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Medizin statt Umweltbildung in Zippelsförde

Neuer Eigentümer für Begegnungsstätte Medizin statt Umweltbildung in Zippelsförde

In der einstigen Umweltbegegnungsstätte in Zippelsförde kehrt neues Leben ein. Der Verein „Deutsche Gesellschaft für tiergeschützte Therapien“ will dort künftig Therapeuten und Pädagogen aus- und fortbilden. Zudem könnten zu Therapiezwecken für Patienten auf dem Gelände neben Hunden, Pferden und Hühnern bald auch Wasserbüffel leben.

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In Zippelsförde sollen künftig auch Therapeuten und Pädagogen ausgebildet werden.

Quelle: Andreas Vogel

Zippelsförde. In der einstigen Umweltbegegnungsstätte in Zippelsförde kehrt neues Leben ein. Der bundesweit agierende Verein „Deutsche Gesellschaft für tiergestützte Therapie“, der sich Mensch, Tier und Natur verschrieben hat und in Brandenburg 50 Mitglieder zählt, hat das idyllisch im Grünen gelegene Gelände erworben und will dorthin seinen Hauptsitz verlegen. Bisher befindet sich dieser in der Gemeinde Nuthe-Urstromtal im Kreis Teltow-Fläming.

In Zippelsförde sollen künftig Therapeuten und Pädagogen in der tiergestützten Therapie aus- und fortgebildet werden. Der Bedarf an ausgebildeten Fachkräften in diesem Bereich ist groß. Immerhin werden tiergestützte Therapien inzwischen in vielen Bereichen geschätzt, beispielsweise bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen, Alzheimer, Demenz und Parkinson, bei Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen sowie bei Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen.

Vielleicht auch zwei Wasserbüffel

Die Vereinsvorsitzende Angela Zimmermann ist bereits nach Neuruppin umgezogen. „Wenn man so ein Projekt stemmen will, muss man vor Ort sein“, sagte die studierte Psychologin am Donnerstag. Die 40-Jährige stammt ursprünglich aus Berlin-Schöneberg und hat nach dem Studium viele zusätzliche Ausbildungen absolviert. So ist die Mutter eines eineinhalb Jahre alten Sohnes zertifizierte Hundeverhaltensberaterin und bietet mit ihren zwei Hunden selbst tiergestützte Therapien an. Sie interessiert die Schnittstelle von Mensch und Tier besonders. Von Zippelsförde, der Fontanestadt und dem Ruppiner Land ist Zimmermann sehr angetan. „Hier gibt es mit dem Krankenhaus, dem Medizinischen Bildungszentrum in Gildenhall und der Hochschule ein toll etabliertes Netzwerk im Gesundheitssystem.“ In dieses Netzwerk will sich der Verein einbringen. So werden am Freitag bereits Vertreter der Rollireitschule Radensleben in Zippelsförde erwartet. In der Reitschule können auch Sportler mit Behinderungen ihrem Hobby frönen. Kontakt zum Ruppiner Hospiz hat die Gesellschaft für tiergestützte Therapie ebenfalls schon geknüpft. Weitere Projekte sind zudem für Schulkinder geplant. Schließlich werden in Zippelsförde nicht allein Hunde vom Miniyorkshire bis zum Neunpfundländer zumindest zeitweise beheimatet sein, sondern ebenfalls Pferde und Hühner. „Ich liebäugele sogar mit zwei Wasserbüffeln im nächsten Jahr“, verriet Zimmermann.

Klinikchef ist optimistisch

Bis dahin ist allerdings noch einiges zu tun. Denn die einstige Umweltbegegnungsstätte steht seit rund eineinhalb Jahren leer. Zuvor hatte die Kliniktochter GZG gut drei Jahre versucht, das denkmalgeschützte Objekt kostendeckend zu betreiben. Das misslang. Der Kreistag hatte daraufhin unter vielen Protesten entschieden, das 60 000 Quadratmeter große Areal zu verkaufen – aber nur an Bewerber, die es für soziale, therapeutische oder Bildungszwecke nutzen (die MAZ berichtete). Das scheint gelungen. „Wir freuen uns, dass wir Zippel in guten Händen wissen“, sagte Klinikchef Matthias Voth.

Die Villa in Zippelsförde war 1912 im Heimatschutzstil als Jagdresidenz am Ufer des Lindower Rhins errichtet worden. Neben knapp vier Hektar Wald- und Grünfläche gehörten zum Anwesen ein Wirtschaftsgebäude mit Stallungen, ein Pumpen- sowie ein Gartenhaus. Die Anlage war in einen Park ländlichen Stils eingebettet. Nach dem Krieg wurde das Haus unter anderem als Jugendherberge genutzt. Die Umweltbegegnungsstätte wurde dort 1991 als Pilotprojekt eingerichtet. Doch musste der Förderverein, der die Begegnungsstätte betrieb, nach knapp 20 Jahren aus finanziellen Gründen aufgeben.

Von Andreas Vogel

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