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Mehr Wasser für den Zühlener Schulzensee

Naturpark stellte Rettungsprojekt vor Mehr Wasser für den Zühlener Schulzensee

In den vergangenen Jahren ist der Wasserpegel des Zühlener Schulzensees deutlich gesunken. Mit dem Einbau einer Sohlgleite versucht der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land jetzt, das Wasser aus dem regenreichen Frühjahr im See zu halten.

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Der Wasserpegel ist gefallen – die Wurzeln der Erlen ragen in die Luft.

Quelle: Peter Geisler

Zühlen. An den Erlen kann man es sehen: Der Wasserpegel im Zühlener Schulzensee ist stark gesunken. Bis weit über die Wasseroberfläche reichen die Baumwurzeln inzwischen. In den vergangenen Jahren fiel der Wasserpegel des Schulzensees um bis zu 50 Zentimeter. In trockenen Sommer blieb von dem Gewässer nur eine Matschfläche. Im Frühjahr hatte der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land deshalb eine sogenannte Sohlgleite errichten lassen. Das Bauwerk soll ermöglichen, dass das Wasser aus dem regenreichen Frühjahr auch tatsächlich im See bleibt. Am Montag stellte der Leiter des Naturparks Mario Schrumpf das Projekt vor.

Schützenswerter Lebensraum

Schützenswerter Lebensraum: der kleine Schulzensee westlich von Rheinsberg.

Quelle: Peter Geisler

„Wir versuchen das Wasser, das im Frühjahr ja eigentlich da ist, im See zu halten“, sagt Schrumpf. Bis zu 4000 Amphibien leben an dem in einem Kessel gelegenen See. Die Sohlgleite soll ihren Lebensraum vor dem Austrocknen schützen. Zugleich – davon gehen die Naturschützer aus – wird sich mit der größeren Wassermenge im Schulzensee auch die Wasserqualität verbessern. Bislang erreicht der von der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie europaweit geschützte See nur die Klasse C – die schlechteste Kategorie – im sogenannten Erhaltungszustand. Brandenburgische Vorgaben verlangen, dass der See mindestens eine Klasse höher rutscht. Auch deshalb wollte der Naturpark etwas tun.

Inzwischen informiert auch eine Tafel über die zahlreichen Amphibien, die am und im See leben. Naturschützer haben vor allem Erdkröten beobachtet. Vor einigen Wochen hat sich Schrumpf die Uferzonen näher angesehen. „Das Wasser war ganz schwarz vor Kaulquappen“, sagt er. Aber auch die besonders geschützte Rotbauchunke lebt am Schulzensee. Gemeinsam mit der Kommune und dem Landkreis will der Naturpark am Schulzensee verschiedene weitere Kleingewässer anlegen.

Unscheinbar, aber großer Effekt

Unscheinbar, aber großer Effekt: Die Sohlgleite soll das Abließen des Wassers verhindern.

Quelle: Peter Geisler

Gut 6000 Euro haben die Sohlgleite, die Tafel und das Errichten eines Pegelstandes gekostet. 4000 Euro steuerte die Rheinsberger Preußenquelle bei. Für einen Produzenten von Mineralwasser sei ein Engagement am Schulzensee naheliegend, sagt Geschäftsführer Frank Stieldorf. Langfristig profitiere die Qualität des aus mehr als 160 Metern Tiefe geförderten Mineralwassers sogar davon. „Wenn ich unten sauberes Wasser haben will, muss ich eben auch oben an der Oberfläche etwas dafür tun“, sagt Mario Schrumpf.

Stieldorf und Schrumpf, die sich eigentlich bei einem Gespräch über die ähnlich aussehenden Logos von Preußenquelle und Naturpark kennengelernt haben, denken inzwischen über weitere gemeinsame Projekte nach. So planen sie ein Umweltbildungsprojekt zum Thema Wasser. Es könnte am Naturparkhaus in Menz für Schüler aus der Region angeboten werden.

Der Schulzensee hatte in den vergangenen Jahrzehnten viel Wasser über einen Entwässerungsgraben verloren. Zugleich machten ihm trockene Sommer und die Versiegelung von Oberflächengewässern zu schaffen. Früher soll der See eine Fläche von mehr als sechs Hektar gehabt haben, inzwischen ist er nur noch 4,6 Hektar groß. Weil der See mitunter gänzlich austrocknete, hat sich der Fischbestand deutlich reduziert.

Die jetzt angelegte Sohlgleite sieht für den Laien unspektakulär aus. Zu sehen sind nur die auf Geotextilien aufgeschütteten Steine. Die Sohlgleite soll das Wasser bis zu einem festgelegten Pegelstand im See halten. Erst danach kann das Wasser abfließen.

Von Frauke Herweg

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