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Meister Adebar ist wieder heimisch

Babitz Meister Adebar ist wieder heimisch

Seit 1908 wohnte der Storch immer auf einem Scheunendach in Babitz. Dann ließ dort die Statik nach und Adebar zog das Weite. Seit fünf Jahren bietet ein nagelneuer Horst in elf Meter Höhe Platz zum Wohlfühlen. Wiesen bis zum Horizont garantieren Futter satt, aber auch die Hauptwindrichtung aus Südwest sorgt für einen sauberen Start gegen die Windrichtung.

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Nebenbuhler im Anflug? Während das Paar im Nest sitzt, umkreist ein weiterer Storch den Horst.

Quelle: Christamaria Ruch

Babitz . Die Wohnlage erscheint auf den ersten Blick wenig attraktiv: Die kleine Vierraumwohnung liegt direkt in der Einfallschneise der Landesstraße aus Richtung Wittstock. Und der Wind pfeift um die Ohren. Immer wieder lenkt der Autofahrer seinen Blick in elf Meter Höhe: Dort oben tummelt sich ein Storchenpaar und bahnt die neue Liebe an. Die beiden Vögel fühlen sich pudelwohl, wie jeder beobachten kann.

Vor fünf Jahren schmiedeten neun Männer um den damaligen Ortsvorsteher Frank Köster einen Plan: Meister Adebar soll wieder ein Dorfbewohner werden. Denn Babitz und der Storch gehören untrennbar zusammen. „Seit 1908 befand sich das Storchennest auf der alten Scheune“, sagt Bernd Heuer. Die Scheune, Baujahr 1716, gilt als das älteste original erhaltene Gebäude im Dorf. Doch dann verließ Meister Adebar den angestammten Platz: der Mittelbalken der mit Reet gedeckten Scheune war weggebrochen. Und weil Störche ausgezeichnete Statiker sind, verlassen sie einen Horst bei wackeligem Untergrund.

Der Ornithologe Jürgen Kaatz beriet die Männer und wählte den neuen Wohnungsort aus. Die Wahl fiel auf Gemeindeland am Ortseingang: Wiesen bis zum Horizont garantieren Futter satt, aber auch die Hauptwindrichtung aus Südwest sorgt für einen sauberen Start gegen die Windrichtung. Und in elf Meter Höhe kann der Vogel unfallfrei die Einflugschneise passieren. Wenn der Storch neben den Fröschen auch Maulwürfe als Futter aufgabelt, profitiert der Landwirt von einer hügelfreien Fläche.

2012 errichteten die Babitzer ein Nest auf einem alten Mast

In Eigenregie funktionierten die Babitzer 2012 ein altes Beregnungsrad zum Horst um und flochten Zweige von Weide, Erle und Linde ein. Auf einem ausrangierten Lichtmast thront seitdem das Nest. Im ersten Jahr ließ Adebar den Horst noch links liegen, das gleiche passierte 2013. „2014 haben wir nachgelegt und weitere Weidenzweige in das Nest eingespannt“, erinnert sich Frank Köster. Und dann passierte „Ostermontag 2014 das Unglaubliche, denn ein Storch flog ein.“ Damals verbrachte er den Sommer als Single in Babitz. Schon ein Jahr später flatterte ein Paar ein, „warf aber leider die Eier aus dem Nest“, so Frank Köster. 2016 schlüpfte der erste Jungstorch und konnte erfolgreich aufgezogen werden. „In diesem Jahr kam der männliche Storch Anfang April und Ostermontag haben wir bemerkt, dass auch eine Storchendame da ist“, sagt Bernd Heuer. Beim Fototermin kreiste allerdings auch ein dritter Storch über den Horst. Ob das ein Nebenbuhler ist und sich in den nächsten Wochen daraus noch Horstkämpfe um die Storchendame entwickeln, bleibt abzuwarten. „Wir freuen uns, dass wir wieder den Storch in Babitz haben“, bringt Frank Köster die gute Stimmung auf den Punkt.

Von Christamaria Ruch

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