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Mehr Plätze für Flüchtlinge

Ostprignitz-Ruppin will weitere Etage im Asylbewerberheim in Treskow ausbauen Mehr Plätze für Flüchtlinge

Der Bedarf steigt: Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin wird nun doch weitere Asylsuchende aufnehmen. Das bestätigte Waltraud Lorenz, die Sozialdezernentin des Kreises, jetzt.

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Der Landkreis läst das Heim gerade sanieren.

Quelle: Peter Geisler (Archiv)

Neuruppin. Bisher hatte der Kreis dem Land die kalte Schulter gezeigt. Das Landessozialamt Cottbus hatte schon im August nachgefragt, ob Ostprignitz-Ruppin zum Beispiel Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen könnte. Damals gab es aus Neuruppin aber eine Absage. Wegen fehlender Plätze.

Zurzeit lässt der Kreis das Asylbewerberheim in Treskow für knapp eine Million Euro sanieren. Die Zustände in dem einstigen Lehrlingswohnheim waren zuletzt nahezu unhaltbar.

Um den Umbau kümmern sich die Ruppiner Kliniken für den Landkreis. Der Kreistag hatte sich dafür ausgesprochen, Flüchtlinge weiterhin in einem Heim unterzubringen, wo sie auch Betreuung bekommen könnten, statt Wohnungen anzumieten. Nach dem Umbau soll es in Treskow Platz für etwa 160 Flüchtlinge geben, das wären 20 mehr, als dort bisher leben können.

Doch der Bedarf dürfte weit höher liegen. Jahrelang hatte die Zahl von Asylbewerbern eher abgenommen, viele Kommunen hatten ihre Plätze deswegen zusammengestrichen. Doch inzwischen kommen wieder mehr Flüchtlinge nach Deutschland, nicht nur aus Syrien. Nach einem genau festgelegten Modus wird entschieden, welcher Landkreis wie viele Flüchtlinge aufnehmen muss.

Mehrere Kreise sehen sich zurzeit nicht in der Lage, Plätze bereitzustellen. Das zentrale Aufnahmelager in Eisenhüttenstadt platzt aus allen Nähten. Dort müssen so viele Menschen auf engstem Raum leben, dass es immer wieder zu Auseinandersetzungen kommt. Sozialminister Günter Baaske hat die Kreise jetzt ultimativ aufgefordert, mehr Asylsuchende aufzunehmen. Sonst droht Strafgeld.

"Wir sollen bis 31.Dezember noch 52 Flüchtlinge aufnehmen", sagt Waltraud Lorenz. Das werde der Landkreis auch tun.

Die Kreisverwaltung rechnet damit, dass es dabei nicht bleibt. "Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Asylsuchenden in den nächste Jahren noch steigen wird", sagt Waltraud Lorenz. Deshalb wird gerade geprüft, ob in dem Wohnheim in Treskow auch die dritte Etage ausgebaut wird, die bisher nicht vorgesehen war.

Woher das Geld dafür kommen könnte, prüft die Kreisverwaltung noch. Lorenz: "Es gibt eine Investitionspauschale des Landes." Möglich wäre aber auch, dass der Kreis Investitionszuschüsse für finanzschwache Kommunen in Potsdam beantragt. Bisher hatte das Land solche Zuschüsse immer von einer höheren Kreisumlage abhängig gemacht. 2014 könnte die tatsächlich steigen ‒ vorausgesetzt der Kreistag stimmt dem zu.

Von Reyk Grunow

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