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Mehr als 200 Granaten gefunden

Walsleben Mehr als 200 Granaten gefunden

Beim Neuanlegen eines aus der Eiszeit stammenden Gewässers zwischen Walsleben und Dannenfeld (Ostprignitz-Ruppin) entdeckte ein Spaziergänger drei Granaten. Als die Munitionsexperten kamen, staunten diese nicht schlecht. Denn in dem Aushub des Baggers steckten mehr als 200 Granaten sowjetischer Bauart. Für den Fund gibt es eine erstaunliche Erklärung.

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Beim Ausbaggern des Sees bei Dannenfeld wurden mehr als 200 Granaten zutage gefördert.

Quelle: Peter Geisler

Walsleben/Molchow. Der entscheidende Tipp kam von einem Spaziergänger, der mit seinem Hund unterwegs war. Der Mann war neugierig, wie die Arbeiten an einem seit Jahren verlandeten Teich zwischen Walsleben und Dannenfeld vorangehen, der renaturiert werden soll. Dabei entdeckte der Mann drei Granaten.

Auch 67 Bombenzünder gefunden

Der alarmierte Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei untersuchte die Fläche genauer – und entdeckte in dem festen Aushub aus Schlick, Erde und Sand, den der Bagger für das wiederentstehende Eiszeitgewässer auf das benachbarte Feld geräumt hatte, mehr als 200 Granaten. „Alle waren scharf und nicht transportfähig“, sagte Gerd Fleischhauer, Truppführer beim Kampfmittelräumdienst, am Dienstag in Neuruppin. Demnach wurden die Granaten, die alle aus russischer Produktion stammen, am Montagnachmittag vor Ort gesprengt. Dabei handelte es sich um gut 200 Granaten in der Größe 20 Millimeter, die wohl für die Flugzeugbewaffnung bestimmt waren, und 28 sogenannte 76-Millimeter-Granaten. Diese Art sei im Zweiten Weltkrieg als Behelfsbomben eingesetzt worden, sagte Fleischhauer. Außerdem wurden in dem Aushub noch 67 Bombenzünder gefunden.

Ein wilder Feldflugplatz kurz vor Kriegsende?

Der Munitionsexperte erklärt sich den ungewöhnlichen Fund damit, dass im April oder Mai 1945 die Fläche von der sowjetischen Armee wohl eine Zeit lang als „wilder“ Feldflugplatz genutzt wurde. Als die Truppe dann abzog, hat sie wohl einiges von der Munition vergessen oder einfach in den damals noch vorhandenen Teich geschüttet. Dieser versandete über die Jahre. Schlick überzog die Granaten, der sich wie erkaltete Lava über die explosive Hinterlassenschaft des Krieges legte und eine Art Schutzmantel bildete. Erst als das Amt Temnitz im August den zu einer Regenpfütze geschrumpften Teich ausbaggern ließ, damit der Feldsoll wieder Lebensraum für Molch und Unke werden kann, wurden die Granaten schließlich entdeckt.

Drei Granaten in Molchow gesprengt

Indes wurden am Montagfrüh im Neuruppiner Ortsteil Molchow drei Granaten gesprengt, die Taucher des Kampfmittelbeseitigungsdienstes in der Nähe der Molchowbrücke gefunden hatten. Der Grund des Flusses in Molchow wurde seit Wochen untersucht, weil die Brücke neu gebaut werden soll. Die Munitionsexperten haben ihre Arbeiten in Molchow sowie zwischen Walsleben und Dannenfeld jetzt abgeschlossen. Sie ziehen jetzt in die Kreisstadt zum Ruppiner See. Dort soll nun der Bereich des einstigen Feuerlöschgerätewerkes nach Munition abgesucht werden. Die Stadt will dort im nächsten Jahr den Uferwanderweg weiterbauen.

Von Andreas Vogel

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