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Mehr Platz fürs Knabenkraut

Zippelsförde Mehr Platz fürs Knabenkraut

Am Rhin bei Zippelsförde sollen noch mehr seltene Orchideen blühen. Deshalb setzen die „Deutsche Gesellschaft für Tiergestützte Therapie“ und der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land dort Wasserbüffel als Landschaftspfleger ein.

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Wasserbüffel fühlen sich wohl auf den Wiesen am Ufer des Rhins bei Zippelsförde.

Quelle: Peter Geisler

Zippelsförde. Im Mai blüht das breitblättrige Knabenkraut in kräftigem Lila. „Das ist ein traumhaft schönes Bild“, sagt Heiko Strobel vom Naturpark Stechlin-Ruppiner Land. Auf einer Wiese am Ufer des Rhins bei Zippelsförde blüht die kleine Orchidee zuverlässig in jedem Frühjahr. „Früher war diese Art sehr häufig“, sagt Strobel. Inzwischen sind das breitblättrige Knabenkraut und seine Verwandten jedoch selten geworden. Nach dem Bundesartenschutzgesetz gelten sie als „besonders geschützt“.

Der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land hat deshalb am Ufer der Rhins ein besonderes Schutzprogramm aufgelegt. Seit Mai setzt er in Kooperation mit der in Zippelsförde ansässigen „Deutschen Gesellschaft für Tiergestützte Therapie“ Wasserbüffel als Landschaftspfleger ein. Die schwarzen, kräftigen Tiere sollen auf dem Areal Schilf, Seggen und andere Pflanzen abweiden, die der zarten Orchidee eine Konkurrenz sein könnten. In einigen Jahren, so hofft Strobel, ist das breitblättrige Knabenkraut dorthin zurückgekehrt.

Mehr Artenvielfalt am Ufer des Rhins

Doch nicht nur selten gewordene Orchideen sollen sich dort wieder ansiedeln. Auch andere blühende Kräuter und Pflanzen werden dort wieder wachsen können, wenn die Wasserbüffel Sträucher und anderen robusten Bewuchs abfressen. „Wir wünschen uns eine insgesamt größere Artenvielfalt“, sagt Strobel. Kehren die Blühpflanzen zurück, locken sie Insekten und damit auch Vögel an. „Das natürliche Netz wird wieder aufgespannt.“

Anders als Pferde, die mit ihren Hufen den Boden verdichten, lockern Wasserbüffel die Fläche mit ihren Klauen auf. „Die Wasserbüffel sind perfekt für diesen feuchten Boden“, sagt Angela Zimmermann, die Vorsitzende des Vereins Deutsche Gesellschaft für Tiergestützte Therapie. „Sie fühlen sich hier sehr wohl.“

Seit Mai grasen drei Wasserbüffel am Rhin

Im Frühjahr hatte sie drei Büffel von einem Gut bei Rheinsberg nach Zippelsförde holen können. Inzwischen hat sie die sehr neugierigen und gemütlichen Tiere schätzen gelernt. Demnächst möchte die Psychologin und Heilpraktikerin die Wasserbüffel auch als Therapietiere einsetzen. Junge Erwachsene mit seelischer Behinderung sollen sich durch die Arbeit mit den Büffeln und anderen Tieren an eine Tagesstruktur gewöhnen können. Zugleich soll ihnen die Pflege der Tiere helfen, Vertrauen in sich und andere zu entwickeln.

„Sich um ein anderes Lebewesen kümmern zu können, ist eine wichtige Erfahrung“, sagt Angela Zimmermann. Gerade für Menschen, die Schwierigkeiten hätten, sich gegenüber anderen zu öffnen, könne die Begegnung mit Tieren heilsam sein. Zugleich sei die Arbeit an der frischen Luft für Menschen mit Panikattacken ideal. „Sie können in ihrem eigenem Rhythmus und ohne Leistungsdruck arbeiten“, sagt Zimmermann.

Wasserbüffel in der Therapie

Derzeit verhandelt Angela Zimmermann mit der Jugendhilfe Nordwestbrandenburg (JNWB) über ein Projekt, das einer kleinen Gruppe von jungen Erwachsenen in Zippelsförde Beschäftigung geben soll. Auf dem Radenslebener Sonnenhof arbeiten Zimmermann und die JNWB bereits zusammen. Zwei Mal wöchentlich ist Zimmermann dort mit Therapietieren im Einsatz oder unterstützt die Kinder und Jugendlichen, die dort ohne ihre Familien aufwachsen, bei der Pflege der hofeigenen Tiere (die MAZ berichtete).

Von Frauke Herweg

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