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Marathon der Öko-Autos

Neuruppin Marathon der Öko-Autos

Neuruppiner Schüler wollen beim Shell-Eco-Marathon 2017 in London beweisen, mit wie wenig Energie Elektrofahrzeuge auskommen können. Das Oberstufenzentrum startet schon zum elften Mal bei dem Internationalen Rennen, die Evangelische Schule ist zum vierten Mal dabei. Sie messen sich mit Forschern aus aller Welt – mit Erfolg.

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Stefanie Schilling von der IHK-Stiftung lässt sich von Arik Noack das Einsteigen erklären. Die Stiftung unterstützt die Neuruppiner Teams.

Quelle: Reyk Grunow

Neuruppin. Wenn sich Arik Noack auf dem Fahrersitz des Autos niederlässt, erinnert das an die japanische Papierfaltkunst Origami. Nur mit ausgefeiltem Bewegungsablauf kommt der 1,90 Meter große Abiturient von der Evangelischen Schule in den winzigen Rennwagen. Irgendwann sitzt der 18-Jährige dann aber sicher in der spartanischen Plastikschale, die für den Piloten vorgesehen ist.

Zum dritten Mal soll Arik Noack das Ruppin Jet Car am kommenden Wochenende beim Shell-Eco-Marathon über die Rennpiste steuern. Zum elften Mal beteiligen sich junge Tüftler und Automobilbauer aus Neuruppin an dem internationalen Rennen der ökologischsten Fahrzeuge weltweit. Team von Spezialisten aus diversen High-Tech-Universitäten treten beim Shell-Eco-Marathon mit den von ihnen entwickelten Öko-Mobilen an. Jeder will beweisen, dass sein Fahrzeug noch weniger Energie für den Antrieb braucht als alle anderen. Jahrelang tüfteln Ingenieure und Wissenschaftler an Antriebstechniken, Stromspeichern, dem Windwiderstand. Und mit all denen messen sich die Neuruppiner Schüler – mit beeindruckendem Erfolg.

Am Freitag wurden die beiden Neuruppiner Teams  nach London verabschiedet

Am Freitag wurden die beiden Neuruppiner Teams nach London verabschiedet.

Quelle: Reyk Grunow

Der Automobilentwickler Christian Wenger-Rosenau aus Nietwerder hat die Jugendlichen und ihren Ausbilder Detlef Gebert vor elf Jahren für die Idee begeistert. Über viele Jahre hat Gebert begleitet, wie die Schüler des Oberstufenzentrums (OSZ) in Neuruppin und später auch der Evangelischen Schule ihr Rennfahrzeug von Jahr zu Jahr verbessert haben. Autos mit Elek­troantrieb wurden damals eher belächelt. „Am Anfang hab ich noch damit zu kämpfen gehabt, dass ich für viele Leute ein Spinner bin“, erinnert sich Gebert. „Dabei haben wir den Grundstein für die Elektromobilität in Neuruppin gelegt.“

Zwar ist der Shell-Eco-Marathon mit seinen oft futuristisch wirkenden Fahrzeugen ein Wettbewerb der Entwickler und Forscher. Doch das Ziel dahinter ist keines fürs Labor: Die Tüftler wollen helfen, Fahrzeuge zu entwickel, wie sie wirklich im Alltag gefahren werden können.

Eins Auto ist reines Experiment, eines tauglich für den Alltag

Seit vier Jahren starten die Neuruppiner mit zwei Teams bei dem Rennen. Die Mannschaft des OSZ will mit ihrem Experimentalfahrzeug beweisen, wie wenig Energie man braucht, um irgendwie voranzukommen. Das Team der Evangelischen Schule startet in der Kategorie „Urban Concept“ und will zeigen, wie ein energiesparendes Alltagsauto aussehen könnte. Technik aus dem Modellsport und Hightech aus der Fahrradentwicklung stecken in beiden Fahrzeugen, dazu kommt jede Menge Elektronik.

Während das Experimentalfahrzeug des OSZ mit einer Batterieladung rund 7500 Kilometer schafft, reicht der Energiespeicher vom Format eines Konfektkastens im Alltagsmobil des Evi-Teams nur rund 1500 Kilometer. Rechnet man die Ausbeute aber in Benzin um, würden fünf Liter ausreichen, um einmal die Erde zu umrunden, sagt Christian Wenger-Rosenau.

Klein und leicht muss die Technik sein

Klein und leicht muss die Technik sein. Manches stammt aus dem Fahrrad- und aus dem Modellbau, kombiniert mit Elektronik

Quelle: Reyk Grunow

Im vorigen Jahr wurde das Evi Vize-Europameister in seiner Klasse; das OSZ schaffte es auf einen hervorragenden achten Platz unter den Forschermannschaften aus aller Welt. Das würden die Jugendlichen diesmal gern überbieten. Doch die Konkurrenz wird von Jahr zu Jahr größer. „Vor vier Jahren hatten wir noch sechs Teams in unserer Klasse, von denen sechs nicht einmal bis ins Ziel gekommen sind.“, erinnert sich Entwickler Wenger-Rosenau: „Heute sind es 50 Mannschaften.“

Am Montag brechen die Mannschaften von Neuruppin aus in Richtung London auf. Dort kämpfen vom 25. bis 28. Mai insgesamt 192 Team aus 27 Länden Europas und Afrikas um den Sieg. Größte Herausforderung für die meisten: die technische Prüfung vor dem Start. Die Anforderungen werden von Jahr zu Jahr größer, auch die Neuruppiner Schüler mussten ihre Fahrzeuge an diversen Stellen aufrüsten. Eine Neuruppiner Firma hat extra für das Rennen sogar Spezialbremsscheiben angefertigt.

Von Reyk Grunow

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