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Mehr illegale Drogen, weniger Alkohol

Ostprignitz-Ruppin Mehr illegale Drogen, weniger Alkohol

Alkohol ist weiterhin die Droge Nummer eins in Ostprignitz-Ruppin. Allerdings haben Suchttherapeuten einen Wandel festgestellt: Demnach suchen immer mehr Süchtige einen Rat, die Cannabis oder Amphetamine konsumieren und davon ohne Hilfe nicht mehr wegkommen. Die zehn Mitarbeiter beraten pro Jahr zwischen 550 und 600 Betroffene.

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Nicht jeder, der sich eine Zigarette dreht, streuselt sich auch illegale Substanzen in den Tabak.

Quelle: DPA

Neuruppin. In Ostprignitz-Ruppin wenden sich immer mehr Menschen wegen ihres nicht mehr beherrschbaren Konsums von illegalen Drogen an die integrierte Suchtberatung. Zwar hat das Gros der Betroffenen, die Rat suchen, immer noch ein Alkoholproblem. Doch sank deren Anteil von 84 Prozent im Jahr 2012 auf knapp 76 Prozent im vergangenen Jahr, sagte am Montag Sandra Helm, die Leiterin der integrierten Suchtberatungsstelle in Ostprignitz-Ruppin. Im Gegenzug hat sich die Zahl der Klienten, die wegen ihres Cannabis-Konsums Rat suchen, nahezu verdoppelt: 2012 waren es rund fünf Prozent der knapp 600 Betroffenen, die sich an einen der zehn Mitarbeiter der Suchtberatung im Landkreis gewandt haben – 2016 waren es schon 9,5 Prozent.

Die Hilfesuchenden werden jünger

Noch deutlicher ist der Anstieg bei Problemen mit sogenannten Stimulanzien wie Amphetaminen, einschließlich Crystal Meths. Vor fünf Jahren machten Beratungen wegen dieser Sucht gerade mal 0,3 Prozent der Fälle in Ostprignitz-Ruppin aus, im vergangenen Jahr sei die Quote auf 4,75 Prozent gestiegen, sagte Diplom-Sozialarbeiterin Helm. Die Zahl der Ratsuchenden hat sich dabei in den vergangenen Jahren kaum geändert. „Wir haben immer zwischen 550 und 600 Klienten pro Jahr“, so Helm.

Mit dem Wandel bei den Süchten wandelt sich ebenfalls das Alter der Betroffenen, die einen Ausweg aus ihrer Lage suchen. „Alkoholiker trinken in der Regel 20 Jahre, bevor sie sich an uns wenden“, so die Suchttherapeutin. Süchtige, die Cannabis oder Amphetamine konsumieren und davon wieder loskommen wollen, sind jedoch meist deutlich jünger als 40.

Wie ich meinen Vater an den Alkohol verlor

Derzeit bereiten die Mitarbeiter der Suchtberatung vom Tannenhof zwei besondere Veranstaltungen vor: Am 17. Mai wird Dominik Schottner sein Buch „Dunkelblau: Wie ich meinen Vater an den Alkohol verlor“ um 19 Uhr in der Neuruppiner Fontanebuchhandlung vorstellen. Der gebürtige Münchner, der beim Deutschlandradio arbeitet, steht auch für Nachfragen und Gespräche bereit. Zudem will die Suchthilfe am 19. Mai bei der Tour de Prignitz mit vielen Mitstreitern von Heiligengrabe nach Kyritz radeln und dabei für das Motto „Kein Alkohol unterwegs!“ werben.

Von Andreas Vogel

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