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Marlen Matthes fertigt Hundehalsbänder

Hakenberg Marlen Matthes fertigt Hundehalsbänder

Aus einer Idee wurde ein Geschäft: Marlen Matthes schneidert Hundehalsbänder- und Geschirre. Nach Maß, individuell und so, dass es das Tier nicht beeinträchtigt. Die Ex-Berlinerin wohnt seit einiger Zeit in Hakenberg, wo sie 300 Tiere hält, jagen geht und sich im Verein für das Dorfleben engagiert.

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Marlen Matthes arbeitet noch mit einer alten Tret-Nähmaschine.

Quelle: Dagmar Simons

Hakenberg. Schuld ist die alte Singer-Nähmaschine, die noch vom Großvater einer Freundin stammt. „Ich konnte gar nicht nähen“, sagt Marlen Matthes aus Hakenberg. Das kann sie mittlerweile, jedenfalls für Hunde. Denn die sind ihre Klientel. Als sie noch in Berlin lebte, mit, wie sie sagt, gefühlt anderthalb Millionen Hunden, fiel ihr immer wieder auf, dass die meisten keine ordentlichen Halsbänder trugen. Dem wollte die 49-Jährige Abhilfe schaffen. Zunächst fertigte sie eines für ihren eigenen Hund an, aus weichem Material, versehen mit dem Namen des Tieres und der Telefonnummer seines Besitzers. Das hat einen einleuchtenden Grund. Begegnet einem ein großer Hund ohne Herrchen in der Nähe, geht man normalerweise nicht einfach hin, packt ihn am Hals und guckt nach der Hundemarke. Bei Marlen Matthes sind Name und Telefonnummer unübersehbar. So hat man die Möglichkeit, den Hundehalter gleich über Handy zu informieren.

Aus einem Halsband wurden viele und daraus entwickelte sich dann eine weitere Geschäftsidee. „Wenn ich Halsbänder machen kann, dann schaffe ich auch Hundegeschirre“, sagte sie sich. Leute, die im Laden nichts passendes finden wie beispielsweise für einen Yorkshire-Welpen, kann sie ebenso bedienen wie solche, die körperliche Beeinträchtigungen haben. Wie beim Maßschneider werden die Geschirre individuell angefertigt, der Hund zuvor vermessen. „Es ist nichts von der Stange“, sagt die gelernte Restaurantfachfrau. Sie arbeitet nach Wunsch, allerdings nicht mit Strass, Perlen oder sonstigem Schmuck. Ihre Prämisse ist, dass es gesund für den Hund sein muss, dazu hat sie mit einer Hundephysiotherapeutin zusammengearbeitet.

In ihrer fünfjährigen Tätigkeit hat sie nur einmal einen Auftrag abgelehnt: Der Hund hieß „Scheißi“. Den Namen auf ein Halsband zu sticken, hat sie sich schlicht und einfach geweigert.

Bei der Landwirtin tummeln sich 300 Tiere auf dem Hof

In Berlin hatte sie eine große Werkstatt mit einer Schuster- und Pelzmaschine. Nach ihrem endgültigen Umzug 2013 nach Hakenberg musste sie sich von einigem trennen und sich verkleinern. Doch das tut dem Geschäft keinen Abbruch, wobei es durchaus Schwankungen gibt. „Manchmal bekomme ich eine Woche keinen einzigen Auftrag. Dann denke ich, ich kann zumachen und dann klingelt das Telefon.“

Doch auch ohne ihre Halsbandmanufaktur wird ihr nicht langweilig. Die Landwirtin und ihr Mann halten 300 Tiere, darunter zwölf Wildschweine. „Die haben in der Erde gewühlt und Geburtstag gehabt, bevor sie geschlachtet werden“, sagt die passionierte Jägerin. „Wir haben alle Viecher, außer Rinder. Wir halten, weil es Spaß macht.“ Und sie verkaufen: Wild, Kaninchen und Eier sind derzeit zu haben.

Nicht zu vergessen – es gehören noch drei Hunde zum Haushalt, alles Jagdhunde. Enzo, ein ungarischer Vorstehhund, ein so genannter Vizsla, ist „ihr Schatten“, wie sie sagt. Alle Tiere zu versorgen, ist kräftezehrend. „An guten Tagen schaffe ich bis zu 21 Kilometern.“ Da braucht man kein Fitnessstudio mehr. Weil Marlen Matthes offensichtlich noch nicht ausgelastet ist, engagiert sie sich noch im örtlichen Heimatverein. Sie ist Mitinitiatorin des Hakenberger Weihnachtsmarktes, der im vergangenen Jahr Premiere hatte. „Es war ein Traum. Wir hatten zwischen 2000 bis 3000 Besuchern. Wir haben ja auch was geboten“, sagt sie. Und verspricht, dieses Jahr werde es noch besser. Außerdem will der Verein demnächst Kino in der Kirche anbieten.

„Wenn Außenstehende denken, im Dorf ist nichts los, dann stimmt das nicht“, sagt Marlen Matthes. Das ist auch mit ihr Verdienst.

Von Dagmar Simons

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