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Messer in den Kopf: 16-Jähriger vor Gericht

Verhandlung in Neuruppin Messer in den Kopf: 16-Jähriger vor Gericht

Das Landgericht Neuruppin verhandelte am Mittwoch gegen einen 16-jährigen Neuruppiner. Er soll einem 18-Jährigen Ende Oktober nach einem Streit mit dem Messer in den Kopf gestochen haben. Der erste Verhandlungstag lässt viele Fragen offen. Bisher wurde nur entschieden, dass der Angeklagte aus der Jugendhilfeeinrichtung ausziehen darf.

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Verhandlungssaal im Landgericht Neuruppin.

Quelle: dpa

Neuruppin. Ein 16-jähriger Neuruppiner musste sich am Mittwoch wegen versuchten Totschlags vor dem Neuruppiner Landgericht verantworten. Er soll bei einem handfesten Gerangel Ende Oktober vergangenen Jahres einem 18-Jährigen mit einem Messer in den Kopf gestochen haben. Die Verhandlung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil der Angeklagte noch jugendlich ist.

Beim ersten von zwei angesetzten Verhandlungstagen am Mittwoch waren zwei Augenzeugen, das Opfer und der Angeklagte geladen, sagte Iris le Claire, Sprecherin des Landgerichts Neuruppin. Der mutmaßliche Täter wollte sich vorerst nicht zu den Vorfällen äußern. Vernommen wurden aber der 18-Jährige, der die Tat selbst bei der Polizei angezeigt hatte, ein Begleiter des Angeklagten und ein Augenzeuge, der die Auseinandersetzung aus der Ferne beobachtet haben soll.

Verhandlung wird mit weiteren Zeugenaussagen fortgesetzt

„Der genaue Tathergang ist zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht geklärt“, so le Claire. Die Jugendkammer des Gerichts prüft zunächst die Zeugenaussagen. Zur Frage steht unter anderem, wie gut sich der Angeklagte und das Opfer kannten. Der als Zeuge geladene Begleiter soll dabei gewesen sein, als die beiden an dem Abend aufeinander trafen. Seine Aussage könnte demnach Licht ins Dunkel bringen.

Am kommenden Freitag wird die Verhandlung fortgesetzt. Zwei Polizisten, die die Anzeige aufgenommen haben, sollen dann aussagen sowie eine medizinische Sachverständige. Diese wird Details zur Kopfverletzung des 18-jährigen Neuruppiners liefern und klären, ob die Wunde Rückschlüsse auf die Tat zulässt. Das Opfer war mit Verletzungen im Gesicht, einem gebrochenen Kiefer und einer Messerspitze im Schädel in die Ruppiner Kliniken gekommen und dort notoperiert worden. Das Messer wurde später in der Wohnung des Beschuldigten gefunden. Die Beamten nahmen ihn fest. Der Jugendliche wurde auf Weisung des Haftrichters in einer Jugendhilfeeinrichtung in Fürstenwalde untergebracht.

Angeklagter darf wieder nach Hause

Der Verteidiger des 16-Jährigen hat bei der gestrigen Verhandlung beantragt, dass der mutmaßliche Täter wieder nach Hause darf. Das Gericht sprach sich dafür aus, unter der Bedingung, dass er sich regelmäßig bei der Polizei meldet, berichtete Iris le Claire.

Ob es am zweiten Verhandlungstag schon zu einem Urteil kommt, ist unterdessen ebenfalls noch nicht klar. „Möglicherweise werden nach der Zeugenvernehmung höchstens noch die Plädoyers gelesen“, so die Gerichtssprecherin weiter. Ob es einen dritten Termin geben wird, ist also noch offen. Dem Angeklagten droht eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren – die Höchststrafe im Jugendstrafrecht.

Von Luise Fröhlich

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