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Mit Boulette in der Hand Romane lesen

Schmöker Stuw in Berlinchen Mit Boulette in der Hand Romane lesen

Lesen, essen, trinken und Freunde treffen – all das ist in der „Schmöker Stuw“ in Berlinchen möglich. Ursprünglich wollte Inhaber Dieter Welchering die ehemalige Gaststätte nur als Lager für seine Bücher nutzen. Dann erkannte er aber, dass sich Gastronomie und Buchladen auch miteinander kombinieren ließen und schuf so einen neuen sozialen Anlaufpunkt im Dorf.

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Über 8000 Bücher warten bei Dieter Welchering darauf, „geschmökert“ und eventuell gekauft zu werden.

Quelle: Christian Bark

Berlinchen. Was kommt dabei heraus, wenn ein Buchliebhaber den Schritt in die Gastronomie wagt? So etwas wie die „Schmöker Stuw“ in Berlinchen. Das Gasthaus von Dieter Welchering ist eine Mischung aus Bibliothek, Bücherladen, Kultur- und Freizeittreff und kleinem Restaurant.

Der aus dem Westmünsterland stammende Büchersammler war vor fünf Jahren nach Berlinchen gekommen. „Die ehemalige Gaststätte stand zum Verkauf und ich brauchte Platz für meine vielen Bücher“, erinnert sich der 59-Jährige.Also wollte er das Gebäude als Lager für seine gedruckten Schätze nutzen. Als jedoch Mitglieder der örtlichen Feuerwehr beim Raustragen des alten Tresens geholfen hatten, sollen sie ihn gefragt haben: „Dafür kommt aber bald wieder ein neuer rein, oder?“

Innere Gemütlichkeit herrscht auch außen

Innere Gemütlichkeit herrscht auch außen. Die Idee dazu brachte Welcherings Sohn aus Frankreich mit.

Quelle: Christian Bark

Erfahrungen in der Gastronomie habe er zu dem Zeitpunkt überhaupt keine gehabt, sagt Welchering. Zuvor war er vielfältig tätig, ob als Lastwagenfahrer in Westdeutschland oder als Kaufmann im Baltikum. Während seiner Zeit in Portugal habe seine Büchersammelleidenschaft dann richtig zugenommen. „Mir fehlte die deutsche Sprache, wie ich sie in den Büchern fand“, erklärt er seinen damaligen Entschluss, zurückzukehren nach Deutschland. „Die Klappe vom Bücherumzugswagen ging gerade so zu“, lacht er. Dann zog es ihn zuerst an die Ostsee, wo er Bücher verkaufte, später nach Bollewick und schließlich nach Berlinchen.

„Im Dorf bin ich mit offenen Armen aufgenommen worden, wenn ich Hilfe brauche, ist immer jemand für mich da“, sagt Welchering. Und auch er ist für die Berlinchener und ihre Gäste da – gerne auch mal außerhalb der Öffnungszeiten seiner „Schmöker Stuw“. Die hat er im August 2011 eröffnet und den Ort Stück für Stück zum sozialen Anlaufpunkt im Dorf gemacht. Dort können Schüler Bücher für ihre Referate durchforsten und ausgepowerte Radtouristen eine Kleinigkeit essen.

Sozialer Anlaufpunkt

Sozialer Anlaufpunkt: Am Stammtisch tagt regelmäßig der Ortsbeirat.

Quelle: Christian Bark

Ich bereite alle Speisen frisch zu“, informiert Welchering. Die Zutaten kämen nicht aus der Tüte, sondern vom Fleischer, von Bauernhöfen aus der Region oder auch aus seinem eigenen Garten. „Die selbst gemachte Boulette bekommen Sie bei mir für drei Euro“, sagt er. Die sei dann aber auch überdurchschnittlich groß. Und so komme es öfter vor, dass Gäste mit einer Boulette oder einem Glas Wein in der Hand stundenlang in Romanen schmökern. Wie Welchering übrigens selbst. „Ich gucke seit 20 Jahren kein Fernsehen mehr, sondern lese lieber“, sagt er.

Und auch sonst habe er viel zu tun. Neben der Arbeit als Gastronom betätige er sich noch als „Buchfinder“. „Ich beliefere Kunden aus aller Welt, darunter auch Universitätsbibliotheken.“ Gewünschte Exemplare suche er auf Flohmärkten oder im Internet. Dort gehöre er übrigens mehreren Plattformen an. Alle seine 8000 Bücher habe er dort gelistet, mal abgesehen von den 5000 privaten Büchern, die überall bei ihm zuhause untergebracht sind, sogar unter seinem Bett. Die Gastronomie ist für Dieter Welchering eine Möglichkeit, die Menschen zusätzlich für seine Bücher zu begeistern. Verkaufen wolle er sie nämlich schon. Doch genau da hapere es oft. Finanziell könne sich das Gasthaus gerade so tragen. Trotzdem muss sich Welchering hier wieder als Lebenskünstler beweisen. „Ich arbeite auch nebenher mal anderswo“, sagt er.

Öffnungszeiten: montags und donnerstags von 14 bis 18, freitags und samstags von 14 bis 20 und sonntags von 12 bis 18 Uhr.

Von Christian Bark

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