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Ostprignitz-Ruppin Mit 16 das erste Mal ins Berghain
Lokales Ostprignitz-Ruppin Mit 16 das erste Mal ins Berghain
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02:15 31.07.2015
Fabian Weingart ist von Berlins lebendiger Club-Szene fasziniert. Quelle: Mischa Karth
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Lentzke

Mit 16 Jahren stand er das erste Mal vor dem Berghain. Hat gezittert, ob ihn die Türsteher reinlassen. Welten lagen für Fabian Weingart damals zwischen seinem Heimatort Lentzke und einem der legendärsten Techno-Clubs der Welt. Doch irgendwie schaffte er es, hineinzugelangen und den „Abenteuerspielplatz“ für sich zu erobern. Was er noch nicht wusste: dass er hier eines Tages selbst hinter den Decks stehen und die tanzende Menge zur Ekstase bringen würde. Aber vielleicht hatte er so eine Ahnung.

Die Loveparade ’97 und ein gemeinsamer Besuch mit dem Bruder im „Tacheles“ waren der erste Vorgeschmack auf die Berliner Club-Kultur für Weingart gewesen, samt bebender Bässe, Feuerspucker, Stroboskoplichter. „Der Wahnsinn“, sagt Weingart rückblickend, „das hat mich als Provinzjungen extrem fasziniert.“

Was er dort musikalisch erlebte, kannte er nur aus dem Radio. „Radio Fritz hat damals 24 Stunden live von der Mayday gesendet“, erinnert sich Weingart. „Das war das Medium, das einem die große Welt nähergebracht hat.“ Techno war damals das Ding, die wichtigsten Raves lockten Zehntausende an. Für Weingart waren die Ausflüge in die Großstadt indes nur selten möglich – ohne Führerschein war die Bewegungsfreiheit eingeschränkt.

Sein Taschengeld trug er in den Plattenladen

Dreh- und Angelpunkt wurde für ihn und viele seiner Generation das JFZ in Neuruppin. Ein Jahr hat Weingart dort das Booking gemacht, das heißt, Konzerte organisiert und Künstler engagiert. Sein Taschengeld trug er unterdessen zum „Barracuda Store“, dem örtlichen Plattenladen von Holger Sonnenburg. Sonnenburg war für Weingart das Vorbild als DJ, das Mixen selbst brachte ihm ein Mitschüler in der elften Klasse bei. Seinen ersten Mixer kaufte Weingart gebraucht, dazu zwei Platzenspieler. „Die waren noch riemengetrieben“, erinnert sich Weingart.

Inzwischen legt kein professioneller DJ mehr Schallplatten auf, erzählt der 31-Jährige, höchstens, um zu zeigen: „Hey, ich kann’s noch“. Statt schwerer Koffer tragen die Disc-Jockeys nun handliche USB-Sticks mit sich herum.

Weingart ist einer von ihnen. Tresor, Watergate, Club der Visionäre – legendäre Namen der Berliner Clublandschaft, Weingart ist Stammgast. Sein größer Moment? An einem Sonntagnachmittag in der Panorama-Bar, als die Jalousien sich genau im richtigen Augenblick öffneten und die Menge tobte.

DJ Fabian Weingart stammt aus Lentzke bei Fehrbellin. Quelle: Mischa Karth

„Techno ist die einzig relevante Jugendbewegung geblieben“, sagt Weingart. Das Gefühl, vollständig in Trance zu sein, mache die Faszination noch immer aus; das Durchtanzen, die Mischung aus Anonymität und Gemeinschaftsgefühl. Gleichzeitig sagt Weingart: „Techno ohne Drogen gibt’s nicht, wird’s auch nicht geben.“ Das sei Teil der Szene, Teil des Spiels. „Es geht darum, sich nicht an irgendwelche Normen zu halten, sondern darum, jemand anders zu sein, kurz mal alles zu vergessen.“ Es sei unglaublich wichtig, zu entkrampfen. Gerade Berlin, wo Weingart unmittelbar nach dem Zivildienst hingezogen ist, biete noch sehr viele Freiräume: „Die Leute sind sehr kreativ. Jeden Monat werden ein, zwei Clubs eröffnet.“

In den ersten Jahren seiner Karriere hat er oft bis zu drei Gigs jedes Wochenende gespielt, auch im Ausland. Inzwischen lässt er es ruhiger angehen. Mehr Konstanz wollte er in seinem Leben. Weingart machte eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann, studierte anschließend BWL. „Ich habe keine Energie mehr, mir jedes Wochenende die Nächte um die Ohren zu schlagen“, sagt der 31-Jährige. „Irgendwann ist das echt ein anstrengendes Business, du bist da der Clown für alle, musst immer gute Laune haben.“ So fährt er nun zweigleisig, ist inzwischen für das Label „Upon. You Records“ und die Künstleragentur „JACKMODE“ als Booker tätig – als Mädchen für alles. „Ich bin für 22 Künstler verantwortlich“, erzählt Fabian Weingart. „Da kann ich es mir nicht leisten, Montagmorgen im Bett liegen zu bleiben.“

Auf das JFZ in Neuruppin hat er auch aus der Ferne noch ein Auge. „Für viele in meiner Generation war es was Besonderes. Ich habe meine erste Freundin im JFZ kennengelernt, bin das erste Mal abgestürzt und habe gemerkt, dass in der Stadt was geht.“

Von Mischa Karth

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