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Mehr Gleichberechtigung auf der Straße

Neuruppin Mehr Gleichberechtigung auf der Straße

Neuruppins SPD will künftig mehr Straßen nach Frauen benennen und hält das für ein wichtiges Zeichen auf dem Weg zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Die CDU ist bisher dagegen, steht aber weitgehend allein da. Am Montag entscheiden die Stadtverordneten.

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Nur wenige Straße sind in Neuruppin bisher nach Frauen benannt. Bei neuen Straßen sollten Frauennamen öfter auftauchen, fordert die SPD.

Quelle: Reyk Grunow

Neuruppin. Mehr Frauennamen auf Neuruppins Straßenschildern? Für Heinz Stawitzki, den Chef der CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung, ist das kein Schritt in die richtige Richtung. Stawitzki lehnt den Vorschlag der SPD-Fraktion ganz klar ab.

Die Sozialdemokraten schlagen vor, bei künftigen Straßenbenennungen wenigstens genauso vielen Straßen den Namen von Frauen zu geben wie den von Männern. „Wir wollen keine bestehenden Straßen umbenennen“, versichert SPD-Fraktionschef Nico Ruhle. Die SPD will nur dafür sorgen, dass es in Zukunft etwas gerechter zugeht auf Neuruppins Straßen.

Für Ruhle und seine Fraktionskollegen ist das eine Frage der Gleichbehandlung von Frauen und Männern. Bisher gibt es in der Fontanestadt nur sehr wenige Straßen, die den Namen von Frauen tragen: eine Bettina-von-Arnim-Straße zum Beispiel, eine Anna-Hausen-Straße, eine Käthe-Kollwitz-Straße ... Die Namen von Männern sind etwa zehnmal so oft vertreten.

SPD sieht noch viele Probleme bei der Gleichberechtigung

Für Ruhle ein Zeichen, wie es um das Verhältnis von Männern und Frauen bestellt ist: „Ich würde gern sagen, dass wir die Gleichberechtigung schon haben“, sagt er. Doch das sei bei Weitem nicht so. Noch immer seien es vor allem Frauen, die sich um die Erziehung der Kinder kümmern, noch immer verdienen Frauen deutlich weniger als Männer in vergleichbaren Positionen. Wenn sich nun wenigstens bei den Straßennamen einiges ändern würde, wäre das ein wichtiges Zeichen.

CDU-Mann Stawitzki sieht das ganz anders. Dass Frauen weniger Geld verdienen als Männer, stimme zwar. „Aber da sind die Frauen selbst schuld dran“, sagt er und beruft sich auf eine Studie, wonach Frauen in Gehaltsverhandlungen einfach weniger verlangen als ihre männlichen Kollegen.

Für die CDU sind Frauen oft selbst schuld

Dass Ungleichgewicht bei der Kindererziehung herrscht, lässt er nicht gelten: „Wo kann es mehr Gleichberechtigung geben als in der Familie?“ Frau und Mann könnten sich völlig gleichberechtigt bei der Verteilung der Aufgabe entscheiden. Und dass wesentlich mehr Straßen nach Männern benannt sind als nach Frauen hat für Stawitzki auch einen klaren Grund: Männer hätten in der Vergangenheit eben viel größere Leistungen vollbracht als Frauen.

Im Hauptausschuss stand die CDU damit weitgehend allein da. Sowohl Linken-Fraktionschef Ronny Kretschmer als auch Andreas Haake von den Bündnisgrünen waren eindeutig auf Seiten der SPD.

Am Montag sollen Neuruppins Stadtverordnete entscheiden. Fast nur Männer meldeten sich in der Diskussion bisher zu Wort.

Die Stadtverordneten tagen am Montag ab 18.30 Uhr im Rathaus.

Von Reyk Grunow

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