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Ostprignitz-Ruppin Medizinische Nothilfe für den Kauz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Medizinische Nothilfe für den Kauz
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17:09 12.02.2017
Vogelexperte Henry Lange betreut den Waldkauz, der in einem Schornstein gefunden und dort verletzt wurde. Quelle: Cornelia Felsch
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Neuruppin

Rußgeschwärzt und verstört saß der Waldkauz in einem Pappkarton vor dem Tierheim Herzsprung, als er gefunden wurde. Die Tierheimbetreiber verständigten Henry Lange. Der Neuruppiner ist Greifvogel- und Eulenexperte, arbeitet als ehrenamtlicher Horstbetreuer für das Landesumweltamt und ist Ersthelfer, wenn Vögel in Not geraten.

„Ich habe mir den Waldkauz erst einmal genau angesehen und ihn untersucht. Nach seinem Gefieder zu urteilen ist er mindestens drei Jahre alt. Er muss in einen Schornstein gepflogen sein. Sein Gefieder war schmutzig und die Augen waren geschlossen“, sagt Henry Lange. Wie lange die Eule dort in Gefangenschaft zugebracht hat, weiß der Vogelspezialist nicht. „Nach seinem Zustand zu urteilen, vermute ich ein bis drei Tage. Es wäre gut gewesen, wenn sich der Finder gemeldet hätte. Dann hätten wir mehr erfahren können.“ Nun verbringt der Waldkauz seine Tage erst einmal im Krankenlager auf dem Grundstück des Neuruppiners.

Der Vogel wäre beinahe blind geworden

Mit einem Haushaltstuch hat Henry Lange den Vogel gesäubert und den Ruß entfernt. „Nach einigen Tagen habe ich bemerkt, dass die Augen anfingen, milchig zu werden.“ Erste Hilfe-Maßnahmen waren jetzt notwendig. Bevor es zum Tierarzt ging, mussten die Augen ausgespült und gereinigt werden. Henry Lange fand kleine Rußstücke. Bei der Untersuchung stellte der Tierarzt Hornhautgeschwüre fest. Nun halfen nur noch Antibiotika. „Der Vogel wäre sonst blind geworden“, sagt Lange.

Der Waldkauz hatte Glück im Unglück; nach einem Erholungsaufenthalt bei den Langes und einem Aufbau-Flugtraining an der Leine kann er wieder ausgesetzt werden. Solange muss der Pflegevater noch im Internet Futter bestellen – Küken, Wildinnereien und Muskelfleisch sind gefragt.

Der Waldkauz ist Vogel des Jahres 2107 Quelle: Bernd Gartenschläger

Am liebsten verspeist der Waldkauz Mäuse, die haben die richtige Größe, um sie in einem Stück herunterzuwürgen. Aber auch Regenwürmer, Käfer, Ratten, junge Hasen und Vögel tun es. Die Vielseitigkeit der Nahrung ist sicher ein Grund dafür, dass die Bestände in Deutschland recht stabil sind. Sie werden auf 75 000  Reviere geschätzt. „Zum Vogel des Jahres 2017 wurde er gewählt, um ihn in der Bevölkerung bekannter zu machen und auf die Bedürfnisse von Höhlenbrütern aufmerksam zu machen. Die wenigsten Menschen haben in der Natur schon mal einen Waldkauz gesehen“, sagt Henry Lange.

Gejagt wird vorwiegend in der Nacht und auch im Winter. Waldkäuze sind nämlich wie die Menschen Gewohnheitstiere. Sie sind standorttreu und halten ein Leben lang an ihrem Revier fest. Sie leben in Wäldern mit Altholzbeständen aber auch in städtischen Grünanlagen. „Wir haben sie hier in Neuruppin auf dem Friedhof, den Wallanlagen, im Stadtpark und auf dem Gelände der Ruppiner Kliniken. Auch in Treskow und in Bechlin gibt es Bestände“, weiß der Eulenfachmann.

Kauzbestände sind stabil

Damit die Kauzbestände auch weiterhin stabil bleiben, sind alte Baumbestände wichtig, in denen Bruthöhlen vorhanden sind. Ist ein Schwarzspecht ausgezogen, sind Käuze gern als Nachnutzer zur Stelle. Aber auch Mauerlöcher, Felshöhlen, Dachböden oder Schornsteine sind willkommen. Das Fällen alter Höhlenbäume, eintönige Wälder und ausgeräumte Agrarlandschaften ohne Nahrung sind die größten Gefahren für einen gesunden Waldkauzbestand. „Wer Käuze hören möchte, der sollte sich an lauen Februarnächten in die Natur begeben, denn jetzt ist Balzzeit“, sagt Henry Lange. Männchen und Weibchen rufen abwechselnd. Ein trillerndes „Wuwuwu“ kommt vom Männchen, worauf das Weibchen mit einem rauhen „Kuwitt“ antwortet. Deshalb wurde der Waldkauz in früheren Zeiten auch als Totenvogel bezeichnet, weil man diesen Ruf als „Komm mit!“ interpretierte.

Das Männchen verteidigt tapfer die Brut

Während das Weibchen alleine brütet, verteidigt der männliche Waldkauz tapfer die Brut. Das Gelege besteht meist aus drei bis vier Eiern. Sind die Jungen geschlüpft, verlassen sie nach etwa vier Wochen die Bruthöhle. Sie verteilen sich auf verschiedenen Ästen, sind aber noch nicht flugfähig. „So kommt es durch starke Winde oder das Rumturnen oft dazu, dass Jungvögel abstürzen“, sagt Henry Lange. Um sich zu schützen, drücken sie sich dann bis zur Dämmerung in eine Ecke. Rufen die Altvögel, krabbeln die Jungen wieder am Stamm nach oben, allerdings, erst wenn es dunkel wird. Wer also in den kommenden Wochen junge Waldkäuze am Boden entdeckt, sollte sie bei beginnender Dunkelheit an den Fuß des Baumes setzen, von dem die Eltern rufen. „Am besten ist es aber, einen Fachmann zu verständigen.“

Henry Lange ist unter der Nummer 03391/50 27 33 zu erreichen.

Von Cornelia Felsch

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