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Ostprignitz-Ruppin Minipferde in Michaelisbruch
Lokales Ostprignitz-Ruppin Minipferde in Michaelisbruch
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02:15 25.01.2016
Groß wie kleine Ponys, nur viel edler: Die „American Miniature Horses“ von Katy Hoffmann sind hierzulande echte Exoten. Quelle: Alexander Beckmann
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Michaelisbruch

Pferd. Da weiß eigentlich jeder sofort, was gemeint ist: So ein großes, langgesichtiges Huftier, das einen Reiter trägt oder schwere Wagen zieht.

Bei Züchterin Katy Hoffmann (47) im Dreetzer Ortsteil Michaelisbruch ist das ein bisschen anders. Zumindest zum Reiten eignen sich ihre Tiere kaum. Dazu sind die „Miniature Horses“ viel zu klein. Einem normalen Erwachsenen gucken die Minipferde direkt auf den Bauchnabel. Doch gerade deswegen sind die Tiere seit ein paar Jahren Katy Hoffmanns ganz große Leidenschaft.

Mit normalen Pferden hatte die gebürtige Thüringerin schon früh zu tun. „Unser Nachbar war Fuhrunternehmer und hatte Pferde. Das war für mich als Kind natürlich super.“ Katy Hoffmann blieb ihrem sportlichen Hobby und den Tieren treu. Doch ausgerechnet bei einem Australienaufenthalt entdeckte sie einen bisher ungeahnten Aspekt: „Da hab ich in einem Magazin das erste Mal Miniaturpferde gesehen. Ich dachte: Toll! Was ist das denn?“

Irgendwann tauchten dann auch in Deutschland die ersten Exemplare der vor allem in den USA gezüchteten Rasse auf. Doch das war noch eine äußerst exklusive Sache und für die Hobbyhalterin unbezahlbar.

Inzwischen – so um 2005 – hatte es Katy Hoffmann und ihren Mann von Berlin nach Michaelisbruch verschlagen – nicht zuletzt wegen der Pferdeleidenschaft. Ihr Interesse an den kleinen Rassen war nach wie vor groß. Seit einem Reitunfall hatte sie sich mehr aufs Fahren verlegt. Dafür eignen sich Mini-Pferde gut. Eine Zeit lang widmete sich Katy Hoffmann Shetland-Ponys. „Aber ich hab dann gemerkt: Das ist nichts für mich.“ Vor sechs Jahren machte sie schließlich ernst: „Ich bin nach England gefahren zu einer Züchterin und hab das erste Miniature Horse gekauft.“

Pferde im Kleinformat

Das amerikanische Miniaturpferd hat europäische Wurzeln: An den königlichen Höfen des 17. Jahrhunderts galten die kleinen Pferde als Statussymbol und Kinderspielzeug.

Zum Ende dieser Ära gelangten einige Exemplare in die USA, wo sie weiter gezüchtet wurde. In Europa verschwand die Rasse.

Erst 1976 kamen wieder Miniaturpferde nach Europa, wo sich in Frankreich, Großbritannien und den Benelux-Ländern Züchter für sie engagierten. Die erste Eintragung in ein deutsches Stutbuch erfolgte 2003.

Grundsätzlich handelt es sich um eine Gruppe besonders kleinwüchsiger Rassen. Die Leidenschaft der Michae­lisbrucherin gilt den „American Miniature Horses“ – der amerikanischen Variante einer ursprünglich europäischen Züchtung. „Sie haben das Temperament und das Aussehen von Vollblütern“, schwärmt Katy Hoffmann. „Das ist zumindest das Zuchtziel.“ Und ein Stockmaß (eine Schulterhöhe) von unter einem Meter. „Die haben die Größe einer Deutschen Dogge und kleiner.“

Sportlich sind die Minis durchaus. „Der Sohn der Nachbarn ist mit zwei oder drei Jahren drauf geritten“, erzählt die Züchterin. „Aber hauptsächlich sind sie fürs Fahren gut. Das macht einfach Spaß.“ Überbewerten will sie diese Auffassung nicht. Pferderassen seien durchaus auch Geschmackssache. „Mir gefallen die Kleinen, weil sie aussehen wie Große und nicht an jeder Ecke zu sehen sind.“

Das dürfte noch untertrieben sein. Die Minipferde lassen sich in Deutschland durchaus zu den Exoten zählen, auch wenn ihre Fangemeinde wächst und es inzwischen unter anderem in Neustadt, Oberkrämer oder Magdeburg weitere Halter und Züchter gibt. „Es sind wenige. Man kennt sich.“

Seit einigen Jahren züchtet Katy Hoffmann auch selbst. Auf diversen Pferdeschauen bis hin nach Tschechien haben ihre Minis schon Preise abgeräumt. „Die haben definitiv Showtalent. Ich war auch schon nach England eingeladen. Aber das ist mir zu weit.“

Die Züchterin weiß kaum noch, wohin mit ihren Preisen. Quelle: Alexander Beckmann

Den Kontakt zur „Anglo European Miniature Horse Society“ in London hat Katy Hoffmann trotzdem gepflegt. Im vergangenen Jahr führte das sogar dazu, dass der britische Verband erstmals eine eigene Show in Deutschland veranstaltete – in Michaelisbruch. „Die Engländer haben einen Veranstaltungsort gesucht.“ Der Vorschlag, die Reitsportanlage Heidemann in Michaelisbruch zu nutzen, kam von Katy Hoffmann. „Für mich lag es natürlich nahe, nicht so weit wegzugehen.“ Die Premiere war mit fast 50 Teilnehmern aus dem In- und Ausland ein klarer Erfolg.

Am 21. Mai soll es nun die zweite Auflage geben. „Da sind noch mehr Teilnehmer zu erwarten“, zeigt sich Katy Hoffmann überzeugt. „Ich werde wohl mit vier Pferden starten.“ Neben reinen Repräsentationsauftritten werden die Tiere auch sportliche Aufgaben absolvieren wie Springen (am Zügel), Geschicklichkeits- und Fahrwettbewerbe.

Katy Hoffmann hält inzwischen nach eigenen Angaben „sechseinhalb“ Miniaturpferde. Einen Hengst teilt sie sich mit einem Züchter in Neustadt. Voraussichtlich im April wird ein weiteres Fohlen auf die Welt kommen. „Ich mache das nicht auf Masse“, betont die Züchterin. In der Regel wolle sie Neuzugänge selbst behalten. „Ich bin dabei, mir eine kleine Herde aufzubauen.“ Derzeit verfüge sie ja noch nicht mal über die passenden Pferde für ein Doppelgespann vor dem Wagen. Die gezielte Züchtung von „American Miniature Horses“ auf körperliche und vor allem auch sportliche Merkmale ist zumindest hierzulande eine sehr junge Kunst. Katy Hoffmann will ihr noch möglichst viel Freizeit widmen.

Kontakt:
www.miniaturpferde.info

Von Alexander Beckmann

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