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Menschen werden „Lebendige Bibliothek“

Kyritz/Wusterhausen Menschen werden „Lebendige Bibliothek“

Eine besondere Aktion in Kyritz und Wusterhausen will Zeitzeugen von Flucht und Vertreibung zu Wort kommen lassen. Am kommenden Wochenende kann sich jedermann für einige Zeit einen Gesprächspartner „ausleihen“, um sich fundiert und sehr persönlich über Schicksale informieren zu lassen.

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Die „Bücher“ bei der Vorbereitung: ein buntes Gemisch.

Quelle: Alexander Beckmann

Kyritz/Wusterhausen. Wie ist es wirklich, wenn man seine Heimat verlassen muss – weil man dort nicht mehr willkommen ist, weil Repressalien drohen oder weil man sich anderswo ein Leben in Sicherheit und mit Perspektive erhofft? Dieser Frage widmet sich unter dem Motto „Lebendige Bibliothek“ am Wochenende eine Veranstaltung in Kyritz und Wusterhausen.

Am Sonnabend, dem 17. September, von 11 bis 15 Uhr im Kyritzer Klostergarten sowie am Sonntag, dem 18. September, von 11 bis 15 Uhr im Wusterhausener Wegemuseum, stellen sich Experten zu diesem Thema den Fragen des Publikums. Jeweils für 30 Minuten kann sich dann jedermann einen Gesprächspartner „ausleihen“. Es sind Zeitzeugen, Betroffene und Menschen, die sich intensiv mit dem Thema „Flucht in Geschichte und Gegenwart“ beschäftigt haben.

„Bücher“ der „Lebendigen Bibliothek“ sind Stephanie (Patrick) Gawehn und Gabriele Dittrich aus Kyritz, Helmut Wagner vom Historischen Heimatverein Kyritz, der mit dem Schicksal des jüdischen Kaufmanns Theodor Calmon aus Kyritz vertraut ist, Klaus Hoferichter aus Wusterhausen, Gerda Pladies aus Kyritz, Heidrun Weitz aus Gantikow, Ahmad und Nour Al­sayed aus Syrien, der CDU-Landtagsabgeordnete Dieter Dombrowski, Eva Rodau aus Wusterhausen und Rahim Aria aus Afghanistan. Christine Wehner vom Berliner Anne-Frank-Zentrum hat ebenfalls etwas zu erzählen, übernimmt aber zugleich die Rolle des Initiators. „Wir hatten die Idee und wir begleiten das“, sagt sie. Ähnliche Veranstaltungen gebe es auch in Fürstenwalde, im sächsischen Königstein und im mecklenburgischen Greifswald. „Sprechen Sie mit Menschen, die in der Vergangenheit oder erst vor ein paar Wochen oder Monaten gezwungen waren, ihr Zuhause zu verlassen, und die bereit sind, sich über Erfahrungen auszutauschen“, lädt sie ein.

Maßgeblich unterstützt wird die Aktion von der Gemeinde Wusterhausen, der Stadt Kyritz und dem Verein Ostprignitz Jugend. Anja Büchner vom Verein bittet: „Die Besucher müssen nicht alle gleich um elf da sein. Wir müssen das ja auch ein bisschen verteilen.“ Nicht alle „lebenden Bücher“ werden an beiden Orten verfügbar sein.

Von Alexander Beckmann

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