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Minister bremst Prignitz-Express aus

Albrecht Gerber auf Zwischenstopp in Neuruppin Minister bremst Prignitz-Express aus

Seit mehr als zehn Jahren drängen Neuruppin und der Landkreis Ostprignitz-Ruppin auf eine direkte Anbindung des Prignitz-Expresses ins Berliner Zentrum. Bisher stand das Land dahinter. Jetzt rudert Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) überraschend zurück. Er warnte am Mittwoch vor zu großen Erwartungen.

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Der Prignitz-Express fährt nur bis nach Spandau.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Fontanestadt wird wohl auch die nächsten Jahre vergeblich auf eine direkte Anbindung des Prignitz-Expresses ins Berliner Stadtzentrum warten müssen. Zwar warben Landrat Ralf Reinhardt (SPD), Neuruppins Vize-Bürgermeister Arne Krohn und Matthias Voth, Geschäftsführer der Pro-Klinik-Holding, am Mittwoch beim Besuch von Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) in der Kreisstadt vehement um Unterstützung. Doch Gerber zeigte sich ungerührt. „Es ist eine Illusion, das Schienennetz ausbauen zu können, wenn der Bund nicht mehr Geld für die Bahn bereitstellt.“ Vielmehr drohe, dass das Land weitere Bahnlinien einstellen müsse, wenn der Bund die sogenannten Regionalisierungsmittel nicht aufstocke.

Der Landrat ließ nicht locker. „Die Bahn hat das Geld.“ Es gehe lediglich um ein neues Gleis im Berliner Stadtgebiet, das geschaffen werden müsse. Zudem würde das Land dann sogar sparen. Denn wenn der Zug direkt ins Berliner Stadtzentrum fahre, müsste das Land dem Betreiber der Linie nicht so viel Streckengeld zahlen. Und: „Der heftige Bremsklotz für die wirtschaftliche Perspektive des Ruppiner Landes wäre beseitigt“, so Ralf Reinhardt. „Wenn die Bahn dafür kein Geld hat, dann hilft auch kein Wollen“, entgegnete Gerber.

Auf dem Gelände der Ruppiner Kliniken

Auf dem Gelände der Ruppiner Kliniken: Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (2.v.r.) mit den Klinikchefs Gunnar Pietzner (r.) und Matthias Voth sowie Neuruppins Vize-Bürgermeister Arne Krohn.

Quelle: Peter Geisler

Der Wirtschaftsminister hatte sich am Morgen im Hotel Resort Mark Brandenburg und am Nachmittag in den Ruppiner Kliniken umgesehen. Das Krankenhaus ist eine Tochter der Pro-Klinik-Holding, die dem Landkreis gehört. Mit mehr als 2200 Beschäftigten ist es der größte Arbeitgeber in der Region und hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 130 Millionen Euro erzielt. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren lag der Umsatz bei 103 Millionen Euro. „Wir sind stolz, das erste Tumorzentrum in Brandenburg zu sein und zusammen mit der Stadt Brandenburg die Medizinische Hochschule Brandenburg aufgebaut zu haben“, betonte Geschäftsführer Voth. Die Hochschule, die derzeit 48 Medizin- und 24 Psychologiestudenten hat, will bereits 2016 die Zahl der Studierenden auf 160 erhöhen. Deshalb soll das Haus D auf dem Gelände der Kliniken für gut fünf Millionen Euro ausgebaut werden. Neben 25 Lehrräumen und einem Hörsaal sollen in dem denkmalgeschützten Gebäude ebenfalls ein Labor, eine Bibliothek sowie eine Caféteria entstehen. „Das ist ein gutes Signal für die Region“, betonte Vize-Bürgermeister Krohn. Auch wirtschaftlich. Immerhin versuchen die Kliniken, weitere Firmen für Medizintechnik bei sich anzusiedeln.

Die Mini-EKG von Athena Diax

Die Mini-EKG von Athena Diax.

Quelle: Peter Geisler

Athena Diax hat ihren Sitz bereits auf dem Gelände. Das kleine Start-up-Unternehmen hat ein Elektrokardiogramm (EKG) entwickelt, das nur etwas größer als ein Pflaster ist und dank spezieller Sensoren und einer Batterie ohne die für Patienten sonst so lästigen Kabel auskommt. Eine Woche kann das Mini-EKG die Daten aufnehmen. Die Berliner Firma Biotronik geht einen anderen Weg. Sie hat ein Gerät entwickelt, das die Daten von implantierten Herzschrittmachern und Defibrillatoren aufnimmt und täglich an ein medizinisches Monitoring-Zentrum weiterleiten kann. Statt der normalen vierteljährlichen Arztbesuche der Patienten kann der Mediziner diesen bei auffälligen Symptomen sofort helfen. „Die Patienten leben länger“, sagte Stephan Belli von Biotronic. Die Firma hat das bei 600 Patienten getestet. 300 hatten das neue Gerät, die anderen nicht.

Biotronic würde in den Ruppiner Kliniken gern noch in diesem Jahr so ein Monitoring-Zentrum aufbauen und auch die Hausärzte an dem Projekt beteiligen. Die Kosten für das vorerst auf zwei Jahre angelegte Projekt wurden gestern auf 200 000 Euro beziffert. Wirtschaftsminister Gerber ließ allerdings offen, ob und in welcher Höhe das Land das Projekt fördern wird.

Von Andreas Vogel

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