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Mangelshorst: Zoff um einen Mähdrescher

Landwirt in Wut Mangelshorst: Zoff um einen Mähdrescher

Zur nächsten Ernte könnte ein Mangelshorster Landwirt ein Problem haben – er hat noch immer keinen Mähdrescher. Seit einem halben Jahr streitet Hubertus Kurrey mit einem Landmaschinenhändler wegen einer nicht ausgelieferten Maschine. Beide Seiten bemühen inzwischen ihre Anwälte.

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Selbstbewusst: Landwirt Hubertus Kurrey.

Quelle: Frauke Herweg

Mangelshorst. Landwirt Hubertus Kurrey geht einem Streit nicht aus dem Weg. Wenn der 71-Jährige sich im Recht fühlt, bemüht er Gerichte und legt sich mit dem Amtstierarzt an. Derzeit streitet der Landwirt aus Mangelshorst bei Fehrbellin mit einem Landmaschinenhändler um einen Mähdrescher, der nicht ausgeliefert wurde. Beide Seiten haben inzwischen zur Durchsetzung ihrer Forderungen Anwälte eingeschaltet. „Ich bin nicht bange“, sagt Kurrey.

Im Mai hatte der streitbare Bauer in der Rhinower Niederlassung der Brandenburger Landtechnik (BLT) einen neuen Mähdrescher gekauft. Rechtzeitig vor der neuen Ernte sollte der Claas Tucano 320 bei Kurrey auf dem Hof stehen. Kurze Zeit später teilte der Verkäufer mit, er könne die Maschine nicht liefern. Der Mähdrescher sei mit seiner veralteten Abgasnorm so nicht mehr zu haben, hieß es. Der Verkäufer bot ein neueres Modell an – 12 000 Euro teurer. Kurrey ging auf die Barrikaden.

Der Landwirt bestand darauf, dass der Landmaschinenhändler den Vertrag genau so erfüllt wie vereinbart. „Beide Seiten haben unterschrieben.“ Von dem neuen Angebot fühlte sich Kurrey übervorteilt. Er ärgerte sich unter anderem darüber, dass der neue Mähdrescher eine Heizung für den Winter haben sollte. „Das braucht kein Landwirt.“

Vergleichsangebot: gebrauchten Mähdrescher abgelehnt

Zwischen der BLT und Kurrey sind viele Briefe hin und her gegangen. BLT-Geschäftsführer Helmut Rothe unterbreitete dem Landwirt ein Vergleichsangebot – einen gebrauchten Mähdrescher. Doch Kurrey ließ sich nicht drauf ein, er will das ursprünglich vereinbarte Modell.

„Dieser Mähdrescher ist lieferbar“, sagt er. „Ich habe den neuesten Stand der Technik gekauft.“ Erst im November hatte ein Bekannter den Mähdreschertyp, den Kurrey im Mai kaufen wollte, auf einer Agrarmesse in Hannover gesehen.

BLT-Geschäftsführer Rothe bestreitet nicht, dass der von Kurrey favorisierte Mähdrescher noch produziert wird – „allerdings nur für die GUS-Staaten“. In Deutschland, wo ungleich strengere Abgasnormen gelten, dürfe der westfälische Mähdrescherhersteller Claas die Maschine nicht mehr verkaufen.

Im Mai, als Kurrey den Kaufvertrag unterschrieb, gab es nach Rothes Angaben noch Restbestände, die veräußert werden durften. Doch als die BLT Kurreys Mähdrescher aus Westfalen anliefern lassen wollte, war im Lager ein solcher Typ nicht mehr zu haben . „So etwas kann passieren“, sagt Rothe. Sein Verkäufer habe sich vor Abschluss des Vertrages erkundigt, ob es den gewünschten Mähdrescher noch gäbe. In der Zeit zwischen Anfrage und Vertragabschluss sei ein anderer Landmaschinenhändler in Deutschland jedoch schneller gewesen.

Verkäufer: „Dann muss man sich irgendwie einigen.“

Anders als Kurrey geht er nicht davon aus, dass ein Vertrag genauso erfüllt werden muss wie er unterschrieben wurde. Rothe verweist auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen, denen ein Kaufvertrag unterliegt. Könne ein Verkäufer eine gewünschte Ware nicht beim Vorlieferanten bekommen, sei er der Pflicht, das Produkt auszugeben, entbunden. „Dann muss man sich irgendwie anders einigen“, sagt Rothe.

Danach sieht es zurzeit nicht aus. „Wir haben mehrere Vorschläge zur Güte gemacht“, so der Neuruppiner. „Alles wurde rigoros abgeschmettert.“ Die BLT und der Mangelshorster Landwirt sind auch uneins darüber, zu welchen Konditionen die alte Landmaschinentechnik, die Kurrey in Zahlung geben wollte, übernommen werden soll. Rothes Anwalt will noch einmal prüfen, ob ein Gegenvorschlag möglich ist. Viel Hoffnung auf eine gütliche Einigung macht sich Rothe allerdings nicht mehr.

Spätestens im nächsten Juli wird Kurrey einen neuen Mähdrescher brauchen. Sollte er dann noch keinen haben, will er einen Dienstleister für die Ernte engagieren. Er lässt kaum Zweifel daran, wem er dessen Dienste in Rechnung stellen will.

Von Frauke Herweg

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