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Ostprignitz-Ruppin Mertens Museum in Dannenwalde
Lokales Ostprignitz-Ruppin Mertens Museum in Dannenwalde
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00:17 26.03.2016
Alte Sandalen und Schlittschuhe finden sich in Hans Mertens Sammlung. Manche Sachen hat er originalgetreu nachgebaut. Quelle: Sandra Bels
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Dannenwalde

„Spuren der Vergangenheit“ steht auf dem gebogenen Schild an der schweren Holztür, die Hans Merten an der Scheune auf seinem Hof öffnet. In dem kleinen Raum dahinter verbirgt sich ein wahrer Schatz – eine Art Bauernmuseum.

Alte bäuerliche Gerätschaften neben einer umfangreichen Gesteins- und Dokumentensammlung finden sich in dem kleinen Raum. Jeder Millimeter ist gefüllt mit „Spuren der Vergangenheit“. Selbst gebaute Schlittschuhe hängen neben Dreschflegel und Pferdegeschirr. Ein Butterfass, Siebe und viele andere Zeugnisse von früher hat der Dannenwalder zusammengetragen. Der Raum ist viel zu klein für alles. Aber seit kurzem hat das Dannenwalder Urgestein Aussicht auf eine größere Präsentationsfläche. Ihm wurde die ehemalige Wohnung im Gemeindehaus angeboten. Der Heimat- und Kulturverein des Ortes will ihm dabei helfen, die Ausstellung dort einzurichten.

Versteinerungen aller Art interessierten Hans Merten

Schon in seiner frühen Jugend begann Merten zu sammeln. Versteinerungen, die er in der Kiesgrube fand, haben ihn besonders interessiert. Aber auch der Acker gab viel her, zum Beispiel Steinäxte. Alte Geräte aus Kellern nahm er mit. „Im Prinzip alles, was andere nicht mehr haben wollten und weggeworfen hätten“, so der Dannenwalder. Sein Museum hat schon Besucher aus Berlin angelockt. Und mit den Ausstellungsstücken führte der Senior schon mehrere Veranstaltungen durch. Er zeigte unter anderem die Getreideernte von einst, das Buttern und den Kartoffelanbau. Noch heute hat er 15 alte Kartoffelsorten, die älteste ist von 1850.

Merten hat den Findlingspark in Dannenwalde mit aufgebaut, kümmert sich um Liebesbank und Eiskeller und hat auch alte Wegweiser gesammelt und neu beschriftet. Ebenso das Kriegerdenkmal im Ort, wobei ihm seine Töchter halfen. Eine Tochter will seine Sammlung einmal übernehmen und wahren. Der Dannenwalder ist froh darüber. „Für den Flohmarkt ist das alles viel zu schade“, sagt er.

Bewohner eines der letzten Kolonistenhäuser

Hans Merten ist nicht nur ein Sammler. Er bewohnt auch eines der letzten Kolonistenhäuser des kleinen Prignitzortes. Es stammt aus dem Jahr 1777. „Ich habe Urkunden und Dokumente von damals“, sagt der 83-Jährige. In Kirchenbüchern hat er die Entwicklung seiner Familie bis zum Ursprung zurückverfolgen können. Kolonistenhäuser waren keine Bauernhäuser. Sie waren einfach und primitiv. Kleinvieh durften die Kolonisten halten und einen Garten haben. „Alles für den Eigenbedarf“, weiß Hans Merten. Den Annehmungsbrief seiner Vorfahren, mit denen ihnen das Grundstück in Dannenwalde übereignet wurde, hat er. Stempel und Siegel sind zu erkennen. „In Dannenwalde gibt es noch zwei solcher Briefe“, so der Senior.

Dannenwalder führt die Familientradition weiter

Aus den Kolonisten wurden meist Handwerker und Gewerbetreibende. Mertens Vorfahren kauften später Land zum Grundstück dazu und bauten eine Landwirtschaft auf. Auch seine Eltern hatten eine Wirtschaft. Der junge Hans wollte aber eigentlich nie Landwirt werden. „Ich hatte mir vorgenommen zu studieren“, erzählt er. Daraus wurde nichts. Und so führte der Dannenwalder die Familientradition weiter und wurde doch Landwirt. Bis zum Jahr 2012 betrieb er eine Wirtschaft. Ganz getrennt hat er sich davon bisher nicht. Tauben, Mini-schweine, Pferde, Hühner, Vögel, Fische und Bienen tummeln sich auf dem Hof. Hans Mertens Frau Edeltraut teilt sich die Arbeit mit ihm.

Von Sandra Bels

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