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Mehr Schadstoffe als erwartet

Wittstock Mehr Schadstoffe als erwartet

Der Erdaushub, der bei der Umverlegung der Dosse ans Tageslicht befördert wurde, muss komplett entsorgt werden. Er enthält mehr Schadstoffe als erwartet. Problematisch sind vor allem die Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK).

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Dosse schlängelt sich nun – wie einst – in einem Bogen durch den Bereich hinterm Bleichwall in Wittstock.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Mehr Schadstoffe als erwartet kamen bei den Baggerarbeiten im Zusammenhang mit dem Umverlegen der Dosse in Wittstock bisher an Tageslicht. Das bestätigt Sabine Leske von der Unteren Abfallwirtschaftsbehörde des Landkreises.

Besonders problematisch seien dabei die Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK). Als Grund für diese Situation vermutet Sabine Leske die Tatsache, dass beim Begradigen der Dosse in den 1950er Jahren viel Schutt und Müll als Füllmaterial verwendet wurde. Außerdem sei eine große Menge an Kohlegrus gehoben worden.

PAK sind natürlicher Bestandteil von Kohle und Erdöl. Auch Katrin Wredenhagen vom Wasser- und Bodenverband Dosse-Jäglitz, der die Umverlegung realisiert, zeigt sich von den Schutt- und Abfallmengen überrascht. „Es ist schon erstaunlich, was hier alles an Schrott und Müll in der Erde steckte.“

„Da konnten wir keine Kompromisse eingehen“

Zwar hatte ein Gutachten vor Beginn der Arbeiten darauf verwiesen, dass mit Schadstoffen in der Erde zu rechnen sei, die tatsächliche Kontaminierung sei nun aber doch höher als zunächst angenommen. Das heißt, der Aushub kann keinesfalls bei der Gestaltung des Bereiches wiederverwendet, sondern muss speziell entsorgt werden. „PAK können in der Natur nicht abgebaut werden. Da konnten wir keine Kompromisse eingehen“, sagt Sabine Leske.

Der Aushub wurde zunächst zwischengelagert und muss entsorgt werden

Der Aushub wurde zunächst zwischengelagert und muss entsorgt werden.

Quelle: Björn Wagener

Deshalb wurde ein Zwischenlager in direkter Nähe zur Baustelle eingerichtet. Dort liegen mittlerweile rund 2000 Kubikmeter Erdaushub. Am Ende werden es voraussichtlich 2500 Kubikmeter sein. Da diese Gesamtmenge aber geringer ausfalle als geplant, wird davon ausgegangen, dass die Entsorgungskosten etwa im vorausberechneten Rahmen bleiben. Das wurde auf der jüngsten Bauberatung mitgeteilt. Jede Woche stimmen sich die Firmen und Vorhabenträger über aktuelle Entwicklungen ab.

Bei den Begehungen der Baustelle sind dieser Tage Gummistiefel unerlässlich. Denn die Arbeiten im Bereich hinter dem Bleichwall gleichen einer Schlammschlacht. Der Bagger, der den neuen Verlauf der Dosse aushebt, gräbt sich unaufhörlich durch den Untergrund. Auch wenn die Arbeiten noch nicht abgeschlossen sind, so ist doch der neue Dosseverlauf schon weitgehend gut erkennbar.

Entlastung bei Hochwasser

Durch den neu geschaffenen Bogen ergibt sich eine Mittelinsel. Sie solle – ebenso wie der alte Dossearm – künftig notfalls zusätzlich Wasser aufnehmen können und so der Hochwasserentlastung dienen, sagt Katrin Wredenhagen. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beendet werden. Sie schließen außerdem das Herstellen einer Sedimentationsanlage fürs anfallende Regenwasser mit ein. Dort können sich Schmutzpartikel absetzen, bevor das Wasser in die Dosse geleitet wird.

Umverlegt wird der Fluss in sein ursprüngliches Bett, um sie zur Landesgartenschau (Laga) 2019 in Wittstock für die Besucher intensiver erlebbar zu machen. Der gesamte Bereich soll einladender gestaltet und ansprechend bepflanzt werden. Der Fluss, dessen Name dem der Stadt meist angefügt wird, war in den 1950er Jahren im beschriebenen Bereich begradigt worden.

Von Björn Wagener

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