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Mietvertrag unter Dach und Fach

Wittstock Mietvertrag unter Dach und Fach

Jetzt ist es besiegelt: Das Polizeirevier Wittstock zieht ins alte Postgebäude – noch vor Beginn der Landesgartenschau (Laga) im April 2019. Der über 20 Jahre geltende Mietvertrag wurde kürzlich unterzeichnet. Die Sanierung des Hauses kann beginnen.

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Revierleiterin Dana Hefenbrock bekommt Blumen von GWV-Chef Hans-Jörg Löther. Auch Norbert John (2.v.l.) von der BLB und Bürgermeister Jörg Gehrmann freuen sich über den Vertragsabschluss.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Jetzt ist es besiegelt: Das Wittstocker Polizeirevier wird noch vor Beginn der Landesgartenschau im April 2019 in das ehemalige Postamt in der Poststraße umziehen. Der entsprechende Mietvertrag zwischen dem Brandenburgischen Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB), der Stadt Wittstock und der Wittstocker Gebäude- und Wohnungsverwaltung (GWV) wurde jüngst vor Ort feierlich unterzeichnet. Norbert John, Geschäftsführer der BLB, Bürgermeister Jörg Gehrmann und Hans-Jörg Löther, Geschäftsführer der GWV, markierten damit den Anfang einer mindestens 20 Jahre währenden Geschäftsbeziehung. Denn so lange läuft der Vertrag. Die BLB sei Mieter der ehemaligen Post, die Polizei Untermieter, erklärte Norbert John.

Doch bis die Polizeibeamten von ihrem heutigen Revier in der Röbeler Straße 18 in das ehemalige Postamt in der Poststraße 35 umziehen können, muss das Haus zunächst einmal saniert werden. Die Generalplanung liegt in den Händen des Architekturbüros Uli Krieg aus Brandenburg/Havel. „Wir werden den Fokus auf die Fassade legen, denn es handelt sich um ein städtebaulich wichtiges und stadtbildprägendes Gebäude“, sagt Uli Krieg. Der momentan zugemauerte Haupteingang werde wieder zum Haupteingang und das Gebäude barrierefrei erschlossen. Der Eingang von der Poststraße aus werde auf Gehwegniveau abgesenkt. Die drei Etagen bis unters Dach seien künftig mit einem Fahrstuhl erreichbar. Die Fenster zur Straßenseite würden alle komplett erneuert, die alten Kastenfenster zur Hofseite hingegen zum Teil aufgearbeitet. Kellereingänge sollen zurückgebaut werden, damit die Fassade auch zum Hof hin erstrahlen kann. Die Gauben auf dem Dach würden ebenfalls zurückgebaut, „weil sie einfach gar nicht zum Haus passen“, wie Krieg sagte. Stattdessen könnten möglicherweise die historischen ehemaligen Spitzgauben wieder aufgesetzt werden. Ob das jedoch möglich sein wird, stehe noch nicht fest. Im Erdgeschoss solle der Publikumsverkehr stattfinden und die Polizei-Leitung untergebracht werden, in den oberen Räumen die Sachbearbeiter. „Im Erdgeschoss ist im 20. Jahrhundert schon sehr viel umgebaut worden. Deshalb hat uns dort die untere Denkmalschutzbehörde relativ freie Hand gegeben.“ Die Grundstrukturen des Gebäudes würden weitgehend erhalten bleiben, so Krieg.

Gründerzeit-Doppeltüren werden saniert

Im Obergeschoss gebe es Gründerzeit-Doppeltüren, die saniert werden sollen. Der betonierte Hof werde aufgerissen und neu gestaltet. Er soll Stellflächen für Fahrzeuge bieten. Die umschließende Mauer werde erhöht. Die Baugenehmigung erwartet Uli Krieg in Kürze, damit spätestens im Mai mit der Sanierung begonnen werden kann. Die Bauzeit bis Ende 2018 bezeichnet er als „sportlich“, aber machbar.

Hans-Jörg Löther blickte auf die Historie des Hauses zurück: Das Vorgänger-Gebäude an diesem Ort sei 1885 abgebrannt, das Grundstück bis 1903 eine Brache gewesen. Dann sei ein Besitzerwechsel erfolgt. Bald darauf habe der Bau des Postamtes begonnen – ein Gewinn für die Stadt, denn bis dahin „hatte es wahrscheinlich nur eine Posthilfsstelle gegeben“, wie Löthers Recherchen ergaben. Von 1994 bis 2004 sei das Objekt nach und nach leer gezogen worden. „Wir haben es gekauft, um es zu entwickeln.“ Zunächst sei an Wohnungen oder Büros gedacht worden, bis in einer Diskussionsrunde der Vorschlag kam, die Polizei dort unterzubringen. Auf dem Weg dorthin lobte Löther die gute Zusammenarbeit mit verschiedenen Ministerien. Das Projekt sei ein Beispiel des „Schrumpfens von außen nach innen, verbunden mit dem Entwickeln des historischen Stadtkerns.“

„Ein Denkmal kann man nur erhalten, wenn man es auch nutzen kann“, sagte Norbert John und betonte, dass die Sanierung des Hauses die bessere und wirtschaftlichere Variante gegenüber einem Neubau sei. „Ich bin sehr froh und dankbar darüber und schaue heute in viele glückliche Gesichter.“

Polizeichef freut sich für seine Kollegen

Bernd Halle, Leiter der Polizeidirektion Nord, freut sich für seine Kollegen, dass sie in naher Zukunft in dieses denkmalgeschützte Haus ziehen können. Bürgermeister Gehrmann zeigte sich ebenfalls angetan, dass die Bemühungen der vergangenen Jahre nun fruchteten. Nach der Unterzeichnung des Vertrages unternahmen die Teilnehmer einen Rundgang durch das inzwischen entkernte Gebäude.

Von Björn Wagener

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