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Mehr Lärmschutz für Alt Ruppin

Bebauungsplan soll Ortsbild schützen Mehr Lärmschutz für Alt Ruppin

Mit einem neuen Bebauungsplan will die Neuruppiner Stadtverwaltung das Ortsbild von Alt Ruppin auf Dauer bewahren. Der Plan legt fest, wo und wie zwischen Friedrich-Enges-Straße und Gartenstraße gebaut werden darf. Er reget auch, dass viele Anwohner Lärmschutzfenster installieren müssen, wenn sie einen Neubau planen.

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Per Bebauungsplan will die Stadt Neuruppin das Ortsbild von Alt Ruppin dauerhaft schützen.

Quelle: Peter Geisler

Alt Ruppin. Laut ist es in Alt Ruppin. Entlang der Bundesstraßen B 167 und B 122 gibt es eine deutlich messbare Belastung. Das haben Gutachter vor Kurzem erneut bestätigt, die im Auftrag der Stadt die Situation im Ortsteil erkundet haben. Lärm gibt es – aber nicht so viel, dass deswegen eine Lärmschutzwand entlang der Breiten Straße gebaut werden muss. Schalldichte Fenster reichen aus, um sich vor dem Krach von der Straße effektiv zu schützen.

„Passiver Schallschutz“ wird künftig in einige Bereichen von Alt Ruppin vorgeschrieben sein. Die Stadtverwaltung arbeitet gerade an einem Bebauungsplan, der regelt, welche Bauvorhaben künftig noch erlaubt sind, wie Gebäude auszusehen haben, wo nicht gebaut werden darf und welche anderen Auflagen die Bürger beachten müssen.

Im Sanierungsgebiet war seit 1996 vieles schon geregelt

Vieles davon war bisher schon festgeschrieben. Im April 1996 hatte die Stadtverordnetenversammlung eine Sanierungssatzung für die Altstadt von Alt Ruppin beschlossen. In der waren Bauvorhaben genau geregelt. Die Vorschriften sollten dafür sorgen, dass die historische Altstadt in ihren Grundzügen erhalten und erkennbar bleibt. Viele Städte in Ostdeutschland haben in den 90er Jahren Sanierungsgebiete festgesetzt. Zum einen, um die gewachsenen Strukturen zu bewahren. Zum anderen, um Fördermittel für die Stadtsanierung beantragen zu können.

In Alt Ruppin ist die einst festgelegte Stadtsanierung seit 2015 im Prinzip beendet. Damit endet jedoch auch der besondere Schutz, den die Stadtverordneten vor gut 20 Jahren für das Ortsbild beschlossen hatten.

Damit trotzdem nicht jeder überall bauen kann, was er will, sollen neue Vorschriften her. Seit 2014 arbeitet ein Planungsbüro im Auftrag der Stadtverwaltung an einem Bebauungsplan für das Gebiet östlich zwischen Friedrich-Engels-Straße und Gartenstraße. Die Breite Straße führt mitten hindurch

Eine der neuen Vorschriften betrifft den Schallschutz, sagt Ralf Schmidt vom Planungsbüro EWS aus Berlin. Er hat den Entwurf des Planes gerade im Neuruppiner Bauausschuss vorgestellt. Schallschutz heißt: Wer künftig an der Breiten Straße ein Haus neu baut oder einen wesentlichen Umbau vornimmt, der muss Fenster einbauen, die den Krach draußen lassen. Schmidt ahnt, dass das zum Aufreger taugt und versuchte schon vorher zu beruhigen. „Natürlich besteht Bestandsschutz“, versichert der Planer: „Niemand ist gezwungen, etwas zu machen.“

Der Bebauungsplan legt auch fest, wo überhaupt gebaut werden darf – und wo nicht, sagt Schmidt. Ein Problem: Fast ganz Alt Ruppin gilt als Bodendenkmal. Zum einen wegen der Reste der mittelalterlichen Stadtanlage, zum anderen wegen noch älterer Reste der slawischen Siedlung, die sich dort schon befunden hat, lange bevor sich die Grafen Arnstein im 13. Jahrhundert auf der Halbinsel niederließen.

Der Bebauungsplan ebnet auch den Weg für eine mögliche Erweiterung des Lidl-Marktes. Der könnte einmal auf eine Fläche von 1250 Quadratmeter wachsen. Die jetzige Halle soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. „Wir haben das natürlich mit Ihrem Einzelhandelskonzept abgestimmt“, versicherte Planer Ralf Schmidt den Abgeordneten im Bauausschuss. Der Alt Ruppiner Ortsbeirat hatte Anfang Februar diesen Entwurf schon abgesegnet. Der Bauausschuss tat das auch. Bis der Plan irgendwann in Kraft tritt, dauert es aber noch Monate.

Von Reyk Grunow

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