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Marathon-Lesung zum Jubiläum

Buskow Marathon-Lesung zum Jubiläum

Zehn Autoren lasen am Sonnabend auf dem Bodoni-Vielseithof in einer „Marathon-Lesung“ und feierten damit das 25-jährige Bestehen der edition Bodoni, die sich als Nischenverlag einen Namen gemacht hat. Außerdem wird in Buskow die Kunst der schönen Letter gehegt und gepflegt. Auch am Sonnabend wurden Heine-Texte im Bleisatz gedruckt.

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Zehn Autoren lasen, rund 40 Zuhörer lauschten.

Quelle: Regine Buddeke

Buskow. Am Anfang flimmert ein Video über die Leinwand: Es zeigt den Aufbau des Messestandes der Edition Bodoni im Jahre 2012. Einige der Autoren des kleinen feinen Verlages sind tatsächlich auf der Buchmesse über Verleger Marc Johne „gestolpert“ – etwa Gundula Engstner. Viele aber verbindet auch schon eine jahrzehntelange Verbindung mit der Edition, die am Sonnabend mit einer Marathonlesung ihr 25-jähriges Bestehen feierte. Der Termin 7. Oktober – der Tag der Gründung der DDR – ist nicht ganz zufällig gewählt: Zum einen werden in Buskow in der Hauptsache Bücher verlegt, die sich mit der DDR-Geschichte beschäftigen und auch kritisch auseinandersetzen. Desgleichen natürlich auch mit Politik und Historie der Bundesrepublik Deutschland.

Autor Peter Brandt

Autor Peter Brandt.

Quelle: Regine Buddeke

„Darüber hinaus war es ein 8. Oktober, an dem wir unsere erste ISBN-Nummer erhielten“, erzählt Verleger Marc Johne, der die Liebe zur Letter von seinem Vater, dem namhaften Typografen und Schriftdozenten Klaus Johne in die Wiege gelegt bekam.

Die Edition Bodoni entstand 1992 aus der Idee, den Gedanken von guter Typografie zu verbreiten. Die Lust, guten Geschmack zu initiieren, befeuert die Gründer bis heute. Die Autoren des Verlages sind großteils renommierte Gesellschaftswissenschaftler und Historiker: Es entstanden zahlreiche Bücher zu gesellschaftlichen Nischenthemen. Dazu Memoiren, Biografien, Almanach-Ideen zu Heinrich Heine, Ernst Busch, Theodor Fontane, Sigmund Freud, Karl Marx und vielen mehr. Und viele Blätter werden – gern auch bei den Konzerten und Lesungen, die auf dem Bodoni-Vielseithof stattfinden – auch mit alter Drucktechnik gesetzt und gedruckt. Marc Johne hat eine museumsreife, aber funktionstüchtige Druckmanufaktur von Berlin nach Buskow geholt. Die kommt auch am Sonnabend zum Einsatz: mit im Bleisatz gedruckten Textzitaten Heinrich Heines, dem die Edition alljährlich einen besonderen Abend widmet.

Arnold Pistiak

Arnold Pistiak

Quelle: Regine Buddeke

Zum 25. Geburtstag haben sich zehn Autoren des Verlages bereiterklärt, aus ihren Büchern zu lesen. „Jeder zehn Minuten“, erklärt Marc Johne den rund 40 Besuchern. Der begriff Marathon sei also nicht ganz wörtlich zu nehmen – es bleibt noch genug Zeit für Geburtstagskuchen sowie Erbseneintopf mit Würstchen. Für Gespräche und Erinnerungen – und zum Blättern im umfangreichen Verlagsprogramm.

Den Autorenreigen eröffnet Evamaria Engel, die eine Anthologie aus Erinnerungen von Frauen zusammengetragen hat. Wie alle folgenden Autoren bedankt sie sich für die Zusammenarbeit und gesteht, ein Teil der „Bodoni-Familie“ zu sein – gut aufgehoben und gut verlegt. „Für mein Buch war nie genug Karton da – es erschien in drei verschiedenfarbigen Umschlagvarianten“, erinnert sie sich. „Die Mangelwirtschaft der BRD“, sagt Johne verschmitzt. Geschichtskoryphäe Siegfried Prokop liest aus „Die DDR hat’s nie gegeben“ – der Titel sei übrigens nie missverstanden worden, erklärt er. Hans Kaschade war einst Vize-Chef im Ministerium für Kohle und Energie der DDR – er las zum Thema Energie.

Christa Kouschil – Lektorin bei Bodoni – hier als Autorin

Christa Kouschil – Lektorin bei Bodoni – hier als Autorin

Quelle: Regine Buddeke

„Je mehr Flaschen am Tisch, desto besser“, sagt zweideutig Gerhard Engel – flankiert von zwei Rotkäppchen-Sektflaschen. Die Anspielung geht in Richtung der Politiker, die er stante pede aufs Korn nimmt: mit Zitaten des „absichtsvoll vergessenen“ Literaturkritikers Rudolf Franz. Dessen Leitfaden für Politiker ist nicht nur scharf und amüsant – er lässt zudem nicht selten den Verdacht aufkommen, die Satire sei Pflichtlektüre für heutige Politiker. Das Publikum lacht mehr als einmal belustigt auf. „Schöne Lesung“, sagt Volker Büttner, Vorsitzender des Kulturbeirates Neuruppin und häufiger Gast in Buskow. „Es berührt – mal peripher, mal direkt – mein Leben.“

Eine Überraschung ist, dass auch Christa Kouschil liest: Die Historikerin ist eigentlich als langjährige Lektorin des Verlags bekannt – viele der Autoren zollen ihr Lob und Dank. Auch Kouschils Buch erscheint in der Edition Bodoni.

Von Regine Buddeke

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