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Marlies Wöllner ist 100. Ehrenamtlerin des Monats

Wittstock Marlies Wöllner ist 100. Ehrenamtlerin des Monats

Marlies Wöllner wurde am Donnerstag von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) als 100. Ehrenamtler des Monats geehrt. Die Seniorin gibt in Wittstock Deutschunterricht für Flüchtlinge und hilft und berät bei der Wohnungssuche. Die Auszeichnung war Teil des Dialog-Forums, das Flüchtlingsfragen und Ehrenamt miteinander verband.

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Während des Dialog-Forums wiesen Besucher aus dem Publikum auf wunde Punkte hin.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Marlies Wöllner ist die 100. „Ehrenamtlerin des Monats“. Die Seniorin gibt in Wittstock Deutschunterricht. Sie hilft und berät Flüchtlinge bei der Wohnungssuche und in Alltagsfragen. Einige ihrer Schützlinge haben bereits so gut in Brandenburg Fuß gefasst, dass sie selbst als Integrationshelfer tätig sind.

Für dieses Engagement wurde Marlies Wöllner am Donnerstag in der Wittstocker Stadthalle von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) geehrt. Als sie danach selbst das Mikrofon ergriff, richtete sie ihren Dank vor allem an all die anderen Unterstützer, die neben ihr dafür sorgen, dass Flüchtlinge Zugang zur Gesellschaft bekommen.

Jibran Khalil ebenfalls gewürdigt

Seit 2007 stehen im Land Brandenburg regelmäßig Ehrenamtler des Monats im Mittelpunkt des Interesses. Marlies Wöllner wurde die Würdigung „100. Ehrenamtler des Monats“ zusammen mit Jibran Khalil aus Pakistan zuteil, der 2013 als Geflüchteter nach Michendorf bei Potsdam kam und sich inzwischen als Dolmetscher für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge engagiert. Khalil wurde bereits am Mittwoch beim Fest der Landesregierung ausgezeichnet.

Weiter vernetzen und voneinander lernen

Da das Ehrenamt mit der Integration von Flüchtlingen dicht verwoben ist, war die Veranstaltung in Wittstock nicht allein der Würdigung von ehrenamtlichen Aktivitäten in dieser Hinsicht vorbehalten. Vielmehr war es

Marlies Wöllner mit Ministerpräsident Dietmar Woidke und Jibran Khalil, der ebenfalls geehrt wurde

Marlies Wöllner mit Ministerpräsident Dietmar Woidke und Jibran Khalil, der ebenfalls geehrt wurde.

Quelle: Björn Wagener

ebenso ein Dialogforum, das Raum für Information und Diskussion geben sollte. „Es geht darum, dass sich Menschen, die sich bereits engagieren, noch besser vernetzen, damit wir voneinander lernen, um noch effektiver helfen zu können“, sagte Woidke. Schließlich bestand das Podium neben ihm auch aus einer Reihe weiterer Entscheidungsträger: unter anderem Doris Lemmermeier, der Integrationsbeauftragten des Landes, Michael Ranft, dem Abteilungsleiter Integration des Sozialministeriums, Anne-Marie Bartsch von der Abteilung Schule und Lehrerbildung des Bildungsministeriums, Angelika Thiel-Vigh, der Leiterin der Koordinierungsstelle im Bündnis für Brandenburg – und nicht zuletzt Jimmy Hartwig, dem Integrationsbotschafter des Deutschen Fußballbundes (DFB).

Sehr persönliche Worte von Jimmy Hartwig

Letzterer schilderte sehr persönlich, dass sein Großvater ein „absoluter Nazi“ gewesen sei, der ihn oft geschlagen habe. „Deshalb setze ich mich jetzt für Menschen ein, die hier rüberkommen, reiche ihnen die Hand, gehe auf Kinder zu. Fußball, so Hartwig, sei die „größte Integrationsmaschine der Welt“. An Flüchtlinge gerichtet, sagte er: „Es ist schön, dass ihr da seid, aber ihr müsst euch auch anpassen und unsere Sprache lernen.“

Gesundheitskarte wird „umgehend eingeführt“

Bei diesem Prozess wollen die Ehrenamtlichen die Flüchtlinge unterstützen – stoßen dabei im Alltag aber immer wieder an Grenzen, wie in der Fragerunde deutlich wurde. So seien Schulen oftmals überfüllt, oder es ist den Helfern unbekannt, wo vorhandene Qualifikationen aus den Herkunftsländern übersetzt oder anerkannt werden können. In der Kritik: Flüchtlinge, die einen Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) absolvieren, werde ein Großteil ihres Verdienstes auf Transferleistungen angerechnet. Solche Fragen und weitere Einzelfälle wurden in Arbeitskreisen anschließend weiter vertieft. Allerdings waren sie zum Teil Sache des Bundes. Woidke kündigte in Wittstock an, dass die Gesundheitskarte, die Arztbesuche für Flüchtlinge vereinfacht, „umgehend eingeführt“ werde.

Von Björn Wagener

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