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Matinee im Rheinsberger Schlosstheater

Solisten aus La Traviata stellen sich vor Matinee im Rheinsberger Schlosstheater

Stimmgewaltig geriet der Sonntagvormittag im Rheinsberger Schlosstheater, als sich mit einem fein abgestimmten Programm die Solisten der Verdi-Oper „La Traviata“ vorstellten. Mit Wucht und Zartgefühl machten die jungen Darsteller Appetit auf die Premiere am 14. August.

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Liebe macht blind: Alexander Babik als Hoffmann erliegt den Reizen der mechanischen Puppe Olympia (Liudmila Lokaichuk).

Quelle: Regine Buddeke

Rheinsberg. Es war ein Fest im wahrsten Sinne des Wortes. Was im Programmheft als „Fest bei Flora“ angekündigt wurde, geriet im Laufe des Sonntagmittags zu einer rauschhaften Sektparty grandioser Stimmen. Im restlos ausverkauften Schlosstheater konnten sich die Gäste von den Solisten der im August startenden „La Traviata“-Inszenierung in einem bunten Arien- und Duett-Reigen verzaubern lassen.

„Wenn Ihnen die Sänger gefallen, müssen Sie zweimal kommen“, wirbt Festival-Chef Frank Matthus angesichts der doppelt besetzten Hauptrollen. In der Tat ist es nicht einfach zu entscheiden, ob man lieber Liudmila Lokaichuk oder Graciela Rivera-Quiroz in der Hauptrolle der Violetta sehen möchte: Beide punkten bei der Matinee mit beeindruckender Vorstellung. Während die Mexikanerin als Gilda brilliert, wickelt die Russin als Puppe Olympia reihenweise die Männerwelt um den schlanken Finger – interessant die ungewöhnliche Interpretation, bei der die Olympia als geldfressender Spielautomat mit wahrsagerischem Potenzial ihre Koloraturen trillert. Darüber hinaus nimmt sie schon ein Duett aus „La Traviata“ vorweg – das allerdings zum Trio gerät, denn auch die beiden Alfredos – J. Warren Mitchell und Guillermo Valdés – sind an Bord und beschwören die Schöne von beiden Seiten. Ein witziger Ansatz, der beim Publikum genauso gut ankommt wie der komplette Rest der Matinee. J. Warren Mitchells Arie des Rodolfo aus „La Boheme“ erntete tosenden Beifall, genauso wie Bariton Alejandro Lárraga-Schleske für seine dramatische Arie aus „Pique Dame“. Svetlana Zlobina gab eine rauchig-laszive Carmen, auch Irina Maltseva war mit ihrem vibrierenden Mezzosopran einfach umwerfend. Juwelen auch die beiden Frauenduette – die Barcarole aus Hoffmanns Erzählungen sowie das verträumte Blumen-Duett aus „Lakmé“.

Erweckung

Erweckung: Daria Rositskaya und Ilya Lapich.

Quelle: Regine Buddeke

Der allgemeinen Verzückung wurde auch ein guter Teil Komik beigemischt, was dem süffigen Arien-Cocktail den Frischekick verlieh. Christopher Holmann bewies in der Basilio-Arie aus Rossinis „Barbier von Sevilla“ ein urkomisches komödiantisches Talent. Der einzige, den das nicht scherte, war Bariton Ilya Lapich, der auf dem Schoß von Daria Rositskaya einschlief und weder durch deren verzweifelte Arie der Rosina noch durch Kissenschläge wieder zu sich kam. Erst ein Glas Sekt über den Kopf machte den verpennten Galan so munter, dass er in der Lage war, seine Germanio-Arie zu schmettern, die ihm Beifallsstürme bescherte.

„Granada“

„Granada“: die drei Baritone Julian Arsenault, Alejandro Lárraga-Schleske und Ilya Lapich.

Quelle: Regine Buddeke

Am Ende gab es stehende Ovationen. Während zur Operngala drei Soprane sangen, waren die Matinee-Zugaben männlich: zuerst die drei Baritone, dann „O sole mio“ der drei Tenöre.

Von Regine Buddeke

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