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Meisterhaftes Konzert im Papiersaal

Hohenofen Meisterhaftes Konzert im Papiersaal

In Hohenofen zeichnete der Deutschlandfunk ein hochkarätiges Konzert zur Rettung des Industriedenkmals Papierfabrik auf. Dort spielten am Sonntag der Akkordeonvirtuose Vincent Peirani und der Saxofonist Emile Parisien. Die Musiker lösten im Publikum wahre Begeisterungsstürme aus.

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Akkordeonvirtuose Vincent Peirani und der Saxofonist Emile Parisien bei ihrem Auftritt.

Quelle: Renate Zunke

Hohenofen. Mehr als 200 Gäste, die meisten von weiter her angereist, ließen sich am Sonntagnachmittag ein besonderes Ereignis in der ehemaligen Papierfabrik Hohenofen nicht entgehen. Hier zeichnete der Deutschlandfunk im einstigen Papiersaal ein Konzert des Akkordeonvirtuosen Vincent Peirani und des Saxofonisten Emile Parisien auf. Das Konzert wird am 24. Oktober ab 21.05 Uhr im „Musik-Panorama“ gesendet – zusammen mit einem Beitrag über das Projekt technisches Denkmal Papierfabrik Hohenofen. Damit engagiert sich der Radiosender in Zusammenarbeit mit der Deutschen Denkmalstiftung für Baudenkmale in Not. Der Erlös des musikalischen Highlights, eine Karte kostete 25 Euro, kommt dem Projekt Industriedenkmal Papierfabrik zugute.

Als Ehrengäste konnte Ute Fürstenberg, Vorsitzende des Vereins Paten-Papierfabrik, den Staatssekretär im Brandenburgischen Kulturministerium Martin Gorholt und Werner Nüse, Dezernent für Bauen, Ordnung und Umwelt des Landkreises OPR begrüßen, ebenso Hans-Ulrich Bein, einst Produktionsleiter in der Papierfabrik sowie die einstige Sekretärin Christa Geisler.

Vize-Landrat Werner Nüse, Staatssekretär Martin Gorholt und der 90-jährige Klaus Bartels mit seiner Frau (vl)

Vize-Landrat Werner Nüse, Staatssekretär Martin Gorholt und der 90-jährige Klaus Bartels mit seiner Frau (v.l.)

Quelle: Renate Zunke

Zu den Ehrengästen gehörten ebenso Klaus Bartels und seine Frau aus Frankfurt am Main. Der jetzt 90-jährige Bartels war nach verschiedenen beruflichen Stationen im Papiergroßhandel bis 1960 Geschäftsführer eines Feinpapiergroßhandels. Nach seiner Flucht in die Bundesrepublik arbeitete er als Prokurist und Geschäftsführer einer Papiergroßhandlung im Hessen. Noch immer fungiert er als technischer Berater des Museumsprojektes „Paten-Papierfabrik Hohenofen“. Er ist Mitglied im Deutschen Arbeitskreis für Papiergeschichte und verfasste unter anderem das Buch „Papierherstellung in Deutschland. Von der Gründung der ersten Papierfabriken in Berlin und Brandenburg bis heute“ .

Ute Fürstenberg berichtet: „Klaus Bartels setzt sich sehr ein für die Rettung der Papierfabrik als technisches Denkmal. So schreibt er unter anderem immer wieder Briefe an Verantwortliche und kommt jedes Jahr zum Tag der offenen Tür nach Hohenofen“. Auch am Sonntag fanden wieder Führungen in der Papierfabrik statt, genutzt von ungefähr 50 Leuten.

Brandenburg zeichnet sich auch durch seine Industriegeschichte aus

Staatssekretär Martin Gorholt sagte eingangs des Konzerts, dass sich Brandenburg auszeichne durch Schlösser und Seen, aber auch Technik- und Industriegeschichte. Dazu gehörten in der Region das Gaswerk in Neustadt und die Papierfabrik in Hohenofen. „Man sei erst einmal erschlagen von dem Ausmaß der noch zu erledigen Arbeiten in Hohenofen“, meinte der Staatssekretär und dankte ausdrücklich dem Verein Patent-Papierfabrik für das Engagement. Dass die Papierfabrik erhalten bleibe, dazu diene auch das Konzert.

Das löste wahre Begeisterungsstürme aus. Denn das Duo Peirani (Akkordeon) und Parisien (Saxofon) vereinten sich zu einem musikalischen Ereignis der Extraklasse, getragen von viel Spielfreude und Emotionalität. Immerhin gehören Peirani und Parisien zu den führenden Musikerpersönlichkeiten ihrer Generation in der französischen Jazzszene. In Hohenofen konnte man nun erleben, wie die beiden Akteure musikalisch hervorragend zusammenfanden, jeder jedoch auch die eigenen Akzente setzte. Wie aus einer Wunderkiste entlockte Peirani dem altbewährten Instrument Klänge von einer intensiven Bandbreite, energiegeladen begleitet vom Saxofonisten Parisien. Ihr meditatives Zusammenspiel machte den Eindruck, als wollten beide Musiker den Jazz neu ausloten. Diese Meisterschaft schlug das Publikum natürlich sofort in den Bann.

Von Renate Zunke

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