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Mieter von den Verkaufsplänen überrascht

Neuruppin Mieter von den Verkaufsplänen überrascht

Der geplante Verkauf der einstigen Poliklinik in Neuruppin sorgt für Irritationen. Grund: Mehrere Mieter im sogenannten „Ruppiner Ärztehaus“ erfuhren eher zufällig von den Plänen. Das gilt auch für Stefan Nagel, den Inhaber der Ruppiner Apotheke. Diese hat noch einen Mietvertrag bis zum Jahr 2022 in dem Haus. Dennoch wird die Apotheke wohl nun zum Jahresende in ein neues Domizil umziehen.

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Stefan Nagel wird mit seiner Ruppiner Apotheke wohl zum Jahresende in neue Räume in der Junckerstraße umziehen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Der geplante Verkauf des Ärztehauses in der Neustädter Straße in Neuruppin durch eine Tochter der Ruppiner Kliniken sorgt doch für allerhand Irritationen und Unruhe. Zwar hatte Landrat Ralf Reinhardt (SPD), der zugleich Aufsichtsratschef der Kliniken ist, versichert, dass es sich um keine „überstürzte“ oder „unvorhergesehene“ Aktion handele. Doch zumindest einige Mieter fühlen sich zu spät und nur schlecht informiert.

Der Mietvertrag läuft noch bis zum Jahr 2022

„Ich habe den Eindruck, dass wir nur eine Figur in einem Spiel sind“, sagte am Donnerstag Stefan Nagel, der Inhaber der Ruppiner Apotheke. Das verwundert insofern, weil die Apotheke bereits seit 1991 ihren Sitz in der einstigen Poliklinik hat und ihr Mietvertrag außerdem noch bis zum Jahr 2022 läuft. Dennoch erfuhr Nagel, der die Apotheke von seinem Vater Siegfried übernommen hat, lediglich durch Gerüchte von den möglichen Veränderungen. „Ich glaube, dass Krankenhaus hatte uns gar nicht auf dem Schirm.“ Zwar hätten die Kliniken nach seinem erstaunten Anruf versucht, ihm eine Alternative anzubieten. Doch Nagel wollte mit seinen insgesamt zehn Mitarbeitern nicht in einen Container auf das Klinikgelände ziehen. Abgeschreckt hat den 49-Jährigen dabei nicht allein die Containervariante. Vielmehr will der gebürtige Greifswalder nicht, dass seine Kunden plötzlich so weite Wege in Kauf nehmen müssen.

Nagel hat deshalb nach einer anderen Lösung „im Sinne der Patienten“ gesucht – und gefunden: Die Ruppiner Apotheke wird nun vermutlich zum Jahreswechsel in die Nähe des neuen Ärztezentrums an der Neuruppiner Junckerstraße ziehen. Dort soll in den nächsten Wochen und Monaten neben dem Studentenwohnheim ein Neubau entstehen. Bis dahin kann der Apotheker nur hoffen, dass ihm die Kunden auch in einem inzwischen weitgehend leer gezogenem Haus treu bleiben. Denn die Praxen für Innere Medizin sowie die Praxis für Allgemeinmedizin werden bereits Ende des Monats in neue Räume in der Junckerstraße 6a umziehen, teilte Kliniksprecherin Verena Clasen mit.

Kritik an verlässlichen Informationen von den Kliniken

Völlig unklar ist indessen noch, wann und wohin die Neuruppiner Filiale der Firma Hörgeräte Obsidian umziehen wird. „Mir fehlen verlässliche Informationen von den Kliniken“, sagte Filialleiterin Britta Krebs. Die Filiale gibt es seit 1996 in der alten Neuruppiner Poliklinik. Viele Kunden bedauerten, dass die Institution Poliklinik, in der es Praxen von Allgemeinmedizinern neben Röntgen- und Zahnarztpraxis sowie Apotheke gibt, verloren geht, sagte Krebs. Apotheker Nagel hofft indes auf das neue medizinische Zentrum in der Junckerstraße. Immerhin gibt es dort dann eine ähnliche Ärztestruktur.

Für das Ruppiner Ärztehaus und das Grundstück von gut 1,2 Hektar Größe, inklusive Parkplatzflächen, Grünanlagen und Gehwegen, verlangen die Ostprignitz-Ruppiner Gesundheitsdienste (OGD), eine Tochter der Ruppiner Kliniken, mindestens 3,35 Millionen Euro. Immerhin umfasst die sogenannte Gebäudenutzfläche 4700 Quadratmeter – genügend Platz für Büros oder Wohnungen.

Mitarbeiter des Kreises ziehen wohl erst 2019 um

Nicht betroffen von dem geplanten Verkauf sind die 130 Mitarbeiter des Jobcenters und des Gesundheitsamtes. Diese werden vermutlich so lange in dem Nebengebäude des Ärztehauses arbeiten können, bis der Neubau fertig ist, der auf der anderen Seite der Neustädter Straße für rund 6,5 Millionen Euro entstehen soll. Der Kreistag hatte im März grünes Licht für das Millionenprojekt gegeben (die MAZ berichtete). Landrat Reinhardt hofft, dass der Verwaltungsneubau 2019 bezogen werden kann.

Von Andreas Vogel

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