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Mit 137 Stundenkilometer durch Biesen

Biesen Mit 137 Stundenkilometer durch Biesen

Geschwindigkeitsmesstafeln brachten es an den Tag: Die Anzahl der Temposünder in Biesen und Eichenfelde ist nach wie vor sehr hoch. Der höchste gemessene Wert lag bei 137 km/h. Der Ortsbeirat will dem nicht länger einfach nur zusehen.

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Freie Bahn in Biesen. Das nutzen viele Autofahrer, um durch den Ort zu rasen.

Quelle: Björn Wagener

Biesen. Jetzt reicht’s: Der Ortsbeirat in Biesen will nicht länger nur zusehen, wie Autofahrer die Sicherheit im Dorf gefährden. Dass sie genau das tun, steht für das Gremium außer Frage. Denn ihm lag zur Sitzung am Donnerstagabend die Auswertung der Geschwindigkeitsmessungen vor. Mehrmals und an mehreren Tagen hintereinander hatten die Messtafeln an den Ortseingängen aus Richtung Wittstock und Wulfersdorf sowie in Eichenfelde das Tempo aller durchfahrenden Fahrzeuge erfasst.

Blick in die Raser-Statistik

Die erreichten Höchstgeschwindigkeiten sprechen eine deutliche Sprache. Zwischen dem 12. und 19. April lag der Spitzenreiter in Eichenfelde bei 125 km/h. Noch etwas schneller war der „Spitzenreiter“, der in der Chaussee 15 in Biesen zwischen dem 29. März und 5. April gemessen wurde: 137 km/h. Mit Tempo 124 war ein Fahrer zwischen dem 15. und 22. März in Biesen auch nicht wesentlich langsamer. Zwar sind das laut Auswertungsdaten extreme Ausreißer, aber auch die Anzahl der Fahrer mit Geschwindigkeiten zwischen 80 und 90 km/h erreichen noch dreistellige Werte. Über Tempo 100 fuhren im letztgenannten Zeitraum immerhin noch 18 Fahrer. Insgesamt wurden dort in der angegebenen Zeit 7765 Fahrzeuge registriert. Auffällig außerdem: Am höchsten ist die Zahl derer, die zwischen 60 und 70 km/h fuhren. Erst danach folgen die Fahrer, die den vorgeschriebenen 50 km/h am nächsten kommen und zwischen 50 und 60 km/h liegen. Dieser Trend bestätigte sich bei mehreren Messungen und zeigt: Zehn bis 20 km/h drüber sind für die meisten Fahrer Alltag. Mit diesen Ergebnissen wollen sich die Biesener nicht einfach abfinden. Beirat Ingolf Lui sprach von einer „groben Frechheit“ und „Fahrlässigkeit“, zumal sich die Werte aus den jüngsten Messungen gegenüber vorangegangenen nicht verbessert hätten. Auch Ortsvorsteher Burkhard Schultz sagte: „Diese Brisanz bei den Geschwindigkeitsüberschreitungen hätte ich so nicht erwartet.“

Suche nach Lösungen

Doch wie damit umgehen? Was kann unternommen werden, um die Sicherheit im Dorf – vor allem für Kinder und Senioren – zu verbessern? Schließlich war man sich in der Runde einig, dass der erhobene Zeigefinger nicht ausreiche, um etwas zu verändern. Deshalb wurde nicht nur der Ruf nach vermehrten Kon-trollen laut. Burkhard Schultz könnte sich auch vorstellen, Gespräche mit Leuten aus dem Dorf darüber zu führen, um das Problem deutlich zu machen. Außerdem solle Ordnungsamtsleiter Holger Schönberg zur nächsten Beiratssitzung in Biesen eingeladen werden. Zudem wolle man sich um einen weiteren Messeinsatz mit den Tafeln im Oktober bemühen.

Laut Stadt-Sprecher Jean Dibbert verfüge die Stadt über zwei solcher Messtafeln, die jeweils etwa für eine Woche in einem Ort eingesetzt werden. Die Daten, die dabei erfasst werden, würden der Polizei und der Verkehrsbehörde des Landkreises zur Verfügung gestellt. Ob sie zu bestimmten Aktionen führen, läge im Ermessen dieser Behörden.

Von Björn Wagener

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