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Mehr Arbeitslose im Nordwesten von Brandenburg

Gegen den Trend Mehr Arbeitslose im Nordwesten von Brandenburg

Die Zahl der offiziell registrierten Arbeitslosen im Bereich der Neuruppiner Arbeitsagentur ist im November gegen den Trend leicht gestiegen. Denn in allen anderen Agenturbezirken der Mark sank die Zahl der Erwerbslosen. Dennoch ist Neuruppins Arbeitsamtschefin Cornelie Schlegel nicht besorgt. Sie verweist auf gesunkene Zuschüsse für Förderprojekte.

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Cornelie Schlegel, die Chefin der Arbeitsagentur Neuruppin

Quelle: Mischa Karth

Neuruppin. Während im gesamten Land Brandenburg im November die Zahl der Arbeitslosen gesunken ist, waren im Bereich der Neuruppiner Arbeitsagentur im November mehr Erwerbslose gemeldet als im Oktober. Dennoch zeigte sich Cornelie Schlegel, Chefin der Agentur Neuruppin (Foto: Karth), am Dienstag bei der Präsentation der aktuellen Daten keinesfalls beunruhigt. „Der Arbeitsmarkt ist weiter robust“, betonte sie.

Die Arbeitsagentur in Neuruppin ist für Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel und Havelland zuständig. Dort waren im November insgesamt 22 660 Frauen und Männer offiziell als arbeitslos gemeldet. Das sind 128 mehr als im Oktober, aber 1717 weniger als vor einem Jahr.

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Laut der Behörde sind die erhöhten Arbeitslosmeldungen im November vor allem darauf zurückzuführen, dass der Handel, das Gastgewerbe sowie Reinigungsunternehmen verstärkt Mitarbeiter entlassen haben. Das Gastgewerbe suche wegen des vor der Tür stehenden Weihnachtsgeschäftes aber bereits wieder Arbeitskräfte, so Schlegel. Ein weiterer Grund für den leichten Anstieg der offiziell registrierten Erwerbslosen ist laut Experten der weitere Rückgang der Bundeszuschüsse für Arbeitsförderprojekte, wie ein 1-Euro-Jobber. „Im Vergleich zum Vormonat haben wir im Bereich der Agentur über 1000 Leute weniger in der Arbeitsförderung“, sagte Schlegel.

Allein in Ostprignitz-Ruppin sind es 57 weniger als im Oktober und 140 weniger als vor einem Jahr. Ähnlich sieht es in der Prignitz aus. Dort gibt es laut Ina Kaiser-Hagenow, der Teamleiterin Prignitz bei der Arbeitsbehörde, sogar 176 Leute weniger in der Arbeitsförderung als vor einem Jahr. In der Prignitz konzentrieren sich Arbeitsamt und Jobcenter bereits seit Längerem auf die berufliche Weiterbildung, Trainingsmaßnahmen und die Einstiegsqualifikation, damit Erwerbslose wieder einen festen Job erhalten.

Auf Arbeitsgelegenheiten, wie 1-Euro-Jobs, wird in der Prignitz weniger gesetzt. „Rund 80 Prozent unseres Etats fließt dort in marktnahe Instrumente“, so Schlegel. Das scheint sich auszuzahlen. Denn während in Ostprignitz-Ruppin (+39), Oberhavel (+16) und im Havelland (+81) die Zahl der offiziell gemeldeten Arbeitslosen im November stieg, sank diese in der Prignitz leicht um acht Personen. „So eine breite Spreizung im Bereich der Agentur haben wir selten“, räumte Schlegel ein. Gleichwohl sieht die Neuruppiner Agenturchefin keinen Anlass zur Sorge.

Zum einen befindet sich die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vorjahr seit Monaten auf „einem permanentem Sinkflug“, der lediglich durch meist saisonal bedingte Entlassungen mal gebremst wird. Zum anderen würden immer mehr Unternehmer darauf achten, dass auch ältere Beschäftigte ihrem Betrieb die Treue halten. „50 ist heute keine Altershürde mehr“, sagte Schlegel. Das hat einen einfachen Grund: Wegen des Bevölkerungsrückganges fehlt es einfach an ausreichend qualifiziertem Nachwuchs, um frei werdende Stellen auch wieder besetzen zu können. Das hat inzwischen fast jeder bemerkt.

Die Arbeitslosenzahlen auf einen Blick

In Ostprignitz-Ruppin waren im November 4365 Frauen und Männer als arbeitslos registriert. Das sind 39 mehr als im Oktober, aber 222 weniger als vor einem Jahr. Die Quote stieg auf 8,4 Prozentpunkte (+0,1).

Die meisten Arbeitslosen in Ostprignitz-Ruppin gibt es weiterhin im Altkreis Neuruppin. Dort waren im November 2304 Menschen offiziell erwerbslos. Das sind 23 mehr als im Oktober. Die Quote stieg auf 7,6 Prozent.

Im Altkreis Wittstock ist die Zahl der offiziell registrierten Arbeitslosen im November ebenfalls gestiegen – auf 888. Das sind 24 mehr als im Oktober. Die Quote beträgt nun 8,6 Prozent.

Im Altkreis Kyritz ist zwar die Arbeitslosenquote mit 10,4 Prozent weiterhin die höchste im Landkreis, doch registrierte die Behörde im November lediglich 1173 Erwerbslose. Das sind acht weniger als im Oktober.

In der Prignitz waren im November 4312 Frauen und Männer offiziell arbeitslos. Das sind acht weniger als im Oktober und 195 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote beträgt 10,6 Prozent.

Im Altkreis Pritzwalk waren im November 1325 Menschen als erwerbslos registriert. Das ist einer weniger als im Oktober. Die Quote blieb bei 10,3 Prozent.

Im Altkreis Perleberg gab es im November offiziell 2987 Frauen und Männer ohne Arbeit. Das sind sieben weniger als im Oktober. Die Quote verharrte bei 10,7 Prozent.

Die geringste Quote im Bereich der Neuruppiner Arbeitsagentur hatte im November Nauen im Havelland mit 5,6 Prozent, gefolgt von Oranienburg in Oberhavel mit 6,2 Prozent. Die höchste Arbeitslosenquote wurde in Rathenow (Havelland) mit 11,5 Prozent registriert.

Von Andreas Vogel

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