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Millionenkreisel-Kritik: Planer stellt sich Fragen

Einwohner irritiert, Abgeordnete alarmiert Millionenkreisel-Kritik: Planer stellt sich Fragen

Der Kreisverkehr an der Neustädter Straße in Neuruppin soll ab September für 1,2 Millionen Euro saniert und verkleinert werden. Das sorgt Irritationen bei Einwohnern und teils heftige Kritik. Frank Schmidt vom Landesbetrieb Straßenwesen kam deshalb in die Stadt, um das Projekt zu erklären. Doch auch er konnte längst nicht alle Zweifel ausräumen.

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Die Kritik am Millionen-Projekt Kreisel ist heftig.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Der Planungschef des Landesstraßenbetriebs hat schon viel erlebt. Doch die Vorwürfe, die Frank Schmidt am Montagabend beim Hauptausschuss in Neuruppin zu hören bekam, „die haben mich schon entgeistert“. Selbst von gefälschten Verkehrszählungen und falschen Baugrundgutachten war da die Rede. Grund für den Streit sind die Pläne des Landes, den Kreisverkehr in der Neustädter Straße nicht nur zu sanieren, sondern ihn dabei zugleich deutlich zu verkleinern. Bisher hat er einen Durchmesser von 70 Metern, künftig sollen es nur noch 40 Meter Durchmesser sein. Dann sei der Kreisel so groß wie die anderen Kreisverkehre im Land, sagte Schmidt.

Während das Neuruppiner Rathaus mit diesen Plänen kein Problem hat, sind viele Einwohner irritiert und einige Abgeordnete alarmiert. „Der Kreisel funktioniert doch so wie er ist“, sagte etwa Sven Deter. Der CDU-Mann aus Wulkow glaubt, dass bald noch mehr Autos über den Kreisverkehr fahren werden – wenn die Baustellen an der B 167 und im Umkreis von Neuruppin erst mal fertig sind. „Der Kreisel ist im Berufsverkehr jetzt schon rammelvoll“, stimmte Axel Noelte, Ortsvorsteher von Wuthenow, zu. Die Situation verschärfe sich, wenn bei Unfällen auf der Autobahn der Verkehr über Neuruppin umgeleitet werde.

Frank Schmidt vom Landesstraßenbetrieb konnte Neuruppins Ex-Tiefbauamtsleiter Manfred Krell nicht überzeugen

Frank Schmidt vom Landesstraßenbetrieb konnte Neuruppins Ex-Tiefbauamtsleiter Manfred Krell nicht überzeugen.

Quelle: Vogel

Gleichwohl hält das Land an seinem Projekt fest. „Neuruppin ist nicht Boomtown“, sagte Schmidt. Vielmehr nehme der prognostizierte Verkehr auf der B 167 in der Fontanestadt bis zum Jahre 2025 ab. Das sei teilweise schon jetzt zu erkennen. Schmidt verwies auf Verkehrszählungen aus den Jahren 2007 und 2015. Demnach rollten im vergangenen Jahr im Schnitt rund 1000 Fahrzeuge weniger über den Kreisverkehr in der Neustädter Straße als 2007. Selbst nach dem Ende der Arbeiten an der B 167 wird sich aus Sicht des Landes an diesem Trend nichts ändern. Hinzu komme, dass der kleinere Kreisel den Verkehr ebenso gut aufnehmen könne wie der große und zudem von den Unterhaltungskosten preisgünstiger sei. Genau das glaubt Manfred Krell gerade nicht. Der einstige Neuruppiner Tiefbauamtsleiter bezweifelt zudem, dass der Kreisverkehr wirklich so marode ist wie es das Land darstellt und der Kreisel deshalb für 1,2 Millionen Euro neu gebaut werden muss. Laut Krell wäre eine Sanierung des Kreisverkehrs in der jetzigen Form schon für 400 000 Euro zu haben.

„Es ist heftig, wie wenig Vertrauen in die Fachleute gesetzt wird“, sagte Schmidt. Er verwies mehrfach auf die Baugrundgutachten. Demnach fehlt in mindestens einem Bereich schon eine der drei Straßenschichten. Die Arbeiten an dem Kreisverkehr, der auch Zebrastreifen erhält, sollen im September beginnen und im Dezember abgeschlossen sein. Der Verkehr soll weitgehend an den Arbeiten vorbeigeführt werden.

Von Andreas Vogel

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