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Ostprignitz-Ruppin Minister bei Fahrzeugbauer und im Gaswerk
Lokales Ostprignitz-Ruppin Minister bei Fahrzeugbauer und im Gaswerk
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00:17 07.08.2016
Nach Hightech bei Hüffermann gab es für Christian Görke mit der historischen Technik im alten Gaswerk ganz neue Einblicke. Quelle: Alexander Beckmann
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Neustadt

Neustadt erhielt am Donnerstag wieder einmal Besuch von Brandenburgs Finanzminister. „Nicht nur, weil Sommer ist und ich dem Schreibtisch entfliehen wollte“, versicherte Christian Görke (Die Linke) auf Nachfrage.

Sein Weg führte ihn zum Fahrzeughersteller Hüffermann Transportsysteme. Die jüngsten Erweiterungsinvestitionen in dem Unternehmen seien vom Land ja unterstützt worden, erklärte Görke. „Ich glaube, das ist eine gute, nachhaltige Investition in die Zukunft.“

Zukunftsprojekten galt dann auch die besondere Aufmerksamkeit des Ministers. Hüffermann-Geschäftsführer Stephan von Schwander stellte ihm den nach jahrelanger Entwicklungsarbeit fertiggestellten ersten Elektro-Lkw des Unternehmens vor. Der Zwölftonner mit einer Reichweite von bis zu 200Kilometern verfügt als erstes Modell seiner Art über Wechselakkus. Das ermöglicht es, innerhalb weniger Minuten „vollzutanken“. Das vor allem für den innerstädtischen Lieferverkehr gedachte Fahrzeug wurde gemeinsam mit dem Berliner Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik entwickelt und soll bei der Hannover-Messe im September der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Eine sehr hohe Ausbildungsquote

Faktisch schon zum Standardthema von Ministerbesuchen ist der Fachkräftenachwuchs geworden. Christian Görke lobte die Anstrengungen des Unternehmens: „So eine Ausbildungsquote hat kaum einer.“ Bei einer Gesamtmitarbeiterzahl von 213 beschäftigt Hüffermann Transportsysteme derzeit 34 Auszubildende. „Wer Fachkräfte will, muss sie auch ausbilden und an sich binden“, sagte der Finanzminister. „Da spielt auch die Entlohnung eine Rolle.“ Und die sei offenbar recht gut. Auffällig seien die vielen jungen Leute in der Firma und vor allem auch der hohe Anteil von Frauen. Die Tornower Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann (Die Linke), die Görke am Donnerstag begleitete, registrierte das mit deutlichem Wohlwollen: „Die Botschaft ist: Hier haben auch Frauen eine Chance.“ Sie müssten sich nur der Idee öffnen, in einer ungewöhnlichen Branche zu arbeiten.

Wie Geschäftsführer Stephan von Schwander betonte, hält das Unternehmen auch weiterhin an der Idee fest, in Kooperation mit der Neustädter Schule ein Fachabitur zu ermöglichen. Laut Görke will das Bildungsministerium dazu demnächst eine Machbarkeitsstudie vorlegen. „Ich gehe nach wie vor davon aus, dass das hier mal in ein machbares Projekt eingekleidet wird.“ Seit fast zwei Jahren bemühe man sich in Neustadt, in der Sache voranzukommen. „Jetzt muss sich auch mal etwas bewegen.“ Schließlich sei die Einführung des Fachabiturs Bestandteil des Koalitionsvertrages der Landesregierung.

Die zweite und letzte Station von Christian Görkes Besuch in Neustadt war am Donnerstag das Museum rund um das alte Gaswerk.

Besuch im alten Gaswerk

Der Förderverein zur Erhaltung des Gaswerkes Neustadt hatte den Minister eingeladen, um über die Situation des Museums zu informieren.

Auf Förderung könne man nicht verzichten, sagte die zweite Vorsitzende Gudrun Weiß: „Nur mit dem Museumsbetrieb könnten wir das hier nicht halten.“ Die prekäre finanzielle Situation der Stadt Neustadt mache sich auch dabei bemerkbar.

In dem Zusammenhang kam auch die Belastung der Kommune durch die defizitäre Lindenau-Halle zur Sprache. Dass das Gestüt die Halle irgendwann übernehmen kann, hält Görke für unwahrscheinlich. Schon jetzt bezuschusse das Land den Gestütsbetrieb jährlich mit rund 2,3 Millionen Euro. „Das Gestüt ist für mich einer der Leuchttürme im Land. Aber es gibt auch viele Neider“, so Görke.

Vorgestellt wurde die Idee eines Erweiterungsbaus auf dem weitläufigen Gaswerksgelände, auch als öffentlicher Veranstaltungsraum – falls sich denn Finanzierungsmöglichkeiten finden. Christian Görke wirkte skeptisch: Ließe sich denn nicht besser ein Raum direkt im Gaswerk für solche Zwecke umfunktionieren? Denkmalschutz und Finanzierbarkeit boten einigen Raum für angeregte Gespräche.

Von Alexander Beckmann

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