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Menschen wollen politisch mitmischen

Prignitz-Ruppin Menschen wollen politisch mitmischen

Die Parteien in Prignitz und Ruppin verzeichnen mehr Interesse an einer Mitgliedschaft in ihren Kreisverbänden. Dabei haben die neuen Mitglieder die unterschiedlichesten Motivationen, politisch mitmischen zu wollen. So hatte der sogenannte „Schulz-Effekt“ Anfang des Jahres der SPD in der Region einen Mitgliederzuwachs beschert.

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Der Wittstocker René Schütte ist im September in die CDU eingetreten, weil er was für seine Region tun will.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Gewählt hat er die CDU schon immer. „Die tun was für die Wirtschaft“, sagt René Schütte. In diesem Jahr hat sich der 32-jährige Wittstocker dann dazu entschieden, der Partei beizutreten, weil er die Region mitgestalten will, wie er sagt. „Nicht nur meckern, machen“, ist seine Motivation, sich politisch zu engagieren.

Über den Zuwachs gerade jüngerer Mitglieder zeigt sich der CDU-Kreisverband Ostprignitz-Ruppin hoch erfreut. „In diesem Jahr konnten wir schon einige Mitglieder aufnehmen, die zwischen 20 und 40 Jahre alt sind. Das Durchschnittsalter der Neueintritte 2017 liegt bislang bei 34 Jahren“, sagt CDU-Sprecher Nando Strüfing. Jedes neue Mitglied ist dem Kreisverband willkommen, haben in den vergangenen fünf Jahren doch 40 die Partei verlassen. „Das ist vor allem auf Todesfälle und Umzüge zurückzuführen“, erklärt der Sprecher. 231 Mitglieder zähle der Verband. Erfreulicher seien die Zahlen bei der Jungen Union. Die konnte in diesem Jahr ihre Mitgliederzahl von 8 auf 21 mehr als verdoppeln. „Eine gute Arbeit nah am Bürger zahlt sich aus“, verweist Strüfing auf die zahlreichen Mandate der CDUler in kommunalen Parlamenten.

Für die FDP sitzt der Prignitzer Kreisparteichef Michael Hintz unter anderem im Stadtparlament von Wittenberge – dort auch im Sozialausschuss. Liberale und gleichzeitig soziale Politik will er dort umsetzen. Der Kreisverband sei mit 33 Mitgliedern relativ klein, dennoch gelinge es immer wieder, die Zahl durch Neueintritte konstant zu halten. „In diesem Jahr haben wir sogar zwei neue jüngere Mitglieder begrüßt“, berichtet Hintz. Überhaupt wolle der Verband mit seiner neuen Webseite sowie einer Facebookpräsenz gezielt jüngere Menschen ansprechen und so den Altersdurchschnitt von derzeit 64 Jahren kontinuierlich senken. Der liegt bei der CDU in der Prignitz bei 59 Jahren. „Um junge Mitglieder zu gewinnen, setzen wir auf die engagierte Arbeit unserer Jungen Union“, sagt Kreisverbandschef Gordon Hoffmann. Sie schneide ihre Veranstaltungen besonders auf jüngere Menschen zu. Die hätten in der CDU die Möglichkeit einer Schnuppermitgliedschaft oder ermäßigter Mitgliedsbeiträge. Schüler, Azubis und Studenten seien ganz davon befreit.

„Schulz-Effekt“ kam der SPD zugute

Einen für die Region deutlichen Anstieg der Neueintritte hat die SPD zu Beginn des Jahres erlebt, wie Parteisprecher Steven Seifert mitteilt. „Eine wesentliche Rolle spielte dabei die Nominierung und Wahl von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten und Parteivorsitzenden“, sagt er. Aktuell zähle die SPD in Prignitz und Ostprignitz-Ruppin 345 Mitglieder, Ein- und Austritte hielten sich seit Jahren die Waage.

14 Neueintritte, fünf Austritte, fünf verstorbene und fünf zugezogene Genossen sind die bisherige Bilanz der Partei „Die Linke“ in Ostprignitz-Ruppin für dieses Jahr. „Im Gegensatz zum landesweiten Trend, sind wir der einzige Linken-Kreisverband, der kontinuierlich wächst und das bereits seit vier Jahren in Folge“, informiert Kreisgeschäftsführer Justin König. Aktuell zähle die Linke im Kreis 253 Mitglieder. Der Zuwachs rührt Justin König zufolge auch von der weltpolitischen Lage her. Dabei verweist er auf einen Rechtstrend in Deutschland und Europa, gegen den Menschen in der Region mit einem Eintritt in die Linke ein Zeichen setzen wollten.

Das ist auch ein Argument vieler Neumitglieder bei den Grünen, wie Parteisprecher Martin Kündiger mitteilt. Eine mögliche Regierungsbeteiligung der Grünen wirke sich in der Region aber kaum auf die Mitgliederentwicklung aus. Im Gegensatz zur FDP in Ostprignitz-Ruppin: „Es kommt uns zugute, dass die FDP nach vierjähriger Abstinenz wieder im Bundestag präsent ist“, sagt Kreisparteichefin Gabriele Schare-Ruf. Aktuell gebe es zwar nur 31 Mitglieder im Verband, die Tendenz sei aber steigend. Eine ähnliche Mitgliederzahl kann auch AfD-Kreisverband in der Prignitz vorweisen. Fünf neue Mitglieder habe der Verband im Zeitraum der zurückliegenden Bundestagswahl dazugewonnen, wie Kreisparteivorstand Thomas Schlaffke informiert. Höher sei die Zahl jener, die die AfD ohne Parteibuch unterstützen.

Von Christian Bark

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