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Marihuana-Dealer muss lange in den Knast

Androhungen wie bei der Mafia Marihuana-Dealer muss lange in den Knast

Das Urteil ist gefallen: Ein 37 Jahre alter Familienvater aus Lindow muss für viele Jahre hinter Gitter. Er hatte unter anderem im großen Stil mit Marihuana gehandelt. Schon zuvor war er kein unbeschriebenes Blatt. Als einer seiner Helfer eigenmächtig die Drogen verkaufte, ging er einen Weg, der an Mafia-Strukturen erinnert.

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Im Namen des Volkes: Am Montag fällte die dritte Große Strafkammer des Landgerichts Neuruppin das Urteil: Sieben Jahre wegen Drogenhandels.

Quelle: dpa

Neuruppin. Für Staatsanwalt Philip Schumacher steht fest: Die Anklage hat sich bestätigt. Demnach hat Mario G. aus Lindow mit Drogen in großem Stil gehandelt. Von Dezember 2014 bis zu seiner Festnahme im Oktober 2015 brachte er Marihuana im hohen zweistelligen Kilogrammbereich, um die 200 Gramm Kokain und 800 Gramm Amphetamine in Umlauf. Sieben Jahre Freiheitsstrafe forderte der Staatsanwalt für den 37-jährigen Familienvater.

Gericht schloss sich Forderung der Staatsanwaltschaft an

Die dritte Große Strafkammer des Landgerichts Neuruppin entschied am Montag genauso. Mario G. muss für sieben Jahre ins Gefängnis. Die Richter hatten ebenso wie Staatsanwalt Schumacher keinen Zweifel, dass die Aussage des Hauptbelastungszeugen Sebastian K. glaubwürdig war. Der 21-Jährige, der vom Angeklagten zu Hilfsdiensten herangezogen worden war, hatte diesen ans Messer geliefert, nachdem er ein Kilogramm Marihuana auf eigene Faust verkauft hatte. Der Deal flog auf und Mario G. forderte von Sebastian K. 20 000 Euro als entgangenen Gewinn. Denn nicht nur das eine Kilogramm Marihuana war verschwunden, sondern die gesamten, in einem Erdversteck gelagerten, Drogen. Da Sebastian K. nicht zahlte, bekam seine Mutter ungebetenen Besuch, der drohte, das Haus abzufackeln, wenn das Geld nicht fließen würde.

„Die Entstehungsgeschichte spricht dafür, dass Sebastian K. die Wahrheit gesagt hat“, sagte die Vorsitzende Richterin Grit Burzer. Sebastian K. sei selbst zur Polizei gegangen, ohne dass vorher eine Durchsuchung bei ihm stattgefunden habe. Dass bereits ein Ermittlungsverfahren gegen ihn lief, wusste er zum damaligen Zeitpunkt nicht. Zudem gebe es nicht nur die Aussage von Sebastian K., sondern auch die Vernehmung eines anderen Abnehmers des Angeklagten, dem er Amphetamine verkaufte. Er und seine Freundin hatten vor der Polizei ausgesagt, sich vor Gericht aber auf ihr Aussageverweigerungsrecht berufen. Die damaligen Vernehmungsbeamten wurden vor Gericht gehört. Danach konnten sie die Version von Sebastian K. bestätigen, dass der Angeklagte die Drogen in Erdverstecken aufbewahrte. Außerdem habe er so genannte Läufer eingesetzt. In dieser Funktion war Sebastian K. auch für Mario G. tätig. Eine Funktion, die eher seiner Persönlichkeit entsprach.

Hauptbelastungszeuge war die ideale Hilfskraft, aber nicht Drahtzieher

Staatsanwalt Schumacher hielt es für ausgeschlossen, dass Sebastian K. „der große Zampano“ war. „Er war die ideale Hilfskraft, die mit dem Fahrrad die Erdverstecke abklapperte.“ K. wäre anders als der Angeklagte gar nicht in der Lage, solche Drogengeschäfte abzuwickeln. Er konnte auch nicht erkennen, dass gegen den Angeklagten ein Komplott geschmiedet wurde, um diesen hinter Gitter zu bringen.

Für Verteidiger bleibt ein „schaler Beigeschmack“

Das traute auch Verteidiger Tzschoppe dem 21-Jährigen nicht zu. Er ging aber davon aus, dass nicht alles, was Sebastian K. gesagt hat, wahr ist. Denn K. habe ein erhebliches Interesse daran, dass ihm seine Aussage in seinem eigenen Verfahren zugutekommt. Außerdem sollten die Richter die Relation wahren. Wirtschaftsbetrüger kämen häufig mit Bewährungsstrafen davon. „Zugegeben, es ist eine Menge Gras“, sagte Tzschoppe. Er hielt die vom Staatsanwalt beantragte Strafe für viel zu hoch. Komme das Gericht zu der Überzeugung, dass Mario G. mit Marihuana gedealt habe, dann solle es deutlich unter den vom Staatsanwalt beantragten sieben Jahren bleiben. „Sie entscheiden über seinen weiteren Lebensweg“, so Tzschoppe. Denn dazu kommt noch eine Strafe von anderthalb Jahren aus einem vorangegangenen Urteil, ebenfalls wegen Drogenhandels, das damals zur Bewährung ausgesetzt worden war. „Solche Strafen vernichten Existenzen. Dann ist er rechtzeitig raus, wenn seine Tochter zur Jugendweihe oder zur Konfirmation geht“, sagte Tzschoppe. Für ihn blieb ein „schaler Beigeschmack“, denn es seien noch viele Fragen offen.

Das sah das Gericht offensichtlich anders. Alles in allem ergab die Aussage von Sebastian K. „ein stimmiges Bild“. Und das zeigt Mario G. als Drogendealer.

Von Dagmar Simons

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