonntag gastierte er mit „Rotkäppchen“ und mit „Vom Fischer un sin Fru“. Letzteres in plattdeutscher Sprache. „Sie müssen nur wissen, dass stejnern slot Steinschloss bedeutet“, erklärt er. Der Rest wie König, Kaiser, Papst sei gut zu verstehen. Die Geschichte um die nie zufriedene Fischersfrau, die dank des verzauberten Butts immer mehr Reichtum und Macht erlangt, ist bekannt. Am Ende landet sie – sie hat das Maß zu weit getrieben – da wo sie herkam, im Pisspott.

Hinterher durfte hinter die Kulissen geschaut werden. Rüdiger Koch (r.) erklärte alles. Quelle: Regine Buddeke

Rüdiger Koch hat das Ganze in seiner kleinen Guckkastenbühne reizend gestaltet. Eine karge Meerlandschaft erscheint, als sich der Vorhang hebt. Der Fischer, eine Pappfigur, die am Stab über die Bühne geschoben wird, trifft den Butt – ein ums andere Mal. Und immer wieder ändert sich die Kulisse, wenn er nach Haus kommt. Ein Kronleuchter senkt sich feierlich ins Königsschloss, eine große Hand über der kaiserlichen Bettdecke ist Metapher dafür, dass diese Frau den Hals nicht voll genug bekommen kann. Immer düsterer wird die Szenerie, wenn der arme Fischer erneut zum Butt ans Meer kommt, Blitze zucken, der Himmel flammt wechselnd in Purpur und Schwarz. Immer größer wird das Tier, immer lauter hallt seine Stimme. Über allem ertönt Musik, dramatische Orgel, stille oder aufgeregte Flöte. Die 20 Zuschauer – die beiden letzten Reihen bekommen ob der kleinen Bühne ein Opernglas geliehen – sind gebannt von dem märchenhaften Geschehen.

Einfach aber effektvoll: das Theater von hinten. Quelle: Regine Buddeke

Hinterher darf hinter die Kulissen geschaut werden. Rüdiger Koch zeigt die Figuren und Kulissen und demonstriert, wie sie sich bewegen können auf der runden Drehscheibe. Er zeigt die Beleuchtung und erzählt, dass sein Cousin, ein Pianist, die Musik zum Stück geschrieben hat, die manches Mal auch live gespielt wird. Und dass eine befreundete Architektin froh darüber war, endlich einmal ein Schloss entwerfen zu dürfen.

Von Regine Buddeke

Bis zu 15 000 Euro gibt das Land Jahr für Jahr aus, um die schlimmsten Schäden in der Ortsdurchfahrt von Keller zu beheben. Trotzdem hält Potsdam daran zumindest vorerst fest, dass die Landesstraße an dieser Stelle nicht ausgebaut wird. Das ist das Ergebnis einer kleinen Anfrage, der der CDU-Landtagsabgeordnete Jan Redmann im März gestellt hatte.

21.04.2016

Süß-wilde Instrumentals, betörender Sirenengesang und lockend-klagende Violinen: das ist der Klang von „Huldrelokkk“. Das Damentrio hat sich der Folk-Musik Skandinaviens verschrieben – gepaart mit keltischen Einflüssen. In Köpernitz spielten die drei nicht zum ersten Mal. Auch am Sonnabend verlockten sie die Gäste zu einem Waldspaziergang mit Trollen.

21.04.2016
Polizei Ostprignitz-Ruppin: Polizeibericht vom 18. April - Zwölfjähriger missbraucht Notruf

Ein Zwölfjähriger hat am Sonntag um 16.30 Uhr über Polizeinotruf mitgeteilt, dass zwei Mopedfahrer und vier Fahrradfahrer in der Sonnenallee in Neuruppin gerade versuchten, ein siebenjähriges Kind umzufahren. Die Polizisten trafen aber weder Moped- noch Fahrradfahrer an. Offenbar missbrauchte der Zwölfjährige den Notruf.

18.04.2016
Anzeige