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Ostprignitz-Ruppin Marcia Zuckermann las in Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Marcia Zuckermann las in Neuruppin
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00:26 21.03.2018
Marcia Zuckermann in der Fontanebuchhandlung. Quelle: Buddeke
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Neuruppin

Das Cover verspricht schon vor dem Lesen, dass das Buch einigermaßen verrückt sein könnte: da fliegt ein Fahrrad mit einer Menora um die Wette, vorbei an einem Fabrikschlot mit gehisster roter Kommunistenfahne – ein abgeschabter Koffer und gebündelte Zeitungen verraten gelebte Geschichte.

Um nichts anderes geht es in Marcia Zuckermanns Buch „Mischpoke“ – eine turbulente Familiensaga in bester jüdischer Erzähltradition. Die Autorin – 1947 in Ostberlin geboren – hat humorvoll und ironisch, tragisch und komisch die Geschichte des Familienoberhauptes Samuel Kohanim zu Papier gebracht, dem seine Frau „sieben biblische Plagen“ gebar – so werden die Kohanim-Töchter genannt.

Das Autoren-Debüt von Marcia Zuckermann war ein Wenderoman

Eine von ihnen ist die Mutter der Autorin, die anderen sechs ihre Tanten: Selma mit dem religiösen Spleen, die Lügenerzählerin Martha, Fanny die Heiratsunwillige, Elli der Wildfang, die stolze, schöne Franziska. Am Sonntag, getreu dem Motto der Lesereihe „Immer 18. bei uns!“, las die Autorin daraus in der Fontanebuchhandlung vor 50 Zuhörern.

Marcia Zuckermanns Buch strotzt vor Leben, Philosophie, Historie und Politik – vieles ist ihrer eigenen Geschichte entlehnt, in der sich zwei Familien kreuzen: eine jüdische und deutsch-russischer Adel. Gemeinsam haben sie den Hang zum Nonkonformismus, zu Außenseitern und Querköpfen.

„Mischpoke“ soll demnächst verfilmt werden

Marcia Zuckermanns Vater überlebte das Dritte Reich nur knapp. „Nur weil er am höchsten Schornstein Berlins die rote Fahne gehisst hat, musste er für 15 Jahre ins Zuchthaus Brandenburg.“ Sein Kalfaktor dort war Erich Honecker. „Mein Vater hasste den seitdem wie die Pest“, erinnert sich die Autorin, deren protestantische Mutter als Kommunistin im Widerstand agierte.

Ihr Vater überlebte Buchenwald – die Familie landete wieder in Ostberlin. 1958 musste sie die DDR als Dissidenten verlassen. Marcia Zuckermann erzählt von der Magie in „Mischpoke“: von einem genialen Pianisten mit zwölf Fingern – man hört Musik von Chopin und später ein jiddisches Wiegenlied voll Schmerz, Abschied und Tod. Die Gäste lauschen still.

„Mischpoke“, so erzählt die quirlige Autorin, wird demnächst als Sechsteiler fürs Fernsehen gedreht – es laufen Gespräche mit dem ZDF. Und auch eine Fortsetzung für die Familiensaga soll es geben. Die 70-Jährige schreibt derzeit an „Schlamassel“.

Von Regine Buddeke

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