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Ostprignitz-Ruppin Mancher zu schnell, aber wenige Raser
Lokales Ostprignitz-Ruppin Mancher zu schnell, aber wenige Raser
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17:48 09.02.2017
Auch am Zebrastreifen vor der Kita in der Prinzenstraße fühlen sich Fußgänger oft unsicher. Nicht jeder Autofahrer hat schon begriffen, dass er hier halten muss. Quelle: Alexander Beckmann
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Kyritz

Nur knapp die Hälfte der Kyritzer fühlt sich im Straßenverkehr sicher. In einer Umfrage wollte die MAZ wissen: „Wird Ihrer Meinung nach genügend gegen rasende Kraftfahrer in der Stadt vorgegangen?“ Nur 46 Prozent der Teilnehmer wählte die Antwort „Ja, ich fühle mich sicher. Bis auf Ausnahmen rast hier kaum einer.“ 37 Prozent der Kyritzer sprachen sich hingegen für mehr Kontrollen aus.

Ob in Kyritz wirklich so schnell gefahren wird, das versucht die Stadtverwaltung seit Jahren auch mit Hilfe von Tempoanzeigetafeln zu ermitteln. Drei sind im Einsatz. „Wir haben vor zwei Jahren zusätzliche angeschafft, weil es sich als sehr praktisch erwiesen hat“, sagt Bürgermeisterin Nora Görke. Denn ein Teil der Geräte ist in der Lage, die angezeigten Werte zu speichern. Damit lassen sich dann die Zahl der erfassten Fahrzeuge und ihr Tempo auswerten. An neun Standorten kamen die Tafeln im vergangenen Jahr zum Einsatz. Den dabei ermittelten Daten zufolge hält sich der überwiegende Teil der Kraftfahrer in der Stadt an die Geschwindigkeitsvorgaben.

Meist werden die Vorgaben respektiert

Beispiel Holzhausener Straße: Dort ist die Messtafel auf Dauer installiert. Auf der Straße gilt Tempo 30. Die Grundschule grenzt direkt an. Mit 35 bis 40 Fahrzeugen pro Stunde ist der Verkehr für Kyritzer Verhältnisse recht dicht. Fest steht: Während der Messungen hielten sich 60 bis 65 Prozent der Kraftfahrer an die Vorgaben. Der Rest war aber schneller unterwegs. Wie schnell genau, das geben die Daten nicht her. Die Tafel stuft bereits einen Stundenkilometer über dem Limit als Tempoüberschreitung ein. Folgern lässt sich aber, dass in diesem Bereich kaum regelmäßig gerast wird. Die ermittelte Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 29 Kilometern pro Stunde.

Während der Umleitung durch die Weberstraße (39 Fahrzeuge pro Stunde) verhielten sich die Autofahrer sogar noch gesitteter. Den Messungen zufolge lagen dort nur fünf Prozent überm Limit. Das Durchschnittstempo betrug 25 Stundenkilometer. Im Kuckucksweg und in der Seestraße ging es im vergangenen Jahr ähnlich entspannt zu – zumindest so lange, wie die Messtafeln hingen.

Rüdow macht die Ausnahme

Einen ganz anderen Eindruck hinterließen die Messungen in Rüdow. Am dortigen Messpunkt ist Tempo 30 vorgeschrieben, was 64 Prozent der Kraftfahrer nicht sonderlich interessierte. Durchschnittstempo: 34 Stundenkilometer. Mit acht Fahrzeugen pro Stunde war das Verkehrsaufkommen allerdings vergleichsweise gering.

Dass die Daten nur einen groben Anhaltspunkt bieten, zeigte sich am Ortseingang von Rehfeld aus Richtung Berlitt. Dort wurde laut Messung im Mittel Tempo 62 gefahren. 50 wäre erlaubt. Allerdings reichte der Messbereich standortbedingt deutlich über das Ortseingangsschild hinaus.

Kompliziert ist es auch in der Pritz­walker Straße vor der Carl-Diercke-Schule. Tempo 30 gilt dort nur tagsüber. Sonst darf 50 gefahren werden. Die Messtafel kann dass aber nicht berücksichtigen. Immerhin lässt sich ihren Daten entnehmen, dass es sich mit rund 60 Fahrzuegn pro Stunde um eine der meistbefahrenen Straßen der Stadt handelt: Durchschnittstempo: 34.

Polizei sieht keine Brennpunkte

Im Rathaus hält man die Daten in jedem Fall für wertvoll. „Wir arbeiten da mit der Polizei zusammen“, sagt die Bürgermeisterin. „Bei besonderen Auffälligkeiten bitten wir um Kontrollen.“ Rüdow könnte so ein Fall sein.

Der Pressesprecher der Polizeidirektion in Neuruppin Toralf Reinhardt geht davon aus, „dass es gerade in temporeduzierten Bereichen immer wieder auch zu Geschwindigkeitsüberschreitungen kommt“. Mit Kontrollen lasse sich das positiv beeinflussen und das versuche die Polizei auch. „Im Gegensatz zum Wunsch vieler Bürger nach mehr Geschwindigkeitskontrollen werden die kontrollierenden Polizeibeamten aber nicht selten mit dem Unmut der Betroffenen konfrontiert.“ Da gelte oft das Motto „Schuld sind immer die anderen“. Immerhin stellt Reinhardt aber fest: „Für den Bereich Kyritz existieren keine Unfallschwerpunkte.“

Von Alexander Beckmann

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