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Ostprignitz-Ruppin Minderjährige Flüchtlinge ins Schullandheim
Lokales Ostprignitz-Ruppin Minderjährige Flüchtlinge ins Schullandheim
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02:19 25.10.2015
Minderjährige Flüchtlinge werden ab 2. November im Schullandheim Schweinrich erwartet. Quelle: dpa
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Schweinrich

Das Schullandheim in Schweinrich ist ab 2. November Erstaufnahmestelle für bis zu 25 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (die MAZ berichtete). Zunächst kommen an diesem Tag 16 junge Afghanen in dem Dorf an. Dies teilte Andreas Liedtke, Jugendamtsleiter in Ostprignitz-Ruppin, am Mittwochabend auf der Sitzung des Ortsbeirates im Gemeindehaus in Schweinrich mit.

Die Nachfrage der Einwohner nach diesen Veränderungen im Dorf ist groß, wie auch die Resonanz zeigte. Das Gemeindehaus war während der gut 40 Minuten dauernden Sitzung rappelvoll. Zunächst erläuterte Liedtke im Zeitraffer, dass auch der Landkreis als Behörde von den Fakten überrollt wurde. Innerhalb kurzer Zeit stand am Ende fest, dass die „sehr guten räumlichen Voraussetzungen“ im Schullandheim in Schweinrich den Ausschlag für dieses Objekt gaben. „Der Landkreis steht unter Druck, Räumlichkeiten zu finden“, so Liedtke.

Ordnungsamtsleiter Holger Schönberg (stehend) bittet um Offenheit gegenüber Flüchtlingen. Quelle: Christamaria Ruch

Die Fragen der Einwohner drehten sich um Sicherheit, logistische und organisatorische Bereiche. Holger Schönberg, Ordnungsamtsleiter der Stadt Wittstock, nahm nach kurzer und heftiger Diskussion Druck aus der Situation.

Schönberg: „Wir müssen den Menschen gegenüber offen sein und dürfen hier nichts aufbauschen. Vorurteile im Vorfeld sind ungeeignet, deshalb müssen wir das Beste daraus machen.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Stimmung aufgeheizt.

Vor allem die Frage, ob nun noch die eigenen Kinder sich frei im Dorf bewegen können oder wie viele Betreuer im Schullandheim tätig sind, bewegen die Schweinricher. Die Forderung in diesem Zuge nach mehr Beleuchtung im Ort nahm Holger Schönberg auf und sicherte Klärung zu. Kritik wurde laut, dass bereits bestätigte Buchungen für Schulklassen abgesagt werden mussten. „Hier mussten Prioritäten gesetzt werden“, so Andreas Liedtke.

Das Schullandheim wird künftig in der Nacht durch einen Wachschutz bestreift. Quelle: Christamaria Ruch

Er räumte ein, dass diese Kritik nachvollziehbar ist. Außerdem besteht für den Landkreis das Ziel, das Schullandheim ab Frühjahr wieder für den normalen Buchungsbetrieb zu öffnen. „Eine Garantie gibt es dafür aber nicht“, so Andreas Liedtke.

Insgesamt vier Sozialpädagogen des Berliner Trägers Navitas sowie das hauseigene Personal unter Schullandheimleiter Heiko Flörke sorgen für die 24-Stunden-Betreuung und Tagesstruktur der jungen Flüchtlinge. Nachts ist zudem der Wachschutz vor Ort und in Rufbereitschaft erreichbar.

„Innerhalb von zwei Wochen sind die Konflikte hier vorprogrammiert“, tönte ein Einwohner. „Das Schullandheim ist keine geschlossene Unterbringung für die Flüchtlinge, sie werden sich frei bewegen können“, sagte der Jugendamtsleiter. Ortsvorsteher Armin Stutz stellte infrage, „für wen im Ort der Wachschutz tätig sein wird?“

Einige warben aber auch für Gastfreundschaft den neuen Bewohnern gegenüber. „Es sind doch in erster Linie Menschen, die zu uns kommen“, sagte eine Frau.

Am Ende verständigten sich alle darauf, dass Telefonnummern der im Schullandheim beschäftigten Personen und Träger zusammengetragen und unter Einwohnern verteilt werden, um im Bedarfsfall schnell reagieren zu können.

Am Vortag war bekanntgeworden, dass Flüchtlinge ins Schullandheim ziehen sollen.

Von Christamaria Ruch

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