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Ostprignitz-Ruppin Millionenkreisel-Umbau: B 167 ab sofort gesperrt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Millionenkreisel-Umbau: B 167 ab sofort gesperrt
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09:26 15.11.2016
Spezialmaschinen haben in der Neustädter Straße die Fahrbahn abgefräst. Vor­aussichtlich bis Weihnachten ist die B 167 dort gesperrt. Quelle: Reyk Grunow
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Neuruppin

Für viele Autofahrer kam die Sperrung überraschend, dabei war sie doch eigentlich schon lange angekündigt: Seit Montag geht auf der B 167 am umstrittenen Kreisel in der Neustädter Straße von Neuruppin nichts mehr. Die Bundesstraße ist dort ab sofort in beide Richtungen gesperrt. Voraussichtlich bis Weihnachten ist kein Durchkommen mehr.

In Vorbereitung auf den Umbau des Kreisverkehrs im kommenden Jahr lässt der Landesbetrieb für Straßenwesen jetzt die Zufahrt zur Thomas-Mann-Straße und die künftige Anbindung an den neuen, kleineren Kreisel ausbauen. Am Montag hat eine Spezialfirma damit begonnen, auf einem gut 100 Meter langen Teilstück vor der Kreisverwaltung die gesamte Fahrbahndecke abzufräsen. Auch ein Abbiegen von der B 167 in die Thomas-Mann-Straße ist bis auf Weiteres nicht mehr möglich. Die Mannstraße ist nur von der Junckerstraße aus zu erreichen.

Auch die Zufahrt zur Thomas-Mann-Straße ist gesperrt. Quelle: Reyk Grunow

Die Arbeiten an diesem Abschnitt sollen bis Heiligabend dauern, heißt es in der Ankündigung von Cornelia Mitschka, der Sprecherin des Landesstraßenbetriebs. Neben der neuen Fahrbahn werden die Firmen in dieser Zeit auch die Entwässerung des neuen Kreisverkehrs anlegen.

Während der Sperrung werden erst einmal alle Fahrzeuge über die sogenannte Westachse, den Bad-Kreuznach-Ring und den Certaldoring über das Gelände des ehemaligen Flugplatzes in Richtung Wittstocker Allee umgeleitet. Zumindest am Montag hatten viele Autofahrer noch nicht mitbekommen, dass sie nicht mehr auf der B 167 von Neuruppin in Richtung Autobahn weiterkommen. Obwohl die Baustelle schon seit Tagen ausgeschildert ist, fuhren am Montag noch etliche Autos bis zur Kreisverwaltung in der Neustädter Straße vor, bis die Fahrer dort überrascht feststellten, dass es nicht weitergeht und zwischen den Baufahrzeugen versuchten zu wenden.

Ab Weihnachten wieder freie Fahrt – bis zum Frühjahr

Ab Weihnachten soll die B 167 vorerst wieder befahrbar sein. Erst nach dem Winter, voraussichtlich im Februar oder März, soll die Baufirma Eurovia aus Lindow mit dem eigentlichen Kreiselumbau beginnen. Der jetzige Kreisverkehr wird 2017 komplett abgerissen und ein neuer, kleinerer an der selben Stelle gebaut. Der Landesstraßenbetrieb erwartet inzwischen Baukosten von rund 1,57 Millionen Euro.

Nach wie vor ist das Bauvorhaben heftig umstritten. Nicht nur etliche Neuruppiner halten es für Geldverschwendung und für überflüssig. „In seiner jetzigen Form hat sich der Kreisel bewährt“, sagt Nando Strüfing, der Sprecher des Kreisverbandes der CDU. Warum er jetzt von 70 Metern Durchmesser auf 40 Meter verkleinert werden soll, sei den Menschen nicht zu vermitteln.

Die CDU übt heftige Kritik an den Plänen des Landes – vor allem am unerwartet schnellen Baubeginn. Noch Anfang September hatte sich der Petitionsausschuss des Landtages in Neuruppin mit Verkehrsstaatssekretärin Ines Jesse getroffen, um über das umstrittene Projekt zu sprechen. Dass der Bau Ende 2016 beginnen soll, war da zwar schon bekannt. Die Landtagsabgeordneten im Petitionsausschuss hatten trotzdem gehofft, dass das Land den Bau aufschiebt, bis der Ausschuss sich eine abschließende Meinung gebildet hat.

Der Petitionsausschuss des Landtages hat noch nicht abgestimmt

Albrecht Klein, der Chef des Landesstraßenbetriebs, hatte sogar bestätigt, dass es theoretisch denkbar wäre, die Arbeiten zu verschieben. Trotzdem hat der Landesbetriebs kurz darauf den Auftrag für den Umbau vergeben und Mitte Oktober den Baubeginn verkündet. Die Abstimmung im Petitionsausschuss wollte das Land offensichtlich nicht abwarten.

„Das Vorgehen der Landesregierung ist schon sehr ungewöhnlich“, sagt der Landtagsabgeordnete Jan Redmann deutlich verärgert. Redmann ist auch Kreisvorsitzender seiner Partei in Ostprignitz-Ruppin und überrascht, mit welcher Vehemenz das Land das Bauvorhaben in Neuruppin durchsetzt. Als Mitglied des Landtages will er jetzt Einsicht in die Unterlagen rund um das Vorhaben nehmen. An der offiziellen Begründung für den Umbau hat er Zweifel. Jan Redmann: „Ich will wissen, ob es da noch andere Dinge gibt, die bisher noch nicht das Licht der Öffentlichkeit erblickt haben.“

Von Reyk Grunow

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