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Ostprignitz-Ruppin Maler-Keramiken in Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Maler-Keramiken in Neuruppin
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00:24 07.12.2015
Besucher der Vernissage. Quelle: Regine Buddeke
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Neuruppin

Der schwarz-weiße Teller wirkt magisch in seinen vier Segmenten: auf einem ein filigraner Kreis. Ein Rad? Eine Orangenscheibe? Ein Netz aus schwarzem Gittergeflecht. Gegenüber ein graziler Paarhufer, mit Hörnern, die an Schneckenfühler erinnern. Ein schöner Teller – die Harmonie zu stören, indem man Obst darauf drapiert, scheint frevelhaft.

Es ist Kunst, keine Gebrauchs-Keramik, was seit Donnerstagabend in der Neuruppiner Galerie am Bollwerk ausgestellt ist. Drei Maler sind es, die sich einen Abstecher in die Welt des Tons gegönnt haben: Ulrike Hogrebe aus dem Westhavelland, Cornelia Schleime, die in Berlin und Ruppin arbeitet und Matthias Zágon Hohl-Stein aus Karwe. Die drei verbindet eine Künstlerfreundschaft – in der kleinen Schau „Malerkeramiken“ ergänzen sich drei Stile.

Leicht macht es die Galerie den 30 Vernissage-Besuchern nicht, neben jedem der Stücke hängt nur ein Punkt mit kaum lesbarer Nummer. Mit dem Werksverzeichnis erst erschließt sich, was von wem stammt. Das ist indes nicht wirklich wichtig. Zumal bei genauem Hinsehen sehr wohl erkennbar ist, dass da sehr unterschiedliche Künstler-Charaktere am Werk waren. Hogrebes Stücke leuchten farbiger als die anderen. „Das ist auch bei meinen Bildern so“, sagt sie. Als einzige „Westlerin“ hat sie bereits in den achtziger Jahren viele Künstler kennengelernt, die aus der DDR ausgereist sind – auch Schleime und Hohl-Stein, die sich aus der oppositionellen Ostberliner Kunstszene kennen. Seitdem gab es immer wieder Begegnungen, etwa bei den Biennalen, die aller zwei Jahre in Hogrebes Dorf stattfinden und wo viele Künstler Brandenburgs ausstellen. Ein paar Bilder hängen auch in der Galerie – um den Kontrapunkt zur Keramik zu setzen. „Ich bin in meiner Keramik viel grafischer“, sagt Hogrebe. „Ich benutze Ton als Bildträger“, sagt die Malerin in ihr.

Teller von Ulrike Hogrebe. Quelle: Regine Buddeke

Anders bei Matthias Zágon Hohl-Stein. „Ich bin ein Zwitter aus Maler und Bildhauer“, sagt er. „Für mich ist jedes Stück auch eine Plastik.“ Ton sieht er eher als Emotionsträger. Für „Liebesvasen“, „Willensvasen“ oder Stücke mit so metaphorischen Titeln wie „Wider die irdische Schwerkraft“, „Nordwind“ oder einfach nur „Übelkeit“. Einige der Stücke stammen noch aus den Achtzigern, manche sind neuer. Das älteste Exponat ist ein Teller von Cornelia Schleime – die krankheitsbedingt der Vernissage fernbleiben musste. „34 Jahre alt“, erklärt Zágon Hohl-Stein, der die Eröffnungsrede hält. Auf den Tellern und Vasen von Cornelia Schleime geht es illustrativ zu wie in ihren Bildern. Eine Giraffe, ein Eingeborener auf einem Kamel zeugen von ihren Afrika-Reisen, eine andere hat Form und Gestalt einer Frau, Brüste und gespreizte Schenkel nehmen das bei Schleime oftmals behandelte Thema von Liebe, Erotik und unverblümter Sexualität auf.

Von Regine Buddeke

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