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Ostprignitz-Ruppin Millionen-Kreisel: Land ignoriert die Bedenken
Lokales Ostprignitz-Ruppin Millionen-Kreisel: Land ignoriert die Bedenken
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19:59 11.10.2016
Noch ist der Kreisverkehr in der Neustädter Straße in Neuruppin 70 Meter groß. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Die Entscheidung ist gefallen: Das Land wird den Kreisverkehr an der Neustädter Straße in Neuruppin nicht allein sanieren, sondern trotz vieler Bedenken zugleich von jetzt 70 Metern Durchmesser auf 40 Meter verkleinern. „Der Zuschlag für die Arbeiten ist einen Tag nach unserem Gespräch mit Ministerin Kathrin Schneider erteilt worden“, sagte am Dienstag Henryk Wichmann, der Vorsitzende des Petitionsausschusses des Landtages. Der CDU-Politiker ist darüber entrüstet. Denn das Land habe entschieden, obwohl bisher immer noch nicht alle Fragen des Petitionsausschusses zu dem Millionen-Projekt beantwortet seien, etwa zum Verkehrsaufkommen in der Neustädter Straße und zu den Kosten, wenn der Kreisel einfach in der jetzigen Größe saniert worden wäre.

Busfahrer sind gegen den kleineren Kreisel

„Wir missbilligen die Art und Weise, wie mit dem Petitionsausschuss und den Bedenken der Menschen vor Ort umgegangen wird“, sagte Wichmann. Schließlich habe sich selbst die Busgesellschaft ORP gegen ein Verkleinern des Kreisverkehrs ausgesprochen. Doch das Land habe die Bedenken der Busfahrer, die noch längere Staus während des Berufsverkehrs befürchten, einfach weggewischt. „Es heißt stets, dass ein kleiner Kreisel genau so viel Verkehr aufnehmen könne wie ein großer“, so Wichmann. Der Politiker bezweifelt das, erst recht für den Verkehrsknoten in der Neustädter Straße. Dort trifft sich der Verkehr aus dem Neubaugebiet mit dem von der Bundesstraße 167 und dem, der von der Autobahnabfahrt Neuruppin kommt. Die Befürchtung: Busfahrer werden länger benötigen, um den kleineren Kreisverkehr passieren zu können. Denn an jeder Ausfahrt wird es Zebrastreifen als Fußgängerüberweg geben. Auch dadurch wird der Verkehrsfluss eingeschränkt.

Arbeiten beginnen wohl noch im Oktober

Wichmann hat dafür kein Verständnis. „Vielleicht kann man wenigstens die Zebrastreifen noch verhindern.“ Denn der Petitionsausschuss hat trotz der Entscheidung für die kleinere Kreisel­variante das Verfahren dazu noch nicht abgeschlossen. Vielmehr fordert das Gremium weiterhin Informationen vom Land zu den Kosten für beide Ausbauvarianten sowie darüber, wie viele Unfälle es bisher an dem großen Kreisel sowie an den kleineren in Neuruppin gegeben hat. Laut Wichmann wäre es für das Land ein Leichtes gewesen, die Vergabe der Arbeiten zu verzögern oder diese sogar neu auszuschreiben. Denn die Kosten werden jetzt nicht mehr mit 1,2 Millionen Euro angegeben, sondern mit 1,5 Millionen Euro. Diese „gewaltige Preissteigerung“ hätte ein Wiederholen der Ausschreibung gerechtfertigt, so der CDU-Politiker.

Vom Verkehrsministerium in Potsdam war am Dienstagabend keine Auskunft mehr zu erhalten. Der Planungschef des Landesstraßenbetriebes, Frank Schmidt, bestätigte lediglich, dass der Zuschlag für die Arbeiten am umstrittenen Kreisverkehr bereits erteilt worden sei. Nach den bisherigen Plänen sollen diese noch in diesem Monat beginnen.

Von Andreas Vogel

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