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Marseille-Kliniken verkaufen Altenheime

Ostprignitz-Ruppin Marseille-Kliniken verkaufen Altenheime

Die Hamburger Marseille-Kliniken verkaufen bundesweit 46 ihrer Altenheime an französische Investoren. Betroffen davon sind auch die Heime in Kyritz, Neuruppin und Radensleben. Für die Belegschaft, das sind immerhin mehr als 300 Mitarbeiter in der Region, wird sich wohl vorerst nichts ändern. Die Marseille-Kliniken haben Heime auch in Erkner, Belzig und Hennigsdorf.

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Die Belegschaft des Senioren-Wohnparks in Radensleben soll heute informiert werden, dass sich wohl vorerst nichts für sie ändert.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Der Hamburger Unternehmer Ulrich Marseille (61) hat 46 seiner Alten- und Pflegeheime in Deutschland an die französische Investorengruppe Chequers Capital verkauft. Betroffen davon sind auch die drei Heime, die das Unternehmen in Kyritz, Neuruppin und Radensleben unterhält. Nach MAZ-Informationen soll sich für die Belegschaft, die wohl am Mittwoch informiert wird, vorerst nichts ändern, da das „operative Geschäft“ nicht neu ausgerichtet werden soll.

Heimleiter dürfen nichts sagen

Was das heißt, das blieb am Montag jedoch offen. Auf schriftliche Anfragen an die Konzernleitung in Hamburg gab es am Montag keine Antworten – und die Heimleiter vor Ort durften nichts sagen. Sie waren demnach am Montag extra noch einmal darauf hingewiesen worden, dass sie keinerlei Auskünfte erteilen dürfen – nicht einmal darüber, wie viel Personal bei ihnen beschäftigt ist. Der Senioren-Wohnpark in Kyritz verfügt über zwölf Einzel- und 54 Doppelzimmer, der Wohnpark in Neuruppin über 160 Plätze und der im Neuruppiner Ortsteil Radensleben über 121 Betten. Damit dürften in den drei Heimen insgesamt mehr als 300 Menschen beschäftigt sein.

Einnahmen von 500 Millionen Euro erwartet

Laut Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ wurden die Kaufverträge mit Chequers bereits Ende Juli unterschrieben, demnach soll Ende Oktober das Geld fließen. Dem Vernehmen nach soll der Kaufpreis bei 300 Millionen Euro liegen – das wäre mehr als der Jahresumsatz, den die Hamburger MK-Kliniken-AG, bei dem Marseille als Aufsichtsratsvorsitzender agiert, im Geschäftsjahr 2015/2016 erzielt hat. Demnach betrug der Umsatz damals bei 214 Millionen Euro. Allerdings erwartet die Aktiengesellschaft (AG) weitere Einnahmen. Denn demnächst sollen auch die Immobilien, in denen sich die Heime befinden, verkauft werden. Experten rechnen dabei mit einem Erlös von 200 Millionen Euro.

Streit über Pflegekosten

Der Senioren-Wohnpark in Neuruppin war 1993 eröffnet worden. Die Marseille-Kliniken waren zwar von Anfang an Betreiber des Heimes, doch Eigentümer von Haus und Grundstück war lange Zeit der Landkreis. Die Kreistagsabgeordneten hatten gehofft, dass die Ruppiner Kliniken das Heim übernehmen und damit ein weiteres Standbein haben. Daraus wurde nichts. Vielmehr wurde der Neuruppiner Senioren-Wohnpark vor vier Jahren nach vielen Streitereien für knapp 300 000 Euro an die Marseille-Kliniken verkauft. Bei den Streits war es zuletzt um die Höhe der Pflegekosten gegangen. Der Landkreis musste 300 000  Euro nachzahlen, Bewohner und deren Erben mehrere tausend Euro.

Investition in Gewinn versprechende Branchen

Chequers Capital wurde 1972 in Paris gegründet und hat in der französischen Hauptstadt auch weiterhin seinen Stammsitz. Das Unternehmen unterstützt nach eigenen Angaben vor allem mittelständische Unternehmen mit Expertise und Kapital – und zwar in ganz Europa und in vielen Gewinn versprechenden Branchen. Zu den Vorzeigeprojekten gehört Bio7, eine kleine lokale Gruppe von acht medizinischen Laboratorien. Chequers Capital unterstützte Bio7 mit 17 Millionen Euro und strukturierte das Unternehmen um. Folge: Innerhalb von drei Jahren stieg Bio7 zum Marktführer in der Pariser Region auf, mit 55 medizinischen Labors und 460 Mitarbeitern. Zudem stieg Chequers Capital bei der Deutschen Fachpflege Gruppe ein, die häusliche Intensivpflege und Heimbeatmung für Patienten anbietet, die rund um die Uhr versorgt werden müssen. Dadurch habe die Fachgruppe, die zuletzt einen Umsatz von 130 Millionen Euro erwirtschaft habe, nicht nur ihren Spitzenplatz in Deutschland halten können, sondern auch ein jährliches Wachstum von gut zehn Prozent erwirtschaftet.

Von Andreas Vogel

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