Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Mehr Blitzer, mehr Einnahmen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Mehr Blitzer, mehr Einnahmen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:16 13.10.2016
Die Messsäule in Heiligengrabe blitzt in beide Richtungen und sendet die Fotos gleich per Funk zur Auswertung ins Amt. Quelle: Björn Wagener
Anzeige
Neuruppin

Die Kreisverwaltung in Neuruppin prüft derzeit, ob sie einen weiteren Blitzer in Betrieb nehmen soll. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine neue Anlage wie sie in Heiligengrabe, Metzel­thin oder in der Bechliner Straße in Neuruppin steht. Vielmehr geht es darum, den sogenannten Starenkasten am Ortseingang von Lindow aus Richtung Schönberg wieder zu aktivieren. Bis maximal 28 000 Euro sind dafür in den Kreishaushalt 2017 eingestellt.

Lindows Bürgermeisterin Hei­drun Otto (CDU) hält nicht viel von diesen Plänen. Denn der Starenkasten, der bereits seit Jahren am Ortseingang ohne Kamera steht, funktioniere auch „als ­Attrappe“ gut. „Alle Durchfahrenden, die nicht aus Lindow kommen, gehen sofort auf die Bremse“, sagte Otto am Donnerstag. Zudem müssen Autofahrer bei der Ortseinfahrt nach Lindow ohnehin ihre Geschwindigkeit verringern, weil in Höhe des Bahnhofes eine sogenannte Banane als Querungshilfe für Fußgänger gebaut wurde. „Die Raserei bei uns hält sich in Grenzen“, so Otto.

Bußgelder: Kreis rechnet mit Einnahmen von 765 000 Euro

Das scheint jedoch eher die Ausnahme in der Region zu sein. Denn der Landkreis rechnet auch in diesem Jahr wieder mit Einnahmen von 765 000 Euro durch Verwarn- und Bußgelder. Möglicherweise fällt die Summe sogar noch höher aus. Denn in den ersten sechs Monaten hat die Kreiskasse gut 100 000 Euro mehr in diesem Bereich eingenommen als gedacht. Kreissprecherin Britta Avantario führt das vor allem darauf zurück, dass in den vergangenen Monaten mehrere Straßen saniert und wieder freigegeben wurden. Dazu gehört die Ortsdurchfahrt der B 189 in Heiligengrabe. Dort hat der Kreis eine moderne Messsäule aufgestellt, die in beide Richtungen blitzen kann und die Bilder sofort per Funk zur Auswertung ans Amt schickt. Ein ähnlicher Blitzer steht seit Kurzem ebenfalls an der B 5 bei Metzelthin (die MAZ berichtete). „Damit werden wieder mehr Geschwindigkeitsübertretungen erfasst“, sagte Avantario. Das trage zur allgemeinen Verkehrssicherheit bei. Das sei auch das eigentliche Ziel und nicht etwa das Einnehmen von Bußgeldern. Schon deshalb lehnt die Kreissprecherin jegliche Prognose darüber ab, wie viel Geld der Kreis bis zum Jahresende durch Bußgelder einnehmen wird.

Lindows Amtsdirektor Danilo Lieske (SPD) hat dafür Verständnis. „Es geht nicht um Abzocke, sondern um einen sicheren Verkehr auf den Straßen.“ Sollte der Blitzer in Lindow im nächsten Jahr „scharf“ gemacht werden, weiß Lieske schon, wer als Erstes ein Foto erhält: „Auf jeden Fall ein Lindower.“

Spitzenblitzer steht in Wittstock

Knapp 41 000 Temposünder wurden 2015 in Ostprignitz-Ruppin durch die stationären Blitzer sowie die Messungen aus dem Wagen ertappt, den der Landkreis betreibt.

Spitzenreiter in dieser Statistik des Straßenverkehrsamtes war der Starenkasten an der Pritzwalker Straße in Wittstock. Dort blitzte es genau 6538-mal.

Die feste Messanlage am Nymburk­ring in Neuruppin zählte im Vorjahr 4165 Temposünder, an der Bechliner Chaussee in der Fontanestadt waren es 3532.

Der Blitzer an der B 167 in Dabergotz, der 2014 immerhin 4736-mal auslöste, war vor Beginn der Sanierung der Bundesstraße im Mai 2015 abgebaut und an der Haßlower Chaussee in Wittstock aufgebaut worden. Er löste dort 2015 lediglich 588-mal aus.

Für die neuen Messsäulen in Metzel­thin und Heiligengrabe hat der Landkreis insgesamt 166 000 Euro bezahlt. Wie oft diese geblitzt haben, wird erst mit der Statistik für 2016 mitgeteilt.

Rheinsberg wünscht sich seit Langem eine Radarfalle für seinen Ortsteil Dierberg. Der Kreis plant derzeit aber keine weiteren Geräte.

Von Andreas Vogel

Neuruppin lässt die Klassenräume der Schulen nur noch alle zwei Tage reinigen statt täglich wie bisher. Durch eine neuen Vertrag spart die Stadt fast die Hälfte ihrer Reinigungskosten. Doch der Zustand vieler Schulen sorgt für Ärger. Abgeordnete würde die Reinigungsfirma am liebsten wieder öfter fegen lassen – doch das geht nicht.

13.10.2016

Soll Neuruppin eigene Wohnheime für die Stundenten der Medizinischen Hochschule bauen? Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) lehnt das ab. Anders als die SPD-Fraktion sieht er keinen Bedarf dafür. Private Investoren haben sich des Problems längst angenommen.

16.10.2016

Die reguläre Amtszeit von Landrat Ralf Reinhardt (SPD) in Ostprignitz-Ruppin endet am 31. Juli 2018 – und damit etwa ein Jahr bevor die neue Kreisgebietsreform in Kraft treten soll. Doch wie wird der Landkreis bis dahin geleitet, der 2019 mit der Prignitz fusionieren soll? Das Land sucht noch nach einer Lösung. Denn andere Regionen haben dasselbe Problem.

14.10.2016
Anzeige