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Ostprignitz-Ruppin Mehr Helfer als Gräber auf dem Friedhof
Lokales Ostprignitz-Ruppin Mehr Helfer als Gräber auf dem Friedhof
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14:24 26.11.2017
Regen, Regen, Regen – zwei Stunden lang hielten die Freunde des Darsikower Friedhofs unter ihren Kapuzen dennoch tapfer durch. Quelle: privat
Darsikow

Hohe Laubbäume umrahmen die kleine Darsikower Kirche, die alten Gräber sind vom herabgefallenen Laub eingehüllt. Der Regen tropft von den Bäumen. Ein paar vermummte Gestalten rücken mit Hacke und Harke dem dichten Gestrüpp zu Leibe. Am Tag vor dem Totensonntag befinden sich doppelt so viele Lebende wie Tote auf dem Friedhof. Sie wollen den Ort herrichten, „dass er erhalten bleibt und die Leute sich erfreuen können“, wie Sibille Podorf sagt.

Darsikow – nur auf wirklich guten Landkarten ist der kleine Ort im Wald bei Rägelin zu finden. Ein Dutzend Einwohner lebt in den wenigen Häusern – wenn Kinder und Enkel zu Besuch kommen, verdoppelt und verdreifacht sich die Zahl der Menschen im Wald schon mal.

Inmitten der idyllischen Natur liegt der wahrscheinlich kleinste Friedhof des Landkreises, auf dem immer noch beerdigt wird – zuletzt vor etwa fünf Jahren. Fünf oder sechs Gräber gibt es dort noch. Der Rest ist verwildert und zugewachsen. Die Zeit ist über den Ort hinweg gegangen.

Am Sonnabend vor dem Ewigkeitssonntag will der Verein „Kleine Kirche Darsikow“ dem Gestrüpp zu Leibe rücken. Der Totensonntag ist ein Gedenktag für die Gestorbenen, und auch ein kleiner Friedhof ist ein Ort der Trauer und der Erinnerung. In Darsikow ist er vor allem ein wertvolles Zeugnis der Kulturgeschichte, dem die Vereinsmitglieder wieder ein würdevolles Erscheinungsbild verleihen möchten. Mit dem Bau der Kirche war Anfang 1830 begonnen worden. Über dem Portal steht noch heute geschrieben: „Der Andacht und Verehrung des Herrn geweiht von Carl Binder 1832.“ Der damalige Gutsherr hatte auch den Darsikower Friedhof angelegt, als er seinen eigenen Sohn zu Grabe tragen musste.

Um den Verfall der alten Kapelle aufzuhalten, hat sich in Darsikow im Jahr 2009 ein Förderverein gegründet. Ihm gehören Mitglieder aus Rägelin, Rossow und Darsikow an. Im vergangenen Jahr konnte die Sanierung der Kirche abgeschlossen werden. „Heute haben wir damit begonnen, Baumtriebe im Unterholz zu entfernen“, sagt der Bürgermeister der Gemeinde Temnitzquell, Johannes Oblaski. „Auch die alte Friedhofsmauer muss freigelegt werden, denn sie ist reperaturbedürftig. Die mit Efeu bewachsenen Feldsteine müssen teilweise neu verfugt werden, und Dachziegel der Mauerkrone, müssen ersetzt werden.“ An diesem Sonnabend beenden die Darsikower ihre Arbeit nach zwei Stunden, durchnässt vom Regen, der nicht aufhören will. Doch spätestens im neuen Jahr soll die Arbeit auf dem Friedhof fortgesetzt werden. „Gegenwärtig sind wir auch auf der Suche nach Teilen der alten Gitter der Gräber“, sagt Sibille Podorf vom Verein. Diese sind bei Arbeiten des Bauhofs zerstört worden. Die Anlage war 2002 als kulturhistorisches Erbe unter Schutz gestellt worden – als weitgehend unverändertes Zeugnis der damaligen Friedhofskultur. Inzwischen wurde der Schutzstatus aufgehoben. Das Amt Temnitz musste eine Ordnungsstrafe zahlen. „Von den Gittern existieren nur noch Bilder“, sagt Sibille Podorf.

Von Cornelia Felsch

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