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Manker feiert 650 Jahre

Festumzug und Dorffest zum Jubiläum Manker feiert 650 Jahre

Himmel und Menschen haben sich am Sonnabend auf der Festwiese getroffen, um Rückschau zu halten: auf 650 Jahre Dorfgeschichte und 50 Jahre Jugendfeuerwehr. Das alles war Grund für einen prächtigen Festumzug und eine Riesensause.

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Kossäten, Bauern, Dorfschulze oder Schmied – die Kostüme zeigten den bunten Querschnitt durch die Jahrhunderte.

Quelle: Regine Buddeke

Manker. Die Grünflächen sind so akkurat geharkt wie lange nicht – da liegt kein Hälmchen schief. Oma in Kittelschürze steht am Pumpenschwengel, Opa etwas weiter mit der Kuh am Strick – beide liebevoll aus Stroh gebastelt. Vor vielen Grundstücken in Manker hängen Wimpel und Ballons, stehen Strohpuppen, die sich unters echte Volk mischen, das die Straße säumt. Alle warten auf den Festumzug. Thomas und Jana Lehmann verraten den Anlass: 650 Jahre Manker – so steht es in Goldlettern auf beider Cowboyhut. Das muss gefeiert werden – am Sonnabend steigt die große Sause.

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In Manker wurde am Sonnabend mit großem Tamtam gefeiert - 650 Jahre Dorfgeschichte sind Grund genug für einen rauschenden Festumzug, Spiele, Spaß und jede Menge Musik. Der Festumzug war ein echter Augenschmaus für die vielen Besucher.

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Hinter dem schmetternden Fanfarenzug aus Hohen Neuendorf wälzt sich ein langer Strom über die Dorfstraße. 650 Jahre – Manker blickt auf eine lange Geschichte zurück, die mit der Erwähnung von Nycolaus Manquer 1365 begann; Hans Schütte von Manquar wird 1542 Besitzer des Rittergutes. Im „reichen und wohlangebauten“ Dorf gibt es Lehnschulzen, Bauern, Kossäten, Schmied und Bäcker, Siedler, Knechte, Mägde. Sie alle sind beim Festumzug dabei: Die beiden Schmiede hämmern auf ihrem Wagen auf glühendes Metall ein, von einem anderen reicht der Bäcker auf langem Holz Kostproben an die Umstehenden. Die Kossäten tragen Lederwams, man sieht Bauersfamilien mit Sense, Kind und Kegel, ein Wasserträger schleppt sein Joch. Strickende Frauen in Spitzenhäubchen winken vom Wagen, nur die Spinnerin muss beide Hände am Rad behalten. Die Mitglieder des Protzener Dorf-Torf-Schulmuseums haben ihr mobiles Inventar mitgebracht und reiben marschierend über Waschbretter, hintan werden die riesige alte Wäschemangel und die Urwaschmaschine gezogen, die wie ein Holzzuber aussieht.

Wie in alten Zeiten sehen Mattes und Finna aus – die kleinen Krabben sind aber ganz moderne Kinder

Wie in alten Zeiten sehen Mattes und Finna aus – die kleinen Krabben sind aber ganz moderne Kinder.

Quelle: Regine Buddeke

Dazwischen Volk aus aller Herren Zeiten, Kinder in Matrosenanzügen, Schützen in Uniform, Fürsten und Arme, Grazien im Mittelalterkostüm und ihre Minnesänger. Nicht fehlen darf die Feuerwehr, denn auch das 50-jährige Bestehern der Mankeraner Jugendwehr wird am Sonnabend gefeiert. Feuerwehrleute aus längst vergangenen Zeiten winken von ihren teils ebenso antiken Löschfahrzeugen. Es dauert eine gute halbe Stunde, bis es der lange Zug auf die Festwiese geschafft hat. Dort wird – nach dem Salut der Fehrbelliner Schützen – erst einmal gedankt, geehrt, gegrüßt. Fehrbellins Bürgermeisterin Ute Behnicke kommt aus den historischen Kostümen seit der Schlacht bei Hakenberg kaum noch heraus, bekennt sie, als sie Mankers Bürgermeister Wolfgang Gaetke, im braunen Mittelalter-Wams, zum Umzug beglückwünscht. Der ist auch stolz: „Es ist ein Umzug, wie ich ihn hier noch nie so prächtig gesehen habe“, sagt er strahlend und dankt der Jugend, dass sie ihn so tatkräftig unterstützt hat. „Ich kann jetzt sogar whatsappen“, verschließt er sich moderner Kommunikation nicht. Modernen Windrädern dagegen schon – zumindest in Ortsnähe. „Diesen Scheiß wollen wir hier nicht“, sagt er ins Mikro und dankt dem Mankeraner Anton Henning samt Mitstreitern für das Anti-Windkraft-Engagement. Und dafür, dass er Manker zum Vorort von New York gemacht hat – spielt Gaetke scherzhaft auf die weltweiten Ausstellungen des Künstlers an.

Die Linower Feuerwehr auf dem Festplatz mit historischer Spritze

Die Linower Feuerwehr auf dem Festplatz mit historischer Spritze.

Quelle: Regine Buddeke

Geboten wird noch mehr. Bald wird es spaßig auf der Bühne. Cindy aus Marzahn moderiert besenschwingenden Herren, Nina Hagen, die singende Trinkerin mit „dem besten, was mir je passiert ist“, Nana Muskouri und Rotkäppchen und den Wolf – allesamt vom Fehrbelliner Karnevalsklub.

Cindy aus Marzahn – natürlich nur ein Double aus dem Fehrbelliner Karnevalsklub

Cindy aus Marzahn – natürlich nur ein Double aus dem Fehrbelliner Karnevalsklub.

Quelle: Regine Buddeke

Dicht gedrängt sitzen die Mankeraner auf der sonnigen Wiese und genießen die Schau. Etwas weiter wird es nass. Die Linumer Feuerwehr ist mit einem historischen Löschfahrzeug und einem trinkfreudigen Wehrleiter angereist – mit Pickelhaube und Nachthemd wird gelöscht, was das Zeug hält – allerdings ist das Feuer schon aus, bis die kreisende Flasche zum Vorher-Mut-Antrinken leer ist. Nass wird es dennoch, auch für die Zuschauer, wenn der wildgewordene Schlauch seinem Löscher aus den Händen tanzt.

Der Feuerwehr-Jugendwart Olaf Gaetke – Mankers Wehr ist Gaetke-Dynastie – singt später Schlager. In einem Zelt kann die Manker-Story in Form von Fotos besichtigt werden – dicht drängt sich die Menge vor den historischen Aufnahmen. Auch das Kegeln und der Schießstand sind immer umlagert. Es gibt mittelalterliche Auftritte des Inselvereins Protzen, der Polizeihundesportverein aus Neuruppin zeigt seine Arbeit, ein paar Fallschirmspringer werden auch noch erwartet. Nach dem Auftritt des Wittenberger Shanty-Chores gibt es Tanz bis in die Nacht: 650 Jahre sind ein guter Grund, mal zünftig durchzufeiern.

Von Regine Buddeke

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