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Ostprignitz-Ruppin Marc Bogaerts trainiert Neuruppiner Eleven
Lokales Ostprignitz-Ruppin Marc Bogaerts trainiert Neuruppiner Eleven
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00:17 10.05.2017
Tennis ist auch nur ein Tanz. Quelle: Regine Buddeke
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Neuruppin

„Meine Heimat ist da, wo meine Füße sind“, sagt Marc Bogaerts. Insofern war die Choreographie-Legende, die in mehr als 40 Jahren weltweit mit mehr als 50 renommierten Ensembles aus Oper, Ballett und Zirkus gearbeitet hat, am vergangenen Wochenende in Neuruppin beheimatet. Genauer im Ballettsaal der Jugendkunstschule, wo er mit Gritt Maruschkes Eleven eine Choreographie einstudierte. „Das hier ist mein Wohnzimmer“, sagt er mit ausschweifender Armbewegung. „Und ich habe mir viele Gäste in mein Wohnzimmer eingeladen.“ Es sei ein Vergnügen gewesen, mit den jungen Leute zu arbeiten, bekennt er. Auch wenn die natürlich nicht so abgehärtet seien wie Profitänzer. „Aber damit muss man leben.“ Ohnehin sei seine Devise: Ob Laie oder Profi, Stadt oder Land, Alt oder Jung: „Es sind Menschen, für die ich verantwortlich bin. Ich muss wissen, wie hoch oder wie tief ich greife. Voilá!“ Da kommt der gebürtige Belgier im Kosmopoliten durch, der in Berlin lebt. Zumindest dann, wenn dort seine Füße sind.

Meister und Schüler. Quelle: Regine Buddeke

Nach Neuruppin hat es ihn eher durch Zufall verschlagen. „Er suchte über den Verband der Musik- und Kunstschulen Brandenburgs eine Assistentin“, erinnert sich Gritt Maruschke, die an der Jugendkunstschule die Tänzerinnen trainiert. Eine von ihren Mädels sei daraufhin mit Gritt Maruschke nach Luckenwalde gefahren, wo Bogaerts im Vorfeld des „Sound City Festival“, einem alle zwei Jahre stattfindenden Event des Verbandes, mit diversen Sportvereinen Choreographien einübt, die dann in einer großen Show „Sport needs music“ (Sport braucht Musik) zusammenfließen. „Bogaerts hat mich dann gleich auch noch engagiert“, erinnert sich Gritt Maruschke an das Treffen im Februar. Sie vertritt den Meister diese Woche in Luckenwalde bei den Sportlern. „Ich hatte ja gehofft, mit ihm zusammen zu arbeiten“, sagt sie. Aber das vergangene Trainingswochenende habe ihr schon viel Einblicke gegeben. Er habe damals gefragt: „Hast du da Mädels zum Arbeiten? Dann komme ich nach Neuruppin.“ Gritt Maruschke hatte – ein Glücksfall. „Man hat ja nicht alle Tage so eine Koryphäe im Haus“, schwärmt sie. Und seine Art zu arbeiten habe sie schon lange fasziniert. „Er beginnt Bewegungen vom Kopf aus. Ich bisher immer von den Füßen her“, sagt sie. Spannend sei auch, dass er komplett ohne Musik arbeitet – die fließe dann erst später ein.

Pas de deux: Marc Bogaerts und Gritt Maruschke. Quelle: Regine Buddeke

Auch die Neuruppiner Jugendkunstschule wird beim Event in Luckenwalde Ende Juni dabei sein: mit Bands und Bildender Kunst, mit der Schauspieltruppe „Say never“ und natürlich den Tänzern. Letztere haben viel gelernt bei Bogaerts. „Schon spannend, wie ein Profi an die Sache rangeht“, sagt Jenny Guhl. „Wir wussten vorher nicht, was auf uns zukommt. Es war schnell – und dann noch überraschend der Tennisschläger“, sagt sie – denn der dreiminütige Tanz ist quasi ein Tennis-Match. „Requisiten sind schon eine Herausforderung. Bei der Hebefigur mussten wir erst überlegen, wohin damit“, so Maruschke. Am Freitag habe ein Tennislehrer zuerst das Einmaleins des Tennis erklärt, bevor Bogaerts zum Zuge kam. Und den Mädels beibrachte, dass der Kopf die Füße lenkt. „Er war lustig. Hat Geschichten erzählt. Und hat durchgegriffen, wenn es ein musste“, sagt Jenny Guhl. „Cool, mit so einer großen Persönlichkeit zu arbeiten“, bestätigt Adina Blanke. „Diese Raffinesse, die er uns versucht hat zu vermitteln. Ich habe viel mitgenommen – nicht bloß Muskelkater.“

Touché!: Tennis Match getanzt. Quelle: Regine Buddeke

Auch Kunstschulleiterin Monika Meichsner war vor Ort – sie hat beobachtet, wie diszipliniert die Mädchen auch am Sonnabend, acht Stunden lang, für den dreiminütigen Tanz trainiert haben. „Drei Minuten klingt wenig. Aber es ist harte Arbeit.“ Und dennoch ist längst nicht alles perfekt – bis Luckenwalde ist es noch ein Stück Weges.

„Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden“, sagt Marc Bogaerts am Ende. Obwohl es sein Beruf sei, unzufrieden zu sein. „Künstler sind nie deine Freunde – sondern das Material, mit dem du gemeinsam schöne Momente kreierst.“ Bestenfalls seien es drei Minuten, in denen das Publikum – der große Voyeur – sich selbst vergisst. „Das ist für uns erregend.“

Von Regine Buddeke

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